US-Präsident Donald Trump hat bei einer Kundgebung in Clarksville im Bundesstaat Tennessee ins Gespräch gebracht, entweder den Atlantik oder den Pazifik nach sich selbst oder den Amerikanern zu benennen. Der Vorschlag reiht sich in eine Reihe früherer Vorstösse zur Umbenennung geografischer und staatlicher Wahrzeichen ein.
Die Pläne wurden am Samstag vor Anhängern geäussert. Also brauchen wir einen Fluss, wir brauchen einen Ozean
, erklärte der US-Präsident im Verlauf seiner Wahlkampfveranstaltung in Clarksville, Tenn. Laut übereinstimmenden Medienberichten zog er dabei in Betracht, eines der grossen Weltmeere umzubenennen.
Atlantik oder Pazifik im Visier von Donald Trump
Konkret nannte Trump zwei mögliche Namensvarianten für die Ozeane. Wir könnten ihn Trump-Ozean oder Ozean der Amerikaner nennen, irgendetwas in der Art
, zitierte die New York Post den Präsidenten. Ob eine solche Änderung tatsächlich administrativ angestrebt wird, blieb bei dem Auftritt offen. Bei seiner Ansprache verwies der 80-Jährige auf seine grosse Sympathie für bestimmte Regionen und unterstrich, dass es ihm bei diesen Vorstössen stets um Patriotismus gehe.

Bei Flüssen zeigte sich der US-Präsident hingegen wählerisch. Den Hudson River wolle er ausdrücklich nicht umbenennen, da Henry Hudson seinerzeit gute Arbeit geleistet
habe, wie die deutsche Nachrichtenplattform Gentside anführte. Auch der Mississippi soll seinen Namen behalten; Trump verwies in diesem Zusammenhang auf seine politische Verbundenheit mit dem gleichnamigen Bundesstaat und seinen dortigen Wahlerfolg.
Frühere Umbenennungen von Gewässern und Regierungsgebäuden
Die neuerlichen Überlegungen stehen in einer Reihe mit früheren Vorstössen der Regierung. So wurde der Golf von Mexiko für die offizielle Verwendung von US-Bundesbehörden bereits in Gulf of America
umbenannt. Im August verfügte die Regierung zudem per Dekret, dass der an Kanada grenzende Ontariosee in offiziellen Dokumenten künftig als Lake America
geführt werden soll, was als Reaktion auf bilaterale Handelsspannungen gewertet wurde. Zu den weiteren im Raum stehenden Ideen des Republikaners zählten in der Vergangenheit auch Pläne, den Bundesstaat New Mexico in New America
umzubenennen oder die Straße von Hormus als Trump-Straße
zu bezeichnen.
Auch im Bereich staatlicher Einrichtungen gab es entsprechende Initiativen. Im vergangenen Jahr wurde der Hauptsitz des US-Friedensinstituts in Washington in Donald J. Trump Institute of Peace
umbenannt. Später wurde der Präsident dabei beobachtet, wie er Pläne für einen möglichen Abriss des Kulturzentrums prüfte, wobei er diesen Schritt mit angeblichen Sturmschäden an der Anlage begründete.
Reaktionen auf den Nobelpreis und internationale Relevanz
Der Vorschlag zur Umbenennung der Ozeane fällt in eine Phase, in der Trump erneut seine Rolle bei internationalen Konflikten betonte.
Ungeachtet der symbolischen Neubenennungen im amtlichen US-Schriftverkehr betonen Beobachter, dass einseitige Schritte Washingtons bei internationalen Gewässern wie dem Atlantik oder Pazifik keine weltweite Bindung entfalten. Andere Staaten und internationale Organisationen sind an solche nationalen Festlegungen nicht gebunden.