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Welt

Issa Remmo besucht Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln

Die Partei distanzierte sich umgehend von dem Vorfall und betonte, es gebe weder politische noch persönliche Beziehungen zu dem bekannten Familienoberhaupt, während die Berliner CDU den Auftritt als verstörendes Signal kritisierte.

Ein unerwarteter Gast hat am Wahlabend für politischen Aufruhr in der Hauptstadt gesorgt. Issa Remmo, der als Oberhaupt der weithin bekannten Großfamilie gilt, tauchte auf einer Wahlparty des Bezirksverbands der Linken in Berlin-Neukölln auf, wie unter anderem von n-tv berichtet wurde. Nach Medienbeobachtungen vor Ort soll der 58-Jährige kurzzeitig das Siegeszeichen gezeigt und sich im Anschluss weiterbewegt haben.

Reaktionen der Partei und Distanzierung des Neuköllner Kreisverbands

Die Landes- und Bezirkspolitiker der Linken reagierten rasch auf den Vorfall und wiesen jegliche Nähe zum organisierten Kriminalitätsmilieu entschieden zurück. Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand der Neuköllner Linken erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass es sich um eine offene Veranstaltung gehandelt habe, zu der auch ungeladene Personen Zutritt besessen hätten. Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste, teilte Schulz mit und bekräftigte, dass es weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person gebe.

Auch die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp äußerte sich zu den Vorfällen und stellte klar, dass man mit organisierter Kriminalität keinerlei Berührungspunkte habe. Laut Recherchen von RTL und ntv beabsichtigte Remmo zudem, Eralps Wahlparty in Kreuzberg aufzusuchen, wurde dort jedoch am Eingang von Sicherheitskräften abgewiesen. Er hatte keine Einladung und wurde sofort raus gebeten, bestätigte Eralp gegenüber den Sendern. Eine Sprecherin der Partei räumte gegenüber der Bild-Zeitung ein, dass zu Beginn des Abends keine strengen Hintergrundkontrollen an den Türen stattgefunden hätten.

Äusserungen zu Antisemitismusvorwürfen und politische Reaktionen

Am Rande der Veranstaltung in Neukölln äußerte sich Remmo gegenüber der Berliner Morgenpost auch zu den aktuellen Antisemitismusdebatten, die im Wahlkampf um die Partei geführt worden waren. Er erklärte dabei, dass die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt, und fügte hinzu, dass er keinen judenfeindlichen Politiker wählen würde. Gleichzeitig gab er an, sich in Deutschland zum ersten Mal von einer Partei unterstützt zu fühlen.

Issa Remmo besucht Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln
Photo: n-tv.de

Der Auftritt zog umgehend scharfe Kritik aus anderen Parteien nach sich. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner von der CDU bewertete den Zwischenfall auf der Plattform X als ein verstörendes Signal und betonte, dass eine Partei, die Regierungsverantwortung anstrebe, jegliche Nähe zu Strukturen der organisierten Kriminalität unmissverständlich ausschließen müsse. Auch die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr zeigte sich irritiert und forderte eine lückenlose Aufklärung innerhalb des Linken-Landesverbands, bevor an Koalitions- oder Regierungsbildungen zu denken sei.

Hintergrund und weitere Gäste im Fokus der Öffentlichkeit

Beobachter und Organisationen wiesen zudem auf einen weiteren Gast hin, der sich im Umfeld der Veranstaltung aufgehalten hatte. Wie Recherchen der Nichtregierungsorganisation democ zeigten, befand sich auch der Aktivist Ibrahim Ibrahim auf der Party, der als Unterstützer der in Deutschland agierenden Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gilt. Dieser Umstand verstärkte die ohnehin heftig geführte politische Debatte über den Umgang der Neuköllner Linken mit palästinensischen Gruppen und extremistischen Strömungen.

Issa Remmo besucht Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln
Photo: Spiegel

Die Ermittlungsbehörden führen die Remmo-Großfamilie seit Jahren im Bereich der Clankriminalität. In der Vergangenheit gerieten Familienmitglieder unter anderem durch spektakuläre Eigentumsdelikte wie den Diebstahl der goldenen Münze aus dem Bode-Museum sowie den Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden in den Fokus der Justiz, die im Jahr 2018 im Zuge von Vermögenseinziehungen Dutzende Immobilien und Objekte vorläufig sicherstellte.

Clan-Chef bei Linken-Wahlparty in Berlin
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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