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Technik und Wissenschaft

US-Armee testet Drohnen und Software bei Manöver in Fort Irwin

Soldaten der US-Armee haben in der Mojave-Wüste eine simulierte Stadt gestürmt, um neue Technologien wie Drohnen und Software im Häuserkampf zu erproben. Das im Sommer auf dem Truppenübungsplatz Fort Irwin in Kalifornien abgehaltene Manöver diente der Vorbereitung auf moderne Konflikte mit technologisch gleichwertigen Gegnern.

Das Manöver in der Wüstenei von Fort Irwin

Nahezu 10,000 Soldaten versammelten sich während des Capstone-Projekts der US-Armee auf dem Gelände, um neue Waffen und digitale Ausrüstung unter extremen Witterungsbedingungen zu testen. Die Übungsszenerie sah vor, eine umkämpfte Stadt namens Razish einzunehmen. Als Gegenspieler fungierten Einheiten des 11. Panzerkavallerieregiments, bekannt als Blackhorse, die den Feind in dem weitläufigen urbanen Testgelände darstellten.

Die künstliche Stadt bot mit ihren verwinkelten Straßen, Gebäuden unterschiedlicher Höhe, unterirdischen Tunneln und verborgenen Stellungen realistische Bedingungen für einen Häuserkampf. Im Zentrum des Angriffs standen dabei strategische Ziele wie das örtliche Gefängnis und ein großer Palast. Schützenpanzer vom Typ Bradley rollten auf dem Horizont vor, während Nebelkerzen eingesetzt wurden, um die Truppenbewegungen am Stadtrand zu verdecken.

Einsatz von Drohnen und unbemannten Systemen

Unbemannte Luftfahrzeuge spielten vor allem in der Aufklärungsphase eine entscheidende Rolle. Etwas mehr als eine Stunde bevor die Sturmtruppen in die Übungsstadt vordrangen,kundschafteten Drohnen der Gegenseite das Gebiet aus. Einheiten nutzten Quadcopter wie die Black Widow, um feindliche Fahrzeuge im Stadtgebiet aus der Distanz zu sichten.

Ich kann mit meinem unbemannten Luftfahrzeug aufklären, mit Feuer festsetzen und dann mit meinen Panzerabwehrwaffensystemen bekämpfen. Hauptmann Mohamed Elmaola, 4. Infanteriedivision

Sobald der eigentliche Kampf in den engen Straßen begann, veränderten sich jedoch die Einsatzprofile der Fluggeräte. Sie kamen fortan nur noch sparsam zum Einsatz, um Positionen und Bewegungen aus der Luft zu überwachen. Ein unbemanntes Bodenfahrzeug namens NOMAD war am frühen Morgen außerhalb der Stadtgrenzen getestet worden, nahm jedoch nicht direkt am Häuserkampf teil.

Die Balance zwischen Technologie und traditioneller Kriegführung

Die Armeeführung betonte, dass eine digitale Überladung des Gefechtsfeldes vermieden werden müsse. Brigadegeneral Daniel Hibner, Leiter des Army Joint Modernization Command, erklärte gegenüber der Berichterstattung, dass man das Umfeld nicht einfach mit Technik übersättigen wolle, da dies für die Soldaten zu ablenkend sei.

Das, was wir wirklich erreichen wollen, ist nicht einfach das Umfeld mit einer Fülle an Technologie zu übersättigen, weil das so ablenkend wird. Brigadegeneral Daniel Hibner, Leiter des Army Joint Modernization Command

Trotz moderner Software und Drohnen blieben klassische Fähigkeiten der Infanterie unverzichtbar. Infanteristen und die Besatzungen der Bradley-Panzer mussten eng zusammenarbeiten. Während die schwer bewaffneten Fahrzeuge weiter entfernte Ziele unter Feuer nahmen, sicherten die Soldaten zu Fuß die Gebäude.

Aus der Truppe verlautete dazu, dass man unbedingt vermeiden müsse, dass die Panzer der eigenen abgesessenen Infanterie davonlaufen, da feindliche Kräfte mit Panzerabwehrwaffen andernfalls die Fahrzeuge leicht ausschalten könnten. Entsprechend vorsichtig gestaltete sich das Vorrücken durch die Häuserblocks, während Scharfschützen und Trupps auf Dächern und in Fenstern abwechselnd Deckung und Sperrfeuer gaben.

Technik im zivilen Rekrutierungskontext

Während das Wüstenmanöver die technologische Zukunft der Truppe erprobte, präsentierten andere Einheiten die militärische Technik im Rahmen von Nachwuchskampagnen der Öffentlichkeit. So kooperierten Soldaten der Abteilung für Kampfmittelbeseitigung (EOD) des Armaments Center mit einer Rekrutierungskompanie, um auf der New Jersey State Fair in Augusta über technische Spezialisierungen zu informieren.

US-Armee testet Drohnen und Software bei Manöver in Fort Irwin
Photo: army.mil

Die landwirtschaftliche und traditionelle Veranstaltung im Sussex County, die jährlich über 200,000 Besucher anzieht, bot den EOD-Spezialisten eine Plattform, um die technische Expertise rund um das Entschärfen von Sprengkörpern vorzustellen. Diese Einbindung von Hochtechnologie-Einheiten in zivile Veranstaltungen unterstreicht, wie stark die US-Streitkräfte in verschiedenen Bereichen darauf setzen, den technologischen Wandel und die Ausbildung an modernem Gerät sowohl intern zu erproben als auch nach außen hin darzustellen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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