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Nachrichten

Ukrainische Drohnen angreifen militärische Einrichtungen und Öldepots in St. Petersburg

Ukrainische Drohnen griffen am Samstag, den 6. Juni 2026, militärische Einrichtungen und Öldepots nahe St. Petersburg an, während das internationale Wirtschaftsforum die Stadt prägte. Laut russischen Behörden wurden im Gebiet Leningrad 141 Drohnen abgefangen, wobei Brände ausbrachen und der Flughafen Pulkowo zeitweise den Betrieb einstellen musste.

Drohnenangriffe während des Wirtschaftsforums in St. Petersburg

Drohnenangriffe während des Wirtschaftsforums in St. Petersburg
Photo: Ntv
Die Stadt St. Petersburg, das wirtschaftliche Herz Russlands, wurde am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums zum Ziel einer massiven Luftattacke. Während hochrangige Wirtschaftsvertreter zusammenkamen, wurde die Metropole von einer Flut ukrainischer Drohnen überzogen. Laut Alexander Beglow, dem Gouverneur von St. Petersburg, wurden im Stadtgebiet drei Menschen leicht verletzt. Die Angriffe führten zu erheblichen Störungen im zivilen Leben. So kam es am frühen Samstagmorgen am internationalen Flughafen Pulkowo wegen der drohenden Gefahr durch die Drohnen zu zeitweisen Aussetzungen von Starts und Landungen. Besonders dramatisch zeigten sich die Auswirkungen in der historischen Altstadt. Wie Spiegel berichtete, bildeten sich bereits am Mittwoch nach einem Angriff auf eine Ölraffinerie massive schwarze Rauchwolken über dem UNESCO-Weltkulturerbe. Die Bewohner wurden per Telegram angewiesen, in ihren Wohnungen zu bleiben, da zudem mit Unterbrechungen des mobilen Internets zu rechnen sei. In der angrenzenden Region Leningrad war die Lage ebenso angespannt. Gouverneur Alexander Drosdenko teilte mit, dass die Luftabwehr in der Nacht mehr als 140 Drohnen abgewehrt habe. Durch die herabstürzenden Trümmerteile kam es zu Schäden an Gebäudefassaden und Fenstern, zudem brach in der Nähe eines Militärobjekts ein Feuer aus.

Massive Abwehrschlacht über 20 russische Regionen

Massive Abwehrschlacht über 20 russische Regionen
Photo: tagesschau.de
Die Angriffe beschränkten sich nicht auf die Region um St. Petersburg. Russland sah sich mit einer koordinierten Welle konfrontiert, die das gesamte Land unter Druck setzte. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagenturen Tass und Interfax, die sich auf das Verteidigungsministerium beriefen, wurden innerhalb von nur 24 Stunden insgesamt 911 Drohnen und 13 Lenkbomben abgeschossen. Allein in der vergangenen Nacht wurden 376 Drohnen abgefangen. Die Angriffe betrafen knapp 20 Regionen, darunter Moskau, Kursk, Brjansk, Belgorod, Rostow, Rjasan, Tula sowie die annektierte Halbinsel Krim. Diese schiere Masse an Angriffen verdeutlicht die neue Dimension der ukrainischen Strategie. Während die russische Seite die Effektivität ihrer Abwehr betont, zeigt die geografische Ausdehnung der Angriffe, dass die ukrainischen Kräfte in der Lage sind, die russische Verteidigung über weite Distanzen und über mehrere strategische Zentren hinweg gleichzeitig zu fordern. Tagesschau berichtete über die weitreichenden Auswirkungen dieser Drohnenwelle auf die russische Infrastruktur.

Zerstörung von Öldepots und Militärbasen

Militärexperte über ukrainische Drohnenangriffe| ZDFheute live
Ein zentrales Ziel der ukrainischen Operationen scheint die Schwächung der russischen Kriegsökonomie zu sein. Die Angriffe auf die Öl- und Militärinfrastruktur sind kein Zufall, sondern ein gezielter Schlag gegen die logistische Basis des Kremls. Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe gegen ein Öllager in Krasnodar sowie die Militärbasis in St. Petersburg. Er nutzte die Plattform X, um eine klare Botschaft an den Kreml zu senden. „Russland muss seinen Krieg beenden und seine Angriffe auf das Leben stoppen.“Selenskyj, via X, wie Blick meldete Zusätzlich zu den Ölfeldern geriet auch die russische Marine ins Visier. Bereits am Mittwoch wurde ein russisches Kriegsschiff im Ostseehafen von Kronstadt, unweit von St. Petersburg, schwer beschädigt. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Ursachen unklar bleiben oder von russischer Seite anders interpretiert werden. In der Antipinski-Raffinerie in der Region Tjumen, Russlands größter privater Ölverarbeitungsanlage, brach ebenfalls ein Feuer aus. Während unabhängige Beobachter auf einen Drohnenangriff hindeuteten, gaben lokale Behörden über Telegram an, dass die Ursache in Verfahrensverstößen an einer Reinigungsanlage liege.

NATO-Hilfspakete und die Situation am AKW Saporischschja

NATO-Hilfspakete und die Situation am AKW Saporischschja
Während die Drohnenschlachten die unmittelbare militärische Lage bestimmen, formieren sich auf politischer Ebene die nächsten großen Unterstützungsschritte für die Ukraine. Laut Berichten von N-TV erwägen die NATO-Staaten ein neues Militärhilfspaket in Höhe von 70 Milliarden Euro. Dieses Paket soll voraussichtlich während des nächsten NATO-Gipfeltreffens in Ankara vorgestellt werden. Ein zentraler Aspekt des Vorschlags ist ein neuer Mechanismus, der die Transparenz bei der Finanzierung der Ukraine erhöhen soll, um die Lastenverteilung zwischen den Mitgliedstaaten gerechter zu gestalten. Parallel dazu bleibt die Sicherheit der zivilen Infrastruktur in den besetzten Gebieten ein kritisches Thema. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) meldete, dass die externe Stromversorgung des Kernkraftwerks Saporischschja nach einem 15-stündigen Ausfall wiederhergestellt wurde. Dies war der 18. Ausfall der externen Stromversorgung während des laufenden Krieges. Die Tatsache, dass das Kraftwerk über einen so langen Zeitraum auf Notstromaggregate angewiesen war, um die sechs abgeschalteten Reaktoren zu kühlen, unterstreicht die anhaltende Instabilität der Lage in der Region. Die Frontlinie bleibt derweil unter massivem Druck. In der Region Dnipropetrowsk meldete die regionale Militärverwaltung, dass die russische Armee innerhalb von 24 Stunden mehr als 40 Mal mit Drohnen und Artillerie angriff, wobei sechs Menschen, darunter ein Kind, verletzt wurden. Die Kombination aus ukrainischen Gegenoffensiven gegen die russische Infrastruktur und den massiven russischen Angriffen auf ukrainische Städte zeichnet das Bild eines Konflikts, der sich in eine Phase extrem hoher Intensität auf beiden Seiten hineinbewegt.
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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