Frankreich zieht diplomatische Konsequenzen nach der Schließung eines Kulturzentrums in Teheran. Das französische Außenministerium kündigte an, den iranischen Botschafter einzuberufen und angemessene Reaktionen zu ergreifen. Zuvor hatten iranische Behörden das mit der Botschaft verbundene Institut geschlossen und der Einrichtung illegale Aktivitäten vorgeworfen.
Schließung des französischen Sprachzentrums und diplomatischer Eklat in Teheran
Die Spannungen zwischen Paris und Teheran haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Das französische Außenministerium hat am Sonntag angekündigt, den iranischen Botschafter in Paris einzubereben und angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Auslöser ist die gewaltsame oder behördliche Schließung des Französischen Sprachzentrums in der iranischen Hauptstadt.
Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot veranlasste die Vorladung des Diplomaten persönlich, nachdem iranische Stellen die Schließung der Einrichtung vollzogen hatten. Das betroffene Institut stand nach Angaben der Behörden seit Jahren in direkter Verbindung mit der französischen Botschaft.
Iranische Vorwürfe gegen das Sprachzentrum und die Rolle der Justiz
Die iranischen Behörden begründeten das Vorgehen mit angeblichen Verstößen gegen diplomatische Konventionen. Die Teheraner Staatsanwaltschaft ließ über das Portal Mizan verlauten, dass die Einrichtung unter dem Deckmantel des Sprachunterrichts unerlaubte Aktivitäten entfaltet habe.
Basierend auf der Teheraner Staatsanwaltschaft wurde das illegale Zentrum, das mit der französischen Botschaft in Teheran verbunden ist und jahrelang unter dem Deckmantel des Sprachunterrichts operierte, geschlossen. Mizan, Nachrichtendienst der iranischen Justiz
Vorgeschichte und anhaltende Belastungen der bilateralen Beziehungen
Die Schließung des Kulturzentrums steht in einer langen Kette diplomatischer Konflikte zwischen den beiden Staaten. Das französische Außenministerium wertet den Schritt als Teil einer anhaltenden Kampagne gegen seine diplomatische und kulturelle Präsenz im Iran.

Dieser neue Angriff auf die kulturelle Präsenz Frankreichs im Iran, nach dem Angriff auf zwei Mitarbeiter der französischen Botschaft im vergangenen Juli, ist ungerechtfertigt und inakzeptabel. Pascal Confavreux, Sprecher des französischen Außenministeriums
Bereits im August hatten die Spannungen ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht, als das iranische Geheimdienstministerium die Festnahme von zwei französischen Diplomaten wegen angeblicher ausländischer Einmischung bekannt gab. Die Diplomaten wurden nach Abschluss von Sicherheitsermittlungen damals an den französischen Botschafter übergeben, bevor der diplomatische Druck nun im aktuellen Fall eskaliert.
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