Wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen zeichnet sich im Senat ein extrem knappes Rennen ab. Während die Demokraten im Repräsentantenhaus gute Karten haben, hängt die Mehrheit im Senat von einer Handvoll umkämpfter Bundesstaaten ab, in denen Umfragen enge Kopf-an-Kopf-Rennen zeigen.
Die politischen Kräfteverhältnisse in Washington stehen am 3. November auf dem Spiel. Bei den anstehenden Zwischenwahlen werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze neu vergeben. Republikaner halten derzeit eine knappe Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen im Senat, wobei letztere Zahl zwei unabhängige Senatoren einschließt, die mit den Demokraten caucused und damit auf 47 Stimmen kommen.
Um die Kontrolle über die obere Kammer zu erlangen, benötigen die Demokraten einen Nettogewinn von vier Sitzen. Prognosen und Vorhersagemärkte wie Kalshi deuten darauf hin, dass die Partei mehrere Wege zu diesen vier zusätzlichen Mandaten hat, während die Republikaner in traditionell sicheren Regionen in die Defensive geraten sind und ihre Hochburgen verteidigen müssen.
Umkämpfte Republikanersitze und der Druck in Texas und Ohio
Die strategische Landschaft zwingt die Republikaner dazu, in Staaten zu kämpfen, die sie gewöhnlich sicher gewinnen. Besonders im Fokus steht dabei Texas, wo Ken Paxton gegen James Talarico antritt. Ein Sieg der Demokraten dort wäre eine Sensation.
Auch in Ohio steht ein Sitz auf der Kippe. Dort kommt es zum Duell zwischen dem Demokraten Sherrod Brown und Jon Husted. Vorhersagemärkte wie Kalshi führen Kandidaten wie Mary Peltola in Alaska und James Talarico in Texas als Favoriten in diesen republikanisch gehaltenen Staaten.
In Michigan wird der Sitz des in den Ruhestand tretenden demokratischen Senators Gary Peters von dem Kandidaten Abdul El-Sayed und dem Republikaner Mike Rogers umkämpft. In Georgia tritt der demokratische Amtsinhaber Jon Ossoff gegen den republikanischen Abgeordneten Mike Collins an, wobei eine Umfrage der Atlanta Journal-Constitution vom Oktober einen Vorsprung für Ossoff zeigte. In North Carolina bewirbt sich der frühere demokratische Gouverneur Roy Cooper um einen offenen Sitz.
Wahlkampfbesuche von Donald Trump und die wirtschaftliche Stimmung
Angesichts des verschärften Drucks unternimmt Präsident Donald Trump intensive Wahlkreisreisen, um gefährdete Parteifreunde zu unterstützen. Am Montag reiste Trump nach Mississippi, um der republikanischen Senatorin Cindy Hyde-Smith im Rennen gegen einen demokratischen Herausforderer zu helfen. US-Präsident Donald Trump begründete seinen Einsatz pragmatisch: „Wissen Sie, ich bin hier, weil Cindy sich hervorragend schlägt, aber ich muss einfach auf Nummer sicher gehen. Ich kann kein Risiko eingehen.
Zudem reiste Trump nach South Carolina zur Unterstützung der republikanischen Senatorin Darline Graham sowie wiederholt nach Texas, um den Vormarsch von James Talarico zu verhindern. In Mississippi startete der Senate Majority PAC zudem eine Werbekampagne im Wert von 1,2 Millionen Dollar zur Unterstützung des demokratischen Kandidaten Scott Colom.

Die politische Großwetterlage bleibt für das Weiße Haus angespannt, während Präsident Trumps Zustimmungswerte niedrig bleiben und historische Muster zeigen, dass die Partei des amtierenden Präsidenten in Zwischenwahlen häufig Mandate verliert. Wähler in weiten Landesteilen zeigen sich unzufrieden mit den Preisen für Benzin, nachdem es eine historische Beziehung zwischen Benzinpreisen und Trumps Zustimmungswerten gab.
Prognosen, Umfrageabweichungen und die Frage nach der Senatsmehrheit
Während Wahlforscher und Modelle wie der Vote-Scope-Forecast den Demokraten realistische Chancen auf eine Aufstockung ihrer Sitze bis hin zu einer Mehrheit von 54 oder 55 Sitzen einräumen, warnen Experten vor allzu großen Erwartungen an einen Erdrutschsieg. Lee Miringoff bezeichnete eine 55-Sitze-Mehrheit als schwierig zu erreichen, während Patrick Ruffini die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Szenarien analysierte.
Am Dienstag finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Die Republikaner werden voraussichtlich einige Sitze verlieren. Momentan haben die Republikaner Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat, sodass Donald Trump mit Mehrheiten in beiden Kammern regieren kann. Am Dienstag…
Auch Steve Kornacki betonte bei einer Analyse an der Princeton University, dass das Kartengebiet für die Demokraten im Senat komplizierter ist als im Repräsentantenhaus, da Erfolge in Staaten erzielt werden müssen, die Donald Trump gewonnen hat.
Zusätzliche Komplexität bringen unkonventionelle Konstellationen in den Bundesstaaten. In Nebraska fordert der unabhängige Kandidat Dan Osborn den republikanischen Pete Ricketts in einem knappen Rennen heraus, ohne bisher zugesagt zu haben, sich im Falle eines Sieges einer der beiden großen Parteien anzuschließen. Neben Osborn bewerben sich in Nebraska drei weitere Kandidaten.

Vor dem Hintergrund von mehr als 31 Millionen bereits abgegebenen vorzeitigen Stimmen bleibt die endgültige Entscheidung in den meisten umstrittenen Regionen jedoch völlig offen.
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