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VCS-Umfrage: Mehrheit will Mindestabstand beim Velo-Überholen

Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung befürwortet einen gesetzlichen Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen von Velofahrern. Das ergab eine im August 2026 veröffentlichte repräsentative Umfrage des VCS. Der Verkehrs-Club der Schweiz fordert deshalb klare Regeln, um die stark empfundene Unsicherheit im Strassenverkehr zu verringern. Velofahren in der Schweiz ist für viele Menschen im Alltag mit spürbarer Anspannung verbunden, vor allem wenn Kraftfahrzeuge im dichten Verkehr vorbeirauschen. Bislang schreibt der Gesetzgeber lediglich einen unbestimmten ausreichenden Abstand vor, was bei Verkehrsteilnehmern für Unmut und gefährliche Situationen sorgt. Grosse Unsicherheit auf Tempo-50-Strecken und die Forderung nach 1,5 Metern

Demoscope und Verkehrs-Club der Schweiz

Eine repräsentative Online-Umfrage mit 1009 Teilnehmern, die im August 2026 vom Meinungsforschungsinstitut Demoscope im Auftrag des Verkehrs-Club der Schweiz durchgeführt wurde, bringt Licht in das Sicherheitsgefühl auf Schweizer Strassen. Demnach halten 52 Prozent der Befragten den aktuellen Überholabstand in Städten für ein akutes Problem. Besonders stark ausgeprägt ist dieses Gefühl bei denjenigen, die regelmässig das Velo nutzen: Auf Tempo-50-Strecken fühlen sich 57 Prozent von ihnen oft unsicher, während es auf Tempo-30-Strecken immer noch 49 Prozent sind. Von den 1009 befragten Personen beantworteten 373 Personen, die regelmässig mit dem Velo unterwegs sind, die Fragen zum Sicherheitsgefühl beim Velofahren. Auswertungen von Messungen zeigen, dass der mittlere Überholabstand im Alltag bei rund 120 Zentimetern liegt. Um diesen Abstand zu vergrössern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, plädiert der Verband für feste Vorgaben. Der VCS fordert deshalb «einen gesetzlich geregelten Mindestüberholabstand von 1,5 Metern, wie er in zahlreichen europäischen Ländern bereits gilt». Neben dem Mindestabstand schlägt die Organisation auch breitere Velostreifen als Lösung vor. Unfallzahlen des Bundesamts für Statistik belegen das Risiko

Bundesamt für Statistik BfS

Die gefühlte Unsicherheit spiegelt sich auch in den amtlichen Statistiken wider. Nach einer Auswertung von Daten des Bundesamts für Statistik BfS wurden im Jahr 2025 insgesamt 163 Überholunfälle zwischen Autos und Velos oder E-Bikes registriert, bei denen die Person am Steuer des Autos als Hauptverursacher galt. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es noch 132 Fälle. Allein im Jahr 2025 endeten 146 dieser registrierten Kollisionen mit Personenschaden, was die Dringlichkeit von präventiven Massnahmen unterstreicht. Die Debatte erhält zusätzliche Relevanz durch die breite Unterstützung in der Bevölkerung. Insgesamt befürworten 57 Prozent der Umfrageteilnehmer eine gesetzliche Verankerung des 1,5-Meter-Abstands. Unter den regelmässigen Velofahrenden klettert dieser Wert auf 72 Prozent. Bemerkenswert ist laut VCS zudem, dass gut die Hälfte beziehungsweise «selbst unter Autofahrerinnen und Autofahrern findet der Mindestüberholabstand eine Mehrheit» – sich also ebenfalls hinter diese Forderung stellt. Kritik an der aktuellen Rechtslage und die Position des VCS

Mehrheit will Mindestabstand beim Velo-Überholen
Photo: Blick

Edward Weber und Verkehrs-Club der Schweiz

Fachleute kritisieren die geltenden Bestimmungen als zu vage für den modernen Strassenverkehr. Heute gibt es keine Regeln beim Überholen von Velos, und die heutige Regel, welche bloss einen «ausreichenden Abstand» und Rücksicht vorschreibt, ist viel zu unklar, erklärte Edward Weber, Projektleiter beim Verkehrs-Club der Schweiz, in einer Verbandsmitteilung. Unter diesem Motto steht eine Kampagne, mit der der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Thüringen, die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Thüringen (AGFK-TH), der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Elbe – Saale, die Landesverkehrswacht Thüringen (LVW) und weitere Partner den Mindestabstand beim Überholen von Radfahrenden mit vielfältigen Aktionen ins Bewusstsein rücken. Das äußerst unangenehme Gefühl, zu dicht überholt zu werden, kennen wohl die meisten Radfahrenden, und die Kampagne wird finanziell unterstützt durch das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) und die Unfallkasse Thüringen (UKT).

VCS-Umfrage: Mehrheit will Mindestabstand beim Velo-Überholen
Photo: 20min.ch
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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