Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach Angaben der Regierung am Montag eine iranische Drohne über ihren Hoheitsgewässern abgefangen. Der Vorfall ereignet sich inmitten einer eskalierenden Konfrontation zwischen den USA und dem Iran im Persischen Golf, die den internationalen Rohölpreis über 90 US-Dollar trieb.
Die Sicherheitslage im Nahen Osten hat sich am Montag weiter zugespitzt, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate die Abfangaktion einer unbemannten Drohne über ihren Gewässern meldeten. Das Verteidigungsministerium der VAE erklärte, man habe sich mit dem Flugkörper auseinandergesetzt, der sich von Iran kommend den Küsten näherte. Es gab demnach keine Berichte über Schäden.
Das Außenministerium der VAE verurteilte den Vorfall scharf.
Dementi zu Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Al Minhad
Zuvor hatte das iranische Militär über das staatliche Fernsehen verbreitet, es habe den Luftwaffenstützpunkt Al Minhad in Dubai mit Drohnen angegriffen. Das Ziel des Angriffs seien demnach Standorte gewesen, an denen US-Kräfte und Hubschrauber stationiert sind. Das iranische Militär begründete den angeblichen Schlag als Reaktion auf die Tötung von Mitgliedern der Revolutionsgarden und iranischen Zivilisten auf der Insel Larak.
Das Verteidigungsministerium der VAE wies diese Darstellung jedoch entschieden zurück. In einer zweiten Erklärung bezeichnete das Ministerium die Berichte über einen Treffer auf dem Stützpunkt als falsch und betonte, die Streitkräfte stünden in höchster Alarmbereitschaft, um jegliche Bedrohungen abzuwehren.
Hintergrund: US-Angriffe auf Larak Island und weltwirtschaftliche Folgen
Die jüngsten Spannungen folgen auf einen US-Angriff am Sonntagabend auf Larak Island in der Straße von Hormus, bei dem nach iranischen Angaben zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt wurden. Als Antwort darauf feuerte der Iran Raketen auf US-Einrichtungen in Jordanien ab, die jedoch abgefangen werden konnten.

Der Konflikt hat gravierende Auswirkungen auf den Welthandel. Nachdem die USA und Israel Ende Februar Angriffe auf den Iran gefahren hatten, errichtete Teheran eine Blockade der strategisch vitalen Straße von Hormus, durch die im Normalbetrieb ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. Der internationale Rohöl-Standard Brent kletterte infolge der jüngsten Kämpfe über 90 US-Dollar je Barrel, was einem Anstieg von rund 25 Prozent seit Beginn des Krieges entspricht.
Politische Reaktionen und diplomatische Initiativen
Angesichts der wachsenden Gefahr eines offenen Regionalkrieges wachsen die diplomatischen Spannungen. Anwar Gargash, diplomatischer Berater des Präsidenten der VAE, erklärte im Kurzbotschaftendienst X (vormals Twitter), der Zustand von weder Krieg noch Frieden kann keine nachhaltige Lösung sein. Er forderte eine politische Lösung zur Wiederherstellung der normalen Schifffahrt sowie einen realistischeren Ansatz als das im Juni vereinbarte Memorandum zwischen den USA und dem Iran.
Auch der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte, Teheran suche keinen Krieg, werde aber auf Aggressoren entschlossen antworten.
Unterdessen treibt US-Finanzminister Scott Bessent bei Treffen der G20-Finanzminister in North Carolina die wirtschaftliche Isolierung Teherans voran, indem er Staaten und Unternehmen vor Geschäften mit dem Iran warnt. Vor zwei Wochen hatten die VAE nach eigenen Angaben nach dem Einschlag zweier iranischer Raketen im Persischen Golf den gesamten Handel mit dem Iran ausgesetzt, ein Schritt, den Washingtons Druck begünstigt haben soll.
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