Spieler von Destiny 2 entdeckten am 3. Juli 2026 ein extrem leistungsstarkes Rüstungsset des Iron Banner, kurz bevor das Spiel endgültig eingestellt wird. Das Set ermöglicht nahezu unendliche Super-Fähigkeiten in PvE-Inhalten. Während Bungie letzte Hotfixes plant, bleiben viele Balance-Probleme aufgrund massiver Entlassungen dauerhaft im Spiel bestehen.
Die Mechanik des Iron Banner Battalion-Sets
Kurz vor dem Ende des aktiven Supports haben Nutzer eine Kombination aus Ausrüstung gefunden, die in einer normalen Entwicklungsphase vermutlich sofort abgeschwächt worden wäre. Wie Forbes berichtete, ermöglicht das neue vierteilige Iron Banner Battalion-Set eine massive Rückerstattung von Super-Energie bei finalen Treffern, während die Super-Fähigkeit aktiv ist.
In der PvE-Umgebung führt dies zu Interaktionen, die das Spielgleichgewicht faktisch aufheben. Die Super-Fähigkeit ist in Destiny 2 die mächtigste Ressource eines Spielers und erfordert normalerweise eine beträchtliche Zeit oder das Sammeln von Orbs der Macht zur Aufladung. Wenn ein Set diese Energie bei jedem Kill zurückgibt, wird die notwendige Downtime eliminiert. Bereits sechs Kills können bei Spielern mit mindestens 100 Super etwa 33 Prozent der Energie zurückgeben.
- Shards of Galanor: Die Kombination ermöglicht eine Rückerstattung von insgesamt 83 Prozent pro Einsatz.
- Gathering Storm und Raiju’s Harness: Bei Nahkampfkills werden zwischen 80 und 100 Prozent der Energie zurückgewonnen.
- Nova Bomb und Skull of Ahamkara (Warlock): Eine vollständige Rückerstattung ist möglich, sofern eine Nova detoniert und die zweite Gegner tötet.
Besonders bemerkenswert ist die Interaktion mit dem exotischen Helm Astrocyte Verse. Hier werden Dark Blink Seekers als Super-Kills gewertet, was eine Regeneration von etwa 66 Prozent der Energie ermöglicht, ohne dass die eigentliche Super-Fähigkeit eingesetzt werden muss. Dies ist derzeit die einzige bekannte Methode, die außerhalb der aktiven Super-Phase funktioniert. Da exotische Rüstungsteile in Destiny 2 oft die grundlegende Funktionsweise einer Klasse verändern, verstärkt dieser Helm den Effekt des Battalion-Sets massiv.
Dauerhafte Deaktivierung von Dungeon-Rüstungen im PvP
Während im PvE-Bereich derzeit eine Phase der Unkontrollierbarkeit herrscht, musste Bungie im kompetitiven Bereich drastische Maßnahmen ergreifen. Da die Zeit und das Personal für umfassende Tests fehlen, werden zwei Rüstungs-Set-Boni für Dungeons im PvP dauerhaft deaktiviert. Grund dafür ist eine zu schnelle Regeneration von Gesundheit und Super-Energie, die Kämpfe in den Trials oder 1v1-Duellen einseitig dominierte.

In Destiny 2 bieten Dungeon-Sets spezifische Boni, wenn mehrere Teile derselben Ausrüstung getragen werden. Diese Boni sind im PvE oft essenziell für das Überleben in hochstufigen Aktivitäten, führen im PvP jedoch zu einer Übermacht, wenn sie die Regenerationsraten über das normale Maß hinaus steigern. Betroffen ist zum einen das Grasp of Avarice-Set mit dem Bonus Overflowing Coffers. Das Forbes-Reporting und offizielle Mitteilungen erläutern die Mechanik wie folgt:
„Während Sie Stapel von Untold Greed besitzen, liefern Orbs der Macht und elementare Aufsammlungen mehr ihrer jeweiligen Energie, und Strand-Tangles verursachen erhöhten Schaden.
Destiny 2 Team, via X
Zum anderen wird der Bonus Bittersweet des Duality-Sets entfernt.
Das Set-Bonus wird dauerhaft deaktiviert, um Balance im kompetitiven Spiel zu gewährleisten.
