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US Supreme Court prüft 160 Jahre altes Verbot des Schnapsbrennens

Der US Supreme Court hat am 19. Oktober 2026 angekündigt, die Verfassungsmäßigkeit eines fast 160 Jahre alten Bundesverbots des privaten Schnapsbrennens zu prüfen. Das Verfahren bringt zwei widersprüchliche Berufungsurteile vor das oberste Gericht, nachdem Hobby-Brennmeister und das Justizministerium in Washington gegensätzliche Entscheidungen erstritten hatten.

Die juristische Auseinandersetzung dreht sich um eine Vorschrift aus dem Jahr 1868, die es US-Bürgern untersagt, zu Hause Spirituosen wie Whisky oder Bourbon für den Eigenbedarf zu brennen. Während das Justizministerium unter der Regierung der Trump-Administration auf dem Verbot beharrt, um Steuerausfälle und illegale Umgehungen der Alkoholsteuer zu verhindern, sehen Kläger darin einen unzulässigen Eingriff in die verfassungsmäßigen Kompetenzen des Kongresses. Die Richter in Washington wollen die Argumente im kommenden Jahr verarbeiten und bis Ende Juni oder Anfang Juli eine Entscheidung verkünden.

Der Streit um das Jahrhundertealte Verbot und die Steuergewalt des Kongresses

Das Verbot wurzelt in der Zeit nach dem Sezessionskrieg. Damals führte der US-Kongress Maßnahmen ein, um die Steuerhinterziehung kommerzieller Destillerien zu bekämpfen. Damals wurde bestimmt, dass mindestens sieben Achtel aller Spirituosen unversteuert blieben. Das Gesetz belegte die private Herstellung seitdem mit harten Strafen. Wer heute unerlaubt Spirituosen brennt, riskiert Geldstrafen und bis zu fünf Jahre Haft.

US Supreme Court prüft 160 Jahre altes Verbot des Schnapsbrennens
Foto: CBS News

Im Zentrum der aktuellen juristischen Debatte steht die Frage, ob diese pauschale Ausweitung von Kontrollorten durch die sogenannte Necessary and Proper Clause der Verfassung gedeckt ist. Diese Klausel ermächtigt den Kongress zu Gesetzen, die zur Durchführung seiner ausdrücklichen Befugnisse – wie etwa der Steuererhebung – notwendig und angemessen sind. Die Bundesregierung argumentiert laut den Gerichtsunterlagen des Justizministeriums, dass eine Destillation im heimischen Wohnhaus oder in angrenzenden Schuppen so verborgen betrieben werden kann, dass behördliche Inspektionen unmöglich werden.

Duelle der Berufungsgerichte und die Argumente der Hobby-Brennmeister

Der Weg zum Supreme Court ebnete sich im April 2026 durch zwei diametral entgegengesetzte Urteile innerhalb von nur elf Tagen. Das 5. US-Berufungsgericht stufte das Gesetz in einer Klage der Hobby Distillers Association als verfassungswidrig ein. Die Richter argumentierten, dass ein generelles Verbot der Herstellung nicht notwendig sei, um Steuern zu erheben – im Gegenteil: Es mindere das Steueraufkommen, indem es legale Produktion komplett unterbindet.

Supreme Court Takes Up Home Distilling Ban — McNutt Granted

US-Berufungsgericht. Die dortigen Richter werteten das Verbot als zulässiges Mittel zur Steuerabsicherung. Der Fall Ream ging durch die Instanzen, während die Bundesregierung beim Supreme Court explizit die Überprüfung der Entscheidung des 5. Bezirks beantragte.

Robert Alt, Präsident des Buckeye Institute, sagte, die Gründerväter unseres Landes würden sich im Grabe umdrehen bei dem Gedanken, dass ein Zeitvertreib, an dem sich sogar George Washington beteiligte, der so amerikanisch sei wie Apfelkuchen und gewiss noch viel älter ist, völlig absurd zu einem Bundesverbrechen gemacht wurde.

Unterstützung erhalten die Kläger von prominenter politischer Seite. Generalstaatsanwälte aus 15 republikanisch geführten Bundesstaaten – darunter Ohio, Florida und Idaho – reichten eine gemeinsame Stellungnahme ein, in der sie die Richter zum Eingreifen aufforderten. Sie warnten, dass dieser Rechtsstreit wie schlechter Whiskey nicht gut reifen werde.

US Supreme Court prüft 160 Jahre altes Verbot des Schnapsbrennens
Foto: SCOTUSblog

Sicherheitsrisiken und finanzielle Dimensionen der föderalen Alkoholpolitik

Gegner des Verbots warnen vor einer juristischen Präzedenzwirkung. Ihrer Ansicht nach könnte die Regierung bei einer Bestätigung des Gesetzes jede beliebige Heimaktivität wie Homeoffice, Gärtnern oder Kochen allein mit der Begründung verbieten, dass dort potenziell steuerbare Vorgänge verschleiert werden könnten. Die Kläger sehen darin eine unzulässige Einmischung in die Privatsphäre.

Wirtschaftsverbände und Regierungsvertreter verweisen demgegenüber auf erhebliche Gefahrenquellen. Die Spirituosenindustrie mahnt zur Vorsicht, da bei fehlerhafter Herstellung erhebliche Gesundheitsrisiken bis hin zu Erblindung und Tod drohen.

US Supreme Court prüft 160 Jahre altes Verbot des Schnapsbrennens
Foto: WRAL

Angesichts dieser sehr ernsthaften Risiken beschwören wir die Verantwortlichen, sorgfältig nachzudenken, bevor sie diese Aktivitäten legalisieren, und falls sie sich dazu entschließen, sollte es auch sehr strenge Vorschriften geben, um die Gemeinschaft zu schützen, erklärte Courtney Armour, Chefjuristin des Distilled Spirits Council.

Das Finanzministerium beziffert das wirtschaftliche Gewicht der legalen Branche auf Milliardenbeträge. Die Steuerquelle für Spirituosen generiert heute jährlich Milliardenbeträge an Steuereinnahmen. Mit Spannung blicken Beobachter nun auf die für die kommenden Monate angesetzten mündlichen Verhandlungen in Washington, deren Ausgang die Grenzen bundesstaatlicher Gesetzgebung im privaten Raum neu definieren wird.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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