US-Präsident Donald Trump hat bei einem Wahlkampfauftritt in Georgia erklärt, er habe Google vorgeschlagen, den Atlantik oder Pazifik in Trump Ozean umzutaufen. Der Internetkonzern soll den Vorstoß strikt abgelehnt und entgegnet haben, dass Ozeane sich über viele Länder erstrecken. Zuvor hatte die US-Regierung bereits den Golf von Mexiko und den Ontariosee umbenannt.
Donald Trumps Vorstoß für einen Trump Ozean und Googles scharfe Absage
Der Vorschlag sorgte bei einer Kundgebung am Dalton Municipal Airport für Begeisterung unter den Anhängern des US-Präsidenten. Donald Trump berichtete dort von einem angeblichen Gespräch mit Vertretern des Internetriesen Google. Er habe dem Konzern eine Karte mit der Aufschrift Trump Ocean
geschickt und angeregt, entweder den Atlantik oder den Pazifik offiziell umzubenennen, wie n-tv berichtete.
Die Reaktion des Technologiekonzerns fiel nach Trumps Schilderung unmissverständlich aus. Die Verantwortlichen hätten den Vorschlag sofort gestoppt und klargestellt, dass ein solcher Schritt nicht umsetzbar sei.
Sir, schauen Sie, okay, das hier können wir nicht machen. Ozeane sind anders. Ozeane bedecken viele, viele Länder. Wir können es nicht machen.
Google-Vertreter, via OE24
Zuvor hätten sich die Gesprächspartner zudem empört darüber geäußert, dass der Name zur Diskussion stand, was Trump vor dem Publikum in Georgia mit den Worten wiedergab: Jetzt reicht’s. Jetzt ist Schluss. Wir machen das nicht mehr mit.
Wie Frankfurter Rundschau anmerkte, blieb zunächst unklar, ob sich der Austausch mit dem Unternehmen tatsächlich genau so zugetragen hat, da von Google selbst keine offizielle Stellungnahme vorlag.

Der 80-jährige US-Präsident scherzte vor seinen Anhängern in Dalton über dieses Vorhaben, nachdem er bereits andere Gewässer mit neuen Bezeichnungen versehen hatte. Auf einer früheren Kundgebung im US-Bundesstaat Tennessee in Clarksville hatte Trump die Idee ins Spiel gebracht und erklärt, dass es vor seinem Ausscheiden aus dem Amt an der Zeit für einen Ozean sei. Dabei nannte er neben dem „Trump Ozean“ auch die Variante „Ocean of the Americas“ beziehungsweise „Ozean der Amerikas“. Den Hudson River und den Mississippi schloss er bei diesen Überlegungen hingegen ausdrücklich aus, während er bezüglich des Bundesstaates New Mexico im September anregte, diesen in „New Americaumzubenennen, wobei er später betonte, eine solche Änderung nicht selbst voranzutreiben.
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Die Serie umstrittener Namensänderungen von Mexiko bis Kanada
Die Idee reiht sich in eine Reihe früherer Vorstöße ein, mit denen die US-Regierung geografische Bezeichnungen im In- und Ausland neu definieren wollte. Bereits im Januar 2025 unterzeichnete Trump ein Präsidialerlass, der den Golf von Mexiko für US-Behörden offiziell in den Golf von Amerika verwandelte. Im August 2026 folgte im Zuge von Handels- und Zollspannungen mit der kanadischen Führung der Ontariosee, den die Regierung fortan als Amerikasee bezeichnen ließ, wie Heute berichtete.
Der kanadische Premierminister Mark Carney wies den Schritt entschieden zurück und verwies darauf, dass der aus der indigenen Wendat-Sprache stammende Name Lake Ontario über 400 Jahre alt und damit älter als beide Nationalstaaten sei. Neben diesen Schritten ging die Symbolpolitik der Regierung noch weiter: Im Januar 2025 wurde der höchste Gipfel Nordamerikas, der Denali in Alaska, per Rückbenennung wieder in „Mount McKinley“ getauft, womit die Würdigung des indigenen Namens durch die Regierung von Barack Obama aufgehoben wurde. Darüber hinaus forderte Trump wiederholt den Kauf Grönlands und taufte das US-Verteidigungsministerium symbolisch in „Kriegsministerium“ um.””
Während Google Maps diese Anpassungen für Nutzer innerhalb der Vereinigten Staaten umgehend übernahm, stellt sich die Situation international anders dar. Da sich keine andere Nation den Änderungen anschloss, führt Google Maps die Gewässer in Deutschland und anderen Ländern weiterhin unter ihren traditionellen Bezeichnungen, während die neuen Namen lediglich in Klammern ergänzt werden.
Vom Weltmeer zur Meerenge und die Einordnung als Scherz
Die Meerenge zwischen der iranischen und der omanischen Küste verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean, womit es dem US-Präsidenten Beobachtern zufolge vor allem darum ging, den Kriegsgegner Iran zu provozieren.
Nachdem die Schilderung der angeblichen Anekdote in Georgia für große Heiterkeit unter seinen Anhängern gesorgt hatte, relativierte der US-Präsident seinen Vorstoß und betonte vor dem Publikum, dass sein Vorstoß diesmal lediglich als Scherz gemeint gewesen sei und keineswegs einen ernsthaften Plan dargestellt habe.
Auch wenn es nicht die schlechteste Idee war, die ich je hatte.
Donald Trump, US-Presidents
Vollständig verwerfen wollte der US-Präsident den Gedanken an einen nach ihm benannten Ozean mit diesem Schmunzeln jedoch nicht, nachdem er zuvor die Reaktionen seines Publikums in Georgia beobachtet hatte.