Bungie
Diese Boni bleiben im PvE aktiv, da die Entwickler die Modi technisch trennen können. Eine Balance-Anpassung für den PvP-Modus wird jedoch nicht mehr erfolgen, was bedeutet, dass diese spezifischen Synergien in kompetitiven Modi wie den Trials of Osiris dauerhaft verloren gehen.
Der finale Hotfix und das Ende des Service
Die aktuelle Situation ist das Ergebnis massiver Personalreduzierungen. Nach der Ankündigung des End-of-Service wurde fast das gesamte Destiny 2 Team entlassen. Die verbleibenden Mitarbeiter versuchen nun, eine letzte Reihe kritischer Fehlerbehebungen zu veröffentlichen. Laut OpenCritic war dieser finale Patch ursprünglich für den 30. Juni geplant, verzögerte sich jedoch aufgrund der Entlassungswelle.
Der letzte Hotfix wird voraussichtlich am Dienstag, den 7. Juli, erscheinen – einem Datum, das traditionell als Bungie Day gefeiert wird. Der Bungie Day markiert normalerweise den Jahrestag der Studio-Gründung und ist oft mit besonderen In-Game-Events und Ankündigungen verbunden. In diesem Jahr markiert er jedoch das Ende jeder Form der aktiven Unterstützung.

Das letzte große Update, Monument of Triumph, hatte zwar zahlreiche neue Inhalte in die Patrouillen-Destinationen und bestehende Aktivitäten gebracht und das Spiel in einen Zustand versetzt, der als einer der gesündesten in der Historie des Titels gilt, konnte aber die Einstellung nicht verhindern. Monument of Triumph zielte darauf ab, die Spielwelt für die Zeit nach dem aktiven Support zu stabilisieren, indem es Belohnungsstrukturen und Aktivitäten in den offenen Welten optimierte.
Was bleibt, ist ein Zustand, den intern als „Wartungsmodus“ bezeichnet wird. In der Realität bedeutet dies jedoch eine fast vollständige Abwesenheit von Wartungsarbeiten. Im Gegensatz zum früheren „Sunsetten“ von Inhalten, bei dem Gegenstände gezielt abgeschwächt wurden, um neue Meta-Builds zu erzwingen, gibt es nun keine aktive Steuerung mehr. Die Server bleiben zwar online, aber zentrale Elemente wie Xur, die Trials und das Iron Banner laufen nun über automatisierte Rotationen ohne menschliche Aufsicht.
Strategische Implikationen und die Rolle von Sony
Das Ende von Destiny 2 wirft Fragen über die Strategie von Sony und die Zukunft von Live-Service-Games auf. Sony, das Bungie im Jahr 2022 übernahm, verfolgte das Ziel, die Expertise des Studios im Bereich der Live-Service-Modelle zu nutzen, um andere First-Party-Projekte zu unterstützen. Sony veröffentlichte im Zuge der Entlassungen eine Erklärung zu Bungie und dem Projekt Marathon, dem neuen Extraktions-Shooter des Studios.
Eine anschließende Bekundung von Sony über das generelle Interesse an Live-Service-Modellen stieß bei der Community auf Ablehnung, insbesondere vor dem Hintergrund des Todes von Destiny 2 und mehrerer Studioschließungen. Die Community sieht darin einen Widerspruch zwischen dem Wunsch nach profitablen Live-Service-Titeln und der abrupten Aufgabe eines etablierten Franchise.
Für die Spieler bedeutet dies eine paradoxe Situation: Das Spiel ist inhaltlich auf einem Höhepunkt, wird aber gleichzeitig technisch aufgegeben. Da keine Ressourcen mehr für das Balancing vorhanden sind, wird die Entdeckung übermächtiger Builds wie des Iron Banner Sets vermutlich nicht mehr korrigiert. Wer diese Kombinationen findet, kann sie dauerhaft nutzen, da Bungie keine Fehler mehr behebt, die nicht unmittelbar den Spielbetrieb gefährden.
Die Situation verdeutlicht die Fragilität moderner Live-Service-Titel. Trotz eines erfolgreichen finalen Updates und einer stabilen Spielerbasis führte die strategische Neuausrichtung des Mutterkonzerns zum abrupten Ende eines fast neun Jahre alten Franchise.
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