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Welt

Trump wirbt laut Bericht bei Russland und China für Orbán als UN-Chef

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump lotet hinter den Kulissen einen überraschenden Personalvorschlag für die Vereinten Nationen aus.

Im Hauptquartier der Vereinten Nationen stockt die Suche nach einer neuen Führung, während der bisherige Amtsinhaber António Guterres seine zweite fünfjährige Amtszeit turnusgemäß am 31. Dezember dieses Jahres beendet.

Das Kalkül der US-Regierung hinter Viktor Orbán

Ein Beamter des US-Außenministeriums bezeichnete Orbán in Berichten als Traumkandidaten der MAGA-Konservativen. Amerikanische Regierungsvertreter haben den ungarischen Politiker zu einer Kandidatur ermutigt.

Seine restriktive Zuwanderungspolitik, der harte Kurs gegen liberale Nichtregierungsorganisationen sowie der Umbau von Justiz und Medien in Ungarn gelten im Umfeld von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance seit Jahren als politisches Vorbild. Die Ideen und das Konzept der illiberalen Demokratie machten ihn im Trump-Umfeld zum Vordenker der MAGA-Bewegung.

In internen Gesprächen hatten US-Diplomaten zunächst nach jemandem wie Orbán gesucht, bevor die Idee reifte, den Namen des langjährigen ungarischen Regierungschefs direkt zu platzieren. Orbán war von 1998 bis 2002 sowie von 2010 bis zu seiner Abwahl im April 2026 durch Péter Magyar von der Tisza-Partei im Amt, nachdem er zuvor 16 Jahre lang ununterbrochen an der Spitze gestanden hatte.

Trump wirbt laut Bericht bei Russland und China für Orbán als UN-Chef
Foto: Berliner Morgenpost

Sondierungen mit Moskau und China zur Unterstützung

Der Vorstoß stützt sich nach Angaben aus drei Ländern auf Vorgespräche mit Russland und China. Aus früheren Kontakten leitet Washington die Erwartung ab, dass beide Großmächte den ungarischen Ex-Premier mittragen würden.

Dennoch wies er darauf hin, dass ein Land nicht zwangsläufig einen eigenen Staatsbürger nominieren müsse und theoretisch auch ein lateinamerikanischer oder karibischer Staat Orbán vorschlagen könnte, sofern sich ein entsprechender Einreicher finde.

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Weder Russland noch die Vereinigten Staaten noch China werden Orbán nominieren, da wir ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sind und niemanden für das Amt des UN-Generalsekretärs nominieren.

Alexander Alimov, Russlands diplomatischer Vertreter

Hürden im Sicherheitsrat und europäische Positionen

Orbán hat sich nach Angaben aus seinem Umfeld aufgeschlossen gezeigt, will jedoch nur antreten, wenn ein Erfolg realistisch ist. Der Berichterstattung zufolge könnte eine offizielle Ankündigung erst nach den Midterms beziehungsweise den US-Zwischenwahlen erfolgen, wobei Donald Trump und Vizepräsident JD Vance ihre Unterstützung bereits signalisiert haben.

Enthaltungen wären im Sicherheitsrat zulässig, doch Frankreich hat zu Orbáns möglicher Bewerbung bislang keine öffentliche Position bezogen.

Ob Paris oder London von ihrem Vetorecht Gebrauch machen würden, ist völlig offen. Beide Regierungen könnten durch Orbáns langjährige Nähe zum Kreml und seine jahrelangen Konflikte innerhalb der EU in Erklärungsnot geraten. In dem stark umkämpften Feld, zu dem neben weiteren Persönlichkeiten wie der costa-ricanischen Diplomatin und UNCTAD-Generalsekretärin Rebeca Grynspan, dem argentinischen IAEA-Chef Rafael Grossi, der früheren ecuadorianischen Außenministerin María Fernanda Espinosa Garcés, Guyanas UN-Botschafterin Carolyn Rodrigues-Birkett sowie der erst kürzlich nominierten Diplomatin Lana Nusseibeh aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auch andere Namen zählen, bleibt die Lage verfahren.

Trump wirbt laut Bericht bei Russland und China für Orbán als UN-Chef
Foto: blue News

Ob aus dem diplomatischen Testballon eine offizielle Bewerbung wird, hängt von zahlreichen Bedingungen ab.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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