Der karure genannte Schwarzrotschwanz hat den neuseeländischen Wettbewerb Bird of the Year 2026
gewonnen. Nach Angaben von Forest & Bird verzeichnete die Abstimmung eine Rekordbeteiligung von 105.000 Stimmen, wobei rund 88 Prozent der abgegebenen Stimmen direkt aus Neuseeland stammten.
Der kleine Singvogel aus den Chatham-Inseln, der in der Sprache der indigenen Moriori als karure und auf Māori als kakaruia bekannt ist, setzte sich in einer hart umkämpften Online-Wahl durch. Wie The Guardian berichtete, ist der Schwarzrotschwanz wegen seines dunklen Gefieders, der schwarzen Augen und des spitzen Schnabels auch als Gruftie der neuseeländischen Vogelwelt bekannt. Die Art blickt auf eine dramatische Rettungsgeschichte zurück: In den 1970er-Jahren war der Bestand auf fünf Tiere zusammengeschrumpft, von denen nur noch ein einziges reproduktionsfähiges Paar – Old Blue und Old Yellow – am Leben war.
Ein historischer Bestandssprung und aktuelle Platzierungen
Dank eines gezielten Artenschutzprogramms, bei dem Eier artverwandten Vögeln zum Brüten untergeschoben wurden, erholte sich die Population schrittweise. Nach Angaben von Newswire leben mittlerweile wieder rund 350 erwachsene Exemplare in geschützten Küstenwäldern. Bei der diesjährigen Abstimmung der Naturschutzorganisation Forest & Bird belegte der Schwarzrotschwanz mit 25.610 Stimmen den ersten Platz, während der zweifache Champion Kākāpō mit 19.445 Stimmen auf dem zweiten Rang landete. Den dritten Platz sicherte sich der neuseeländische Falke oder Kārearea mit 17.423 Stimmen, gefolgt von Kea und Takahē.
Rebecca Hatch, Bereichsleiterin für Mitgliederunterstützung bei Forest & Bird, äußerte, dass einige dieser Vögel noch nie zuvor gewonnen hätten und es großartig wäre, einige neue Gesichter auf dem Podium zu sehen.
Rekordbeteiligung mit starkem Inlandsschwerpunkt
Die diesjährige Konkurrenz markierte eine deutliche Kehrtwende im Vergleich zu früheren Jahren, insbesondere zum global ausgerichteten Wettbewerb des Jahres 2023. Damals mobilisierte ein internationaler Aufruf des US-amerikanischen Moderators John Oliver Hunderttausende Stimmen aus Übersee für den Haubentaucher. Im Jahr 2026 kehrte die Veranstaltung zu einem überwiegend heimischen Charakter zurück. Rebecca Hatch erklärte gegenüber Medien, dass etwa 88 Prozent der 98.920 validierten Stimmen von Menschen aus Neuseeland selbst abgegeben wurden, wie New Zealand Herald berichtete. Dies stehe im direkten Gegensatz zum Vorjahr 2023, als 85 Prozent der Teilnehmenden aus dem Ausland stammten.

Grundstücksmangel und neue Schutzprojekte auf Pitt Island
Trotz des wachsenden Zuspruchs und des Sieges bleibt die Art akut gefährdet. Die bisherigen Schutzgebiete auf den raubtierfreien Inseln stoßen an ihre natürlichen Grenzen. RNZ hob hervor, dass die verbliebenen Habitate nahezu vollständig besetzt sind. Um ein weiteres Überleben und das Wachstum der Population zu sichern, ist nach Angaben von Fachleuten die Besiedlung einer dritten Insel notwendig. Entsprechende Maßnahmen laufen bereits: Der Chatham Islands Landscape Restoration Trust treibt ein Vorhaben voran, verwilderte Hauskatzen als einen der Hauptfeinde der Vögel von Pitt Island zu entfernen, wie Xinhua meldete. Die Inselgruppe der Chathams gilt als bedeutender Biodiversitäts-Hotspot, der rund 20 Prozent aller bedrohten Vogelarten Neuseelands beheimatet.

Auch interessant