Die Luxusyacht Launchpad von Meta-Chef Mark Zuckerberg stand Anfang August 2026 in der Kritik, nachdem sie einen Hilferuf eines treibenden Bootes vor der Küste Alaskas ignoriert haben soll. Während ein Kreuzfahrtschiff die Insassen rettete, bestreitet ein Sprecher Zuckerbergs, dass der Ruf vorsätzlich ignoriert wurde, da die Crew auf einem anderen Funkkanal operierte.
Ein 6,4 Meter langes Kleinboot war zwischen Juneau und Petersburg in Alaska manövrierunfähig geworden, nachdem ihm der Treibstoff ausgegangen war. Die Insassen – zwei Frauen, ein Kind und ein Hund – kontaktierten gegen 21:30 Uhr die US-Küstenwache. Diese stellte fest, dass keine unmittelbare Notlage vorlag, und gab stattdessen eine allgemeine Bitte um Unterstützung (Marine Assistance Request Broadcast, MARB) an andere Schiffe in der Nähe aus.
Die Rettung durch die Wilderness Legacy
Das Kreuzfahrtschiff Wilderness Legacy, betrieben von UnCruise Adventures, reagierte auf den Aufruf. Das Schiff änderte seinen Kurs, lokalisierte das treibende Boot kurz vor 23 Uhr und schleppte es schließlich in die Farragut Bay. August sicher verankert.
Passagiere der Wilderness Legacy beobachteten den Vorfall mit Unmut. Michael Love, ein Softwareentwickler an Bord, berichtete auf der Plattform Bluesky, dass die Launchpad deutlich näher am gestrandeten Boot gewesen sei. Laut Love habe der Kapitän bekannt gegeben, dass die Yacht wiederholt nicht auf die Aufrufe reagiert habe.
„There was near-unanimous booing when the captain announced this.“
Michael Love, Passagier der Wilderness Legacy
Die Verteidigung von Brian Baker
Brian Baker, ein Sprecher für Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan, wies die Vorwürfe einer vorsätzlichen Ignoranz zurück. Er erklärte gegenüber Forbes, dass die Crew der Launchpad zu diesem Zeitpunkt auf einem anderen Funkkanal operierte und den Hilferuf erst später bemerkte. Zu diesem Zeitpunkt sei die Hilfe durch das Kreuzfahrtschiff bereits im Gange gewesen.
Zudem stellte Baker klar, dass weder Mark Zuckerberg noch seine Familie zum Zeitpunkt des Vorfalls an Bord der Yacht waren. Er fügte hinzu, dass man dankbar sei, dass alle Beteiligten in Sicherheit sind.
AIS-Daten und die Rolle der Wingman
Die Diskussion wird durch historische AIS-Daten (Automatic Identification System) befeuert, die vom YouTube-Kanal The Yacht Report analysiert wurden. Die Daten zeigen, dass die Launchpad vor der Wilderness Legacy segelte, dann jedoch in einer Schifffahrtsrinne langsam wurde und stoppte.
Sören Gehlhaus von The Yacht Report bezeichnete diesen Stopp an einer solchen Stelle als Very unusual place to stop your vessel, right in a shipping lane, you would not normally stop there
. Die Daten legen nahe, dass sowohl die Launchpad als auch das zugehörige Support-Schiff Wingman – eine 67 Meter lange Yacht im Wert von 30 Millionen Dollar – am Ort des Geschehens waren. Die Wingman sei laut Gehlhaus an dem Boot vorbeigefahren, ohne Hilfe zu leisten.
Erst als die Wilderness Legacy ihre Rettungsfahrt beendete und wieder auf Kurs ging, setzte auch die Launchpad ihre Fahrt in nordwestliche Richtung fort. Während Gehlhaus einräumt, dass dies ein Zufall sein könnte, bezeichnete er die Beobachtungen als ziemlich belastend, sollten sie die tatsächliche Ereignisfolge widerspiegeln.
Rechtliche Einordnung: Notfall versus Unterstützung
Ob die Crew der Launchpad gegen internationales Seerecht verstoßen hat, hängt von der Definition des Vorfalls ab. Das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) und der SOLAS-Vertrag verpflichten Kapitäne zur Hilfeleistung, wenn Personen in Not sind.
In diesem Fall handelte es sich jedoch nicht um einen Mayday-Notruf, sondern um eine MARB-Meldung für nicht-notfallbedingte Hilfe, wie etwa bei Treibstoffmangel. Die Website Luxury Launches merkt an, dass ein MARB allein nicht ausreicht, um eine rechtliche Hilfspflicht zu begründen, solange keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben besteht.
Kritik an der Launchpad und ökologischer Fußabdruck
Der Vorfall verstärkt die bestehende Kritik an der maritimen Lebensweise des Meta-Milliardärs. Die Launchpad, die 2024 ausgeliefert wurde und schätzungsweise 390 Millionen Dollar kostet, ist die größte jemals von Feadship gebaute Yacht.
Neben der sozialen Komponente steht die Umweltbilanz im Fokus. Berichte weisen darauf hin, dass das Schiff in einem Zeitraum von neun Monaten zwischen 2024 und 2025 mehr als 528.000 Gallonen Diesel verbrauchte. Dies entspricht laut dem Greek Reporter über 5.300 Tonnen CO2-Emissionen – einem Wert, der etwa 400 US-Haushalten in einem Jahr entspricht. Bereits 2025 protestierten Greenpeace-Aktivisten auf Spitzbergen gegen die Emissionen der Yacht in empfindlichen arktischen Ökosystemen.
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