Der US-Supreme Court hat am Montagabend einen Eilantrag des Justizministeriums abgelehnt, der darauf abzielte, rund 20.000 Briefwahlstimmen in Kalifornien von der regulären Auszählung auszuschließen.
Das Gericht traf seine Entscheidung in einer kurzen, ununterzeichneten Verfügung ohne Angabe von Gründen, wie unter anderem CNBC berichtete. Die Regierung hatte argumentiert, die betroffenen Wähler könnten möglicherweise keine US-Bürger sein, und gefordert, die Stimmen getrennt zu behandeln, bis deren Status geklärt sei.
Die Washingtoner Behörden beriefen sich dabei auf eine Liste von mehr als 20.000 Namen, die nach Ansicht des Bundes aus öffentlich zugänglichen Daten und Registrierungen zusammengestellt wurde. Kalifornische Behörden und Bürgerrechtsgruppen wiesen die Vorwürfe zurück und warnten vor weitreichenden Konsequenzen für den Ablauf der laufenden Midterm-Wahlen.
Juristischer Widerstand vor den Bundesgerichten
Vor der Anrufung des Supreme Courts hatten unter anderem ein Bundesbezirksgericht und das neunte US-Berufungsgericht den Antrag der Regierung bereits abgewiesen. Der Bundesrichter David O. Carter warnte in seiner Verfügung vor schwerwiegenden Störungen des Wahlprozesses und betonte, dass eine nachträgliche Isolierung von bereits eingegangenen und bearbeiteten Stimmen praktisch unmöglich sei.
Der von Donald Trump ernannte Richter Mark Bennett und der von Joe Biden ernannte Richter Gabriel Sanchez entschieden in einem Gremium des Berufungsgerichts mit 2:1 Stimmen gegen den Antrag des Justizministeriums. Eine von der UCLA durchgeführte Untersuchung der Regierungsliste ergab zudem erhebliche Mängel. Nach Angaben von Einwandererrechten und Juristen befanden sich auf der Liste Tausende Personen, die nachweislich die US-Vorgaben erfüllten oder überhaupt nicht im Wählerverzeichnis eingetragen waren, wie die Nachrichtenagentur Associated Press und KQED berichteten.
Das Justizministerium klagte im Oktober vor dem Bezirksgericht in Los Angeles, nachdem die Bundesregierung den Wählerdaten-USB-Stick an die kalifornischen Behörden übergeben hatte. Mehrere hunderttausend Stimmzettel waren zu diesem Zeitpunkt bereits eingegangen und von den Wahlhelfern verifiziert worden, wodurch die Umschläge entfernt wurden und eine nachträgliche Zuordnung unmöglich wurde.

Reaktionen von Staatsanwaltschaft und Justizministerium
Kaliforniens Justizminister Rob Bonta begrüßte die Entscheidung des Höchstgerichts als Zurückweisung unbegründeter Versuche, den demokratischen Prozess zu stören. Laut Bonta zeigt die schnelle Reaktion des Supreme Courts, dass die Forderungen der Bundesregierung ohne rechtliche Grundlage waren.
Das US-Justizministerium zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung. Ein Sprecher betonte jedoch, dass die Behörde an ihren Bemühungen festhalten werde, die Einhaltung der Bundesgesetze zu überwachen.
Das Justizministerium ist von der gestrigen Verfügung des Supreme Courts enttäuscht, mit der unser Antrag abgelehnt wurde, Stimmzettel von Personen abzutrennen, die wir als wahrscheinlich keine US-Bürger identifiziert haben.
Justizministerium, Sprecher