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Gesundheit

US-Familien beschleunigen Masernimpfungen nach Anstieg der Fallzahlen

„Alle drei sind vollständig geimpft, aber wegen all dieser steigenden Fallzahlen musste es beschleunigt werden, sagte Margot Taylor, eine Mutter aus Chicago mit drei Kindern unterschiedlicher Jahrgänge, laut The Guardian. Bis zum 29. Oktober 2026 wurden in den Vereinigten Staaten 4852 bestätigte Masernfälle registriert.

Masernwelle treibt die Fallzahlen in den USA

Nach Angaben der Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten wurden bis zum 29. Oktober des Jahres 2026 exakt 4852 bestätigte Masernfälle gemeldet. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr 2025 registrierte die Behörde 2289 bestätigte Fälle, was den aktuellen Anstieg auf mehr als das Doppelte verdeutlicht. Von den gemeldeten Fällen im laufenden Jahr entfallen 812 auf Kinder unter fünf Jahren, 2010 Fälle auf die Altersgruppe der Fünf- bis Neunzehnjährigen und 1996 Fälle auf Personen ab 20 Jahren.

Die Behörden verzeichneten zudem 43 neue Ausbrüche im Jahr 2026. Ganze 96 Prozent der bestätigten Infektionen stehen nachweislich mit Ausbrüchen in Verbindung, wobei 3282 Fälle aus Ausbrüchen stammen, die in diesem Jahr begannen, und 1384 Fälle aus solchen, die im Jahr 2025 ihren Anfang nahmen. Betroffen sind insgesamt 47 Jurisdiktionen in den USA, darunter auch der Utah County Health Department in Provo, Utah, wo Gesundheitsmitarbeiter bereits bei früheren Wellen im Jahr 2019 verstärkt Impfungen vorbereiteten.

Familien ziehen die zweite MMR-Impfung vor

Die zweite Dosis des Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln kann bereits vier Wochen nach der ersten Dosis verabreicht werden. Diese verkürzte Verabreichung ist laut den US-Gesundheitsbehörden als Option möglich. Unter den nicht geimpften oder im Impfstatus unbekannten Patienten zeigt sich bei den erfassten Hospitalisierungen ein starker Überhang, während Personen mit einer oder zwei MMR-Dosen weitaus geringer vertreten sind.

Diese beschleunigte Praxis deckt sich mit den Empfehlungen anderer Staaten wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Elias Kass, ein in Seattle tätiger Naturheilkundler und Impfbefürworter, weist darauf hin, dass Eltern heute vor ganz neuen Herausforderungen stehen. Für manche Erwachsenen, die vor 1989 geboren wurden, kann laut Beobachtern zudem eine zweite Impfung ratsam sein, um einen verpassten Schutz nachzuholen.

Internationale Vergleiche der Impfpraxis

Margot Taylor, eine Mutter aus Chicago mit drei Kindern unterschiedlicher Jahrgänge, beschreibt den Wandel ihrer Erfahrungen: „Alle drei sind vollständig geimpft, aber wegen all dieser steigenden Fallzahlen musste es beschleunigt werden, sagte sie laut The Guardian.

In Deutschland galten einst ähnliche Empfehlungen wie in den USA, bis eine schwere Ausbruchswelle im Jahr 2001 zu einer Neuausrichtung führte, bei der die erste Dosis auf den Zeitraum von 11 bis 14 Monaten und die zweite Dosis auf 18 bis 23 Monate festgelegt wurde. Im Jahr 2020 folgte dann die Anpassung, die zweite Dosis bereits vier Wochen nach der ersten zu verabreichen.

Catherina Becker, eine Wissenschaftlerin in Deutschland, erklärte laut The Guardian: „Es gibt bisher absolut keinen Hinweis darauf, dass ein Kind, das in irgendeinem Rhythmus zweimal geimpft wurde, ein höheres Masernrisiko hätte als jemand, der nach der alten Regel geimpft wurde.

Sie blickt auf historische Ausbrüche zurück, wie etwa an einer Waldorfschule in Deutschland im Jahr 2010, bei der fast die Hälfte der 300 Schüler ungesichert war und 71 Personen erkrankten, verglichen mit einem Ausbruch an einer fast vollständig immunisierten Schule in Alaska im Jahr 1998, wo sich die Infektionen auf 17 Fälle beschränkten.

Beratung bei regionalen Ausbrüchen

Angesichts variierender regionaler Ausbruchssituationen und individueller Gesundheitsfaktoren sollten Leser bei Fragen zu Impfplänen und den optimalen Abständen für den MMR-Impfstoff stets qualifizierte medizinische Fachkräfte oder den behandelnden Kinderarzt konsultieren.

„Es gibt bisher absolut keinen Hinweis darauf, dass ein Kind, das in irgendeinem Rhythmus zweimal geimpft wurde, ein höheres Masernrisiko hätte als jemand, der nach der alten Regel geimpft wurde.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.