Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat am Dienstag damit begonnen, die Aufsicht über die Sonderpädagogik und die Bürgerrechte aus dem Bildungsministerium abzuziehen. Diese Kernfunktionen werden nun an das Gesundheitsministerium und das Justizministerium übertragen, was als Teil der Strategie gilt, das Bildungsministerium vollständig aufzulösen.
Transfer der Aufsicht an das Justiz- und Gesundheitsministerium
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Die administrative Neuordnung markiert einen massiven Einschnitt in die Struktur der US-Bundesbehörden. Wie die AP News berichtete, wird das Justizministerium (DOJ) künftig die Durchsetzung der Bürgerrechte im Bildungswesen übernehmen und zusätzlich den Schutz der Privatsphäre von Schülern verantworten. Parallel dazu wandert die Aufsicht über die Sonderpädagogik – primär verwaltet durch das Office of Special Education and Rehabilitative Services – in das Ressort des Gesundheitsministeriums (HHS).
Bildungsministerin Linda McMahon verteidigte die Entscheidung als notwendige Maßnahme zur Effizienzsteigerung. Sie erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass die Vereinbarungen mit den anderen Behörden die Bundesverantwortlichkeiten optimal ausrichten würden.
„Die Trump-Regierung ist sich dessen bewusst: Während wir das staatliche Mikromanagement reduzieren, wenn es den Erfolg behindert, setzen wir uns gleichermaßen für die Stärkung der Wirksamkeit der Bundesaufsicht ein, wo sie unerlässlich ist,“ Linda McMahon, Bildungsministerin
Während die DOJ und das HHS die täglichen Aufgaben der betroffenen Ämter übernehmen, behält das Bildungsministerium punktuelle rechtliche Pflichten bei, etwa die Beantwortung von Audits oder die Erstellung finaler Feststellungen in Bürgerrechtsfällen.
Die Gefahr eines rein medizinischen Modells für Schüler mit Behinderungen
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Experten warnen vor einer fundamentalen Verschiebung der pädagogischen Philosophie. Durch die Übertragung der Sonderpädagogik an das Gesundheitsministerium unter der Leitung von Robert F. Kennedy Jr. besteht die Sorge, dass Behinderungen nicht mehr als Teil der Lernumgebung, sondern als rein medizinische Diagnose betrachtet werden.
Robyn Linscott, Direktorin für Bildungs- und Familienpolitik bei The Arc, betonte, dass das HHS und das DOJ nicht über die spezifische Expertise für schulische Abläufe verfügen. Diese Verschiebung könnte dazu führen, dass die Unterstützung von Schülern eher auf klinische Behandlung als auf pädagogische Inklusion abzielt.
Besonders kritisch wird die Rolle von Robert F. Kennedy Jr. gesehen. Laut einer Analyse von Mother Jones hat Kennedy in der Vergangenheit Desinformation über Autismus verbreitet, was das Vertrauen der betroffenen Gemeinschaften massiv erschüttert.
„Als autistische Menschen fühlen wir uns nicht sicher, Robert F. Kennedy Jr. die Verantwortung zu übertragen. Autistische Schüler verdienen es, dass ihre Bildung angepasst wird und sie die Dienste und Unterstützungen erhalten, die sie benötigen, anstatt zu versuchen, ihre Autismus zu heilen, wie RFK Jr. es vorgeschlagen hat,“ Cameron Lynch, Analyst bei der Autistic Self-Advocacy Network
Soziale Folgen und die Belastung benachteiligter Gruppen
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Die Demontage der Aufsichtsstrukturen trifft laut Hilfsorganisationen vor allem jene Schüler, die ohnehin bereits am Rande des Systems stehen. Das wie im Washington Post berichteten, befürchten Aktivisten eine Instabilität bei den Leistungen, auf die Millionen von Familien angewiesen sind.
Der Think Tank EdTrust sieht in der Entscheidung eine Gefahr für die soziale Gerechtigkeit. Die Organisation weist darauf hin, dass die personellen und strukturellen Veränderungen die Kommunikation zwischen Schulen und Familien erschweren könnten.
„Wie so oft werden traditionell unterversorgte Schüler – darunter Schüler mit Behinderungen, schwarze und lateinamerikanische Schüler, mehrsprachige Lernende, Schüler aus einkommensschwachen Verhältnissen und Schüler in ländlichen Gemeinden – die größte Last dieser leichtsinnigen Entscheidung tragen, der die Behinderten- und Bürgerrechtsgemeinschaften bereits vehement widersprochen haben,“ EdTrust, Think Tank für Bildungsgerechtigkeit
Politische Motive hinter der Demontage des Bildungsministeriums
Hinter den administrativen Verschiebungen steht ein klares politisches Ziel: Die schrittweise Auflösung des Bildungsministeriums, wie sie bereits während des Wahlkampfs von Donald Trump gefordert wurde. Trump betonte wiederholt seine Absicht, die Bildung zurück in die Zuständigkeit der Bundesstaaten zu verlagern, wo sie hingehört.
Obwohl rechtlich nur der Kongress ein Ministerium vollständig schließen kann, nutzt die Administration die bestehenden Vereinbarungen zwischen den Behörden, um die Macht des Bildungsministeriums systematisch zu untergraben. Ein Bericht von Yahoo verdeutlicht, dass dies bereits das elfte solcher internen Abkommen ist, mit dem Funktionen nach außen delegiert werden.
Repräsentant Bobby Scott (D-Va.) bezeichnete die jüngsten Ankündigungen als rein politische Manöver zur Erfüllung von Wahlversprechen. Er warnte davor, dass diese Maßnahmen die Ungleichheiten für Schüler aus Minderheiten und Schüler mit Behinderungen weiter verschärfen werden.
Funktion / Amt
Neue Zuständigkeit
Zielbehörde
Bürgerrechtsschutz im Bildungswesen
Durchsetzung & Ermittlungen
Justizministerium (DOJ)
Sonderpädagogik (IDEA)
Aufsicht & Grant-Verwaltung
Gesundheitsministerium (HHS)
Schülerdatenschutz
Schutz der Privatsphäre
Justizministerium (DOJ)
<!– /wp:table Schutz der Privatsphäre bleibt weiterhin unter der Zuständigkeit des Justizministeriums (DOJ), das für die Durchsetzung der Datenschutzvorschriften verantwortlich ist.
Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.
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