Die USA haben am 6. Juni 2026 Visa für die Spieler der iranischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft erteilt, während Teheran der US-Regierung vorwirft, einem Großteil des Betreuungsstabs die Einreise zu verweigern. Der Streit eskaliert kurz vor dem Turnierstart am 11. Juni, wobei Washington Verbindungen zu den Revolutionsgarden als Ausschlussgrund nennt.
Visa-Streit und die Rolle der Revolutionsgarden
Die diplomatische Spannung zwischen Washington und Teheran hat eine neue Bühne gefunden: den Rasen der Weltmeisterschaft 2026. Während US-Beamte am Freitag bestätigten, dass Visa für die Spieler und das notwendige Unterstützungspersonal ausgestellt wurden, zeichnet die iranische Botschaft in der Türkei ein völlig anderes Bild. Teheran wirft den USA eine „politisch voreingenommene Einmischung in den Sport“ vor. Laut der Botschaft wurde einem großen Teil des Management- und Exekutivstabs sowie technischen Beratern die Einreise verweigert. Die iranische Seite bezeichnet die US-Ankündigungen als reine „ Schönfärberei“.Iranische Botschaft in der Türkei, via XDer Kern des Konflikts ist sicherheitspolitischer Natur. US-Außenminister Marco Rubio machte gegenüber Abgeordneten deutlich, dass Personen mit Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) – einem mächtigen Zweig der iranischen Streitkräfte, der auf der US-Terrorliste steht – keinen Zugang zum Land erhalten. Dies betrifft insbesondere die Funktionäre. So berichten Medien in der Diaspora, dass der Chef des iranischen Fußballverbandes, Mehdi Taj, ein ehemaliges Mitglied der Revolutionsgarden ist und daher vermutlich kein Visum erhielt. Washington rechtfertigt diese harte Linie mit dem Ziel, zu verhindern, dass das Visumsystem missbraucht wird, um Terroristen unter falschen Vorwänden in die Vereinigten Staaten einzuschleusen.
Logistik-Chaos: Die Flucht nach Tijuana

- Mehdi Kharati (Exekutivdirektor)
- Hedayat Mombini (Generalsekretär des Fußballverbandes)
- Mohsen Motamedkia (Medienleiter)
Der Spielplan von Team Melli in den USA

| Datum | Gegner | Ort |
|---|---|---|
| 15. Juni | Neuseeland | Los Angeles |
| 21. Juni | Belgien | Los Angeles |
| 26. Juni | Ägypten | Seattle |
Sport im Schatten eines ungelösten Krieges

Iranischer FußballverbandDie Analyse der Situation zeigt ein klares Muster: Die USA versuchen, eine Grenze zwischen den „unpolitischen“ Athleten und den „politischen“ Funktionären zu ziehen. Da jedoch im Iran die Grenze zwischen Sportverwaltung und staatlichen Sicherheitsorganen wie den Revolutionsgarden fließend ist, bleibt dieser Kompromiss instabil. Teheran hat die FIFA bereits aufgefordert, einzugreifen und die USA für die Verletzung von Verbandsregeln zur Rechenschaft zu ziehen. Ob die FIFA in diesen hochpolitischen Konflikt eingreift, bleibt ungewiss, doch die Entscheidung der USA, die administrative Führung des Teams auszuschließen, schwächt die organisatorische Struktur der Mannschaft unmittelbar vor dem Anpfiff.