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Unternehmen

Untergang der Credit Suisse: Milliardenverluste und Frauendiskriminierung: Neue Enthüllungen

Finma-Chef Stefan Walter fordert im Mai 2026 mehr Kompetenzen und Personal für die Finanzmarktaufsicht. In einem Interview reagierte er auf das Credit Suisse-Debakel und betonte die Notwendigkeit, künftig früher intervenieren zu können. Zudem sprach er sich für eine Erhöhung des Eigenkapitals der UBS aus, um die Stabilität des Finanzplatzes zu sichern.

Die Schweizer Finanzmarktregulierung befindet sich in einer Phase der Neuausrichtung. Nach dem dramatischen Fall der Credit Suisse steht die Finanzmarktaufsicht (Finma) unter massivem Druck, ihre Wirksamkeit zu beweisen. Stefan Walter, der Chef der Behörde, macht nun deutlich, dass die bestehenden Instrumente nicht ausreichten, um die Katastrophe zu verhindern oder rechtzeitig abzufedern.

Stefan Walters Plan für eine gestärkte Finma

Die Kernforderung von Stefan Walter ist simpel, aber weitreichend: mehr Macht und mehr Menschen. In einem Interview mit Vaterland online machte der Aufsichtschef klar, dass die Behörde zusätzliche Kompetenzen und mehr Personal benötigt, um ihre Aufsichtspflichten in einem komplexen Marktumfeld effektiv wahrzunehmen.

Dieser Ruf nach Ressourcen ist mehr als eine administrative Bitte. Er ist ein Eingeständnis der regulatorischen Lücken. Wenn die Aufsicht nicht über genügend Kapazitäten verfügt, um Risiken in Echtzeit zu bewerten, bleibt sie ein reaktiver Beobachter statt eines proaktiven Wächters.

Die personelle Aufstockung soll es der Finma ermöglichen, tiefer in die Strukturen der beaufsichtigten Institute einzudringen. In der Finanzwelt bedeutet mehr Personal oft eine höhere Prüfungsdichte – ein Umstand, der bei den Banken bereits für Unruhe sorgt.

Frühere Interventionen nach dem CS-Debakel

Das traumatische Erlebnis des Credit Suisse-Kollapses hat die Zeitlinie der regulatorischen Eingriffe verschoben. Laut Berichten von bote.ch ist die zentrale Lehre aus diesem Debakel, dass die Aufsichtsbehörde künftig in der Lage sein muss, deutlich früher einzugreifen.

Frühere Interventionen nach dem CS-Debakel
Credit Suisse

Die Verzögerung bei den Interventionen führte im Fall der Credit Suisse zu einer Eskalation, die letztlich kaum noch kontrollierbar war. Walter erkennt an, dass das Zögern oder das Fehlen rechtlicher Handhaben den Schaden vergrößert hat.

Ein früheres Eingreifen bedeutet in der Praxis: härtere Auflagen bei ersten Anzeichen von Instabilität, schnellere Management-Wechsel und eine geringere Toleranz gegenüber riskanten Geschäftsmodellen. Die Finma will weg vom Image der Behörde, die erst handelt, wenn die Märkte bereits in Panik geraten sind.

Die Eigenkapital-Anforderungen für die UBS

Ein besonders brisanter Punkt in Walters Strategie ist die Rolle der UBS. Seit der Übernahme der Credit Suisse ist die UBS in einer systemischen Position, die nahezu beispiellos ist. Walter plädiert daher für eine Erhöhung des Eigenkapitals der Großbank.

Das Ende der Credit Suisse – Von Verantwortung, Schuld und Wut | DOK | SRF

Mehr Eigenkapital dient als Puffer gegen Verluste und reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass im Ernstfall erneut der Staat einspringen muss. Für die UBS bedeutet dies jedoch eine geringere Eigenkapitalrendite, was zwangsläufig zu Spannungen zwischen regulatorischer Sicherheit und Aktionärsinteressen führt.

Die Forderung nach mehr Kapital ist die logische Konsequenz aus der „Too Big to Fail“-Problematik. Je größer die Bank, desto massiver muss das Sicherheitsnetz sein, um das gesamte Schweizer Finanzsystem vor einem Domino-Effekt zu schützen.

Die Beziehung zu kleinen Bankinstituten

Während die Großbanken im Fokus der Systemstabilität stehen, fühlen sich kleinere Institute oft durch die Aufsicht bedrängt. Stefan Walter wehrte sich im Interview gegen den Vorwurf, seine Behörde würde kleine Banken schikanieren.

Die Beziehung zu kleinen Bankinstituten
cluster (priority): www.bote.ch

Es ist ein klassischer Balanceakt: Die Finma muss einerseits die systemrelevanten Giganten zähmen und andererseits verhindern, dass die regulatorische Last kleine Institute aus dem Markt drängt. Wenn die Aufsicht mehr Kompetenzen und Personal erhält, stellt sich die Frage, ob diese Ressourcen primär für die Überwachung der UBS genutzt werden oder ob der Druck auf die kleinen Banken paradoxerweise weiter steigt.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik den Forderungen von Walter nach mehr Macht nachgibt. Sollte dies geschehen, wird die Finma von einer beratenden Aufsicht zu einer autoritären Kontrollinstanz transformiert – ein Schritt, der die Machtverhältnisse am Finanzplatz Schweiz nachhaltig verschieben würde.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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