„The Claw“: Ein Käfigkampf im Garten des Weißen Hauses
Für die Feierlichkeiten am Sonntag wurde der Südrasen des Weißen Hauses in eine provisorische Arena verwandelt. Das Zentrum bildete ein Oktagon, über dem ein etwa 90 Fuß hoher, raumschiffähnlicher Metallbogen namens „The Claw“ thronte, der mit Beleuchtung, Soundanlagen und riesigen Bildschirmen ausgestattet war. Mehr als 4.000 Zuschauer verfolgten die Kämpfe vor Ort, während Tausende weitere die Action auf Leinwänden auf dem nahegelegenen Ellipse-Platz beobachteten.
Der UFC-Chef Dana White bezeichnete das Ereignis während einer Hype-Session am Lincoln Memorial als ein „einzigartiges Ereignis“. Das Programm sah sieben Kämpfe vor, die bis nach Mitternacht dauerten. Die Logistik hinter dem Event war so umfassend, dass sogar der G7-Gipfel der industrialisierten Nationen verschoben wurde, damit Trump an seiner eigenen Party teilnehmen konnte, bevor er direkt nach Frankreich weiterflog.
Ein Wetterumschwung sorgte jedoch für Verzögerungen. Laut Berichten der BBC führte eine Kombination aus einer Luftfeuchtigkeit von über 70 %, Temperaturen um 27 Grad Celsius und starken Windböen dazu, dass der Beginn der Kämpfe um eine Stunde verschoben werden musste. Dana White reagierte genervt auf die Wettervorhersagen und erklärte, er sei es leid, über das Wetter zu hören, räumte aber ein, künftige UFC-Events lieber in geschlossenen Arenen auszurichten.
Kontrast der Oktogenare: Trump gegen Biden

Trump ist erst der zweite Präsident der US-Geschichte, der das 80. Lebensjahr im Amt erreicht. Die Art und Weise, wie er diesen Meilenstein markierte, steht in scharfem Kontrast zu seinem Vorgänger. Als Joe Biden im November 2022 80 Jahre alt wurde, feierte er diesen Tag mit einem privaten Familienbrunch im Weißen Haus.
Trump selbst zeigte sich gegenüber seinem Alter ambivalent. In einem Gespräch mit Dr. Mehmet Oz, dem Administrator der Centers for Medicare & Medicaid Services, im Oval Office, gab er zu, dass er nicht glücklich über diesen Geburtstag sei.
„Du musst mir nicht zum Geburtstag gratulieren, denn ich bin nicht glücklich über diesen Geburtstag, den ich nun habe. Das ist eine Zahl, über die ich nie wirklich viel nachgedacht habe. Es ist keine Zahl, die ich mag, aber ich bin trotzdem hier.“
Dr. Mehmet Oz, via USA Today
Trotz dieser Worte inszenierte die Administration das Event als Akt der nationalen Stärke. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Allison Schuster, bezeichnete den Abend als einen der unterhaltsamsten in der amerikanischen Geschichte und betonte, dass die Durchführung dieses Spektakels am Flag Day während des Semiquincentennial-Jubiläums des Landes ein „passender Tribut“ sei.
Zwischen Friedensdeal und Beirut-Schlägen
Während die Vorbereitungen für die Kämpfe liefen, stand Trump unter massivem geopolitischem Druck. Der Präsident versuchte, einen kostspieligen Krieg im Iran zu beenden, den er selbst mitinitiiert hatte. USA Today berichtet, dass Trump und iranische Beamte am Sonntag schließlich die Erreichung einer Einigung bekannt gaben, wobei eine offizielle Unterzeichnungszeremonie für später in der Woche geplant ist.
Dieser diplomatische Erfolg wurde jedoch durch eine Eskalation im Libanon überschattet. Neue israelische Militärschläge in Beirut, die als Reaktion auf Projektile der Hisbollah erfolgten, drohten den mühsam ausgehandelten Frieden mit Teheran zu gefährden. Trump verurteilte die Schläge über soziale Medien und warnte: „Dies könnte der Beginn eines langen und schönen Friedens sein – lasst uns ihn nicht vermasseln!“
Die diplomatischen Spannungen zeigten sich auch in Telefonaten an seinem Geburtstag. Sowohl der russische Präsident Wladimir Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyy sprachen mit Trump, was an die bisher erfolglosen Versuche des Präsidenten erinnerte, den Ukraine-Krieg zu beenden.
Gesundheitliche Fragen und die Rolle von Capt. Sean Barbabella

Parallel zum UFC-Event rückte Trumps körperliche Verfassung erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. Beobachter berichteten von Blutergüssen an seinen Händen, Schwellungen in den Beinen und Momenten während öffentlicher Auftritte, in denen er die Augen schloss und dadurch schlafend wirkte.
Das Weiße Haus weist diese Bedenken entschieden zurück. Capt. Sean Barbabella, der Leibarzt des Weißen Hauses, bestätigte in der Zusammenfassung der körperlichen Untersuchung vom Vormonat die volle Einsatzfähigkeit des Präsidenten.
„Seine Ausdauer, sein Fokus und seine Stärke sind außergewöhnlich und täglich sichtbar. Behauptungen im Gegenteil sind reine Fiktion.“
Capt. Sean Barbabella, Leibarzt des Weißen Hauses
Trump selbst bestritt jede Form von altersbedingtem Verfall. Am 4. Mai erklärte er bei einer Veranstaltung im Weißen Haus: „Ich fühle mich genauso wie vor 50 Jahren. Ich bin kein Senior. Ich bin viel jünger als ein Senior.“
Symbolik und politische Realitäten
Das UFC-Event war Teil einer größeren Strategie, Trump mit dem Image von „echten Kriegern“ zu verknüpfen. Bereits im Mai hatte er UFC-Kämpfer im Oval Office empfangen und den Meisterschaftsgürtel auf seinem Schreibtisch präsentiert. Diese Inszenierung dient als Gegenpol zu den rechtlichen und politischen Rückschlägen seiner Amtszeit.
Ein deutliches Zeichen für diesen Konflikt war die Situation am Kennedy Center, nur etwa eine Meile vom birthday-bash entfernt. Dort entfernten Arbeiter den Namen des Präsidenten vom Gebäude, nachdem ein Richter entschieden hatte, dass die Benennung des Zentrums nach Trump zu weit gegangen sei.
Trotz dieser symbolischen Niederlage stützt sich die Administration auf die Erfolge der ersten Amtszeit, um die Legitimität der aktuellen Führung zu untermauern. Laut Unterlagen des Weißen Hauses zählt Trump unter anderem die Ablösung von NAFTA durch das USMCA-Abkommen sowie Investitionen in Höhe von 2 Billionen US-Dollar zum Wiederaufbau des Militärs zu seinen Errungenschaften.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob der angekündigte Friedensdeal mit dem Iran Bestand hat oder ob die regionale Instabilität im Nahen Osten die spektakuläre Inszenierung des 80. Geburtstags im Rückspiegel verschwinden lässt.
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