Mit 10 Jahren programmierte er ein Atomkraftwerk in Minecraft – heute forscht er an Wall Street
Ein Kraftwerk aus Code und Kreativität: 1.000 Zeilen für vier virtuelle Reaktoren
Maximilian Janisch war zehn Jahre alt, als er 2013 in seinen Sommerferien ein funktionsfähiges Atomkraftwerk mit vier Reaktoren und einem automatisierten Sicherheitssystem in Minecraft baute. „Das war kein Spielzeug“, sagt er heute in einem Instagram-Video. „Sonst hätte ich es nicht mit über 1.000 Zeilen selbstgeschriebenem Code umgesetzt.“
Sein virtuelles Kraftwerk war technisch durchdacht: Vier Reaktoren schalteten sich phasenweise, um Überhitzung zu vermeiden. Ein Netzwerk aus sieben Computern steuerte die Anlage, während eine grafische Oberfläche jedem Reaktor individuelle Kontrolle ermöglichte. Auf separaten Bildschirmen überwachte Janisch Temperatur und Leistung. Selbst die Brennstoffversorgung war automatisiert – Uran wurde nach Bedarf nachgeladen, verbrauchte Brennstäbe landeten in einer virtuellen Lagerbox. „Das war einfacher, die loszuwerden, als in der echten Welt“, scherzt er rückblickend.
Sein Sicherheitssystem war noch ausgefeilter: Überhitzte ein Reaktor, ertönte ein Alarm, ein rotes Licht blinkte, und alle Kerne schalteten sich automatisch ab. Ein Besuchermodus verhinderte ungewollte Eingriffe. „Ich wollte, dass alles so realistisch wie möglich funktioniert“, erklärt Janisch – auch wenn die virtuelle Lagerbox für abgebrannte Brennstäbe damals noch kein Problem darstellte.
Von der Matura mit neun Jahren zur Promotion mit 21 – ein Karrierepfad ohne Umwege
Janischs technisches Talent zeigte sich früh: Mit neun Jahren legte er die Matura ab und begann ein Forschungsprogramm an der Universität Zürich. 2025 promovierte er mit 21 Jahren – nach einer Doktorarbeit, die er bereits mit 18 Jahren aufgenommen hatte. Heute arbeitet er als Quantitativer Forscher bei Qube Research & Technologies in London. Zuvor sammelte er Erfahrung als quantitativer Trader bei Jane Street.
Sein Minecraft-Projekt von 2013, das damals für Schlagzeilen sorgte, war mehr als nur ein Hobby. Es zeigte bereits damals, wie Janisch komplexe technische Systeme versteht und umsetzt – eine Fähigkeit, die er heute in der quantitativen Finanzforschung einsetzt. „Ich habe immer versucht, Dinge zu verstehen, die andere für kompliziert halten“, sagt er. „Das Kraftwerk war nur der Anfang.“
Ein Kindheitsprojekt, das heute noch beeindruckt – warum?
Während andere Kinder in den Ferien badeten, programmierte Janisch ein virtuelles Atomkraftwerk. Kein Spiel, sondern ein frühes Beispiel für sein technisches Verständnis und seine Fähigkeit, komplexe Systeme zu modellieren. „Ich wollte sehen, ob es möglich ist – und dann habe ich es einfach gemacht“, erinnert er sich.
Sein Werdegang ist beispielhaft: Mit 22 Jahren hat er bereits eine Karriere hinter sich, die viele in Jahrzehnten nicht schaffen. Von der Matura mit neun über eine frühe Promotion bis hin zu einer Führungsposition in der quantitativen Forschung. „Es geht nicht darum, wie schnell man etwas schafft, sondern darum, was man daraus lernt“, sagt Janisch. Sein Minecraft-Kraftwerk war der erste Schritt – heute forscht er an den Märkten von morgen.
Was kommt als Nächstes? Janischs nächste Herausforderung
Janischs Karriere in der quantitativen Forschung ist noch jung, aber sein Werdegang deutet auf eine vielversprechende Zukunft hin. Ob er seine Fähigkeiten weiter in der Wissenschaft oder in der Industrie einsetzt, bleibt offen. Fest steht: Seine Geschichte zeigt, wie früh entdeckte Leidenschaften und Talente später große Erfolge ermöglichen können.
Eines ist sicher: Wer heute seine Instagram-Videos verfolgt, sieht nicht nur einen jungen Mann, der mit 10 Jahren ein Atomkraftwerk programmierte. Sondern einen Forscher, der die Finanzmärkte von morgen mitgestaltet – und dabei vielleicht noch auf viele weitere „virtuelle“ Projekte zurückblickt.
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