BYD hat im September 2026 den bisher höchsten Monatsabsatz des Jahres verzeichnet und peilt im internationalen Geschäft für 2026 nun 1,9 bis 2 Millionen exportierte Fahrzeuge an. Der chinesische Autobauer gleicht damit schrumpfende Stückzahlen auf dem Heimatmarkt aus, sieht sich jedoch in Europa und den USA mit wachsenden politischen Hürden und Handelsfragen konfrontiert.
Exportziele und Rekordzahlen im September
Der chinesische Konzern schraubt seine internationalen Ambitionen massiv nach oben. Nach Angaben von Brokerhäusern, die an einem Treffen mit dem Management teilnahmen, erwartet BYD für 2027 Fahrzeugauslieferungen ins Ausland von mehr als 2,5 Millionen Einheiten. Zu Jahresbeginn waren nach Angaben von Boerse Express noch rund 1,3 Millionen Einheiten für den Export vorgesehen.
Die Zahlen unterstreichen, wie stark BYD sein Wachstum außerhalb Chinas vorantreibt. Im September 2026 setzte der Hersteller weltweit 463.561 Fahrzeuge ab. Gegenüber September 2025 fiel der Wert um 16,98 Prozent höher aus, während das Plus im Vergleich zum August 2026 genau 5,28 Prozent betrug. Das war der höchste Monatsabsatz des Jahres und bedeutete einen Zuwachs von 16,98 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im gesamten dritten Quartal 2026 verkaufte BYD weltweit 1.323.065 elektrifizierte Fahrzeuge, was einem Anstieg von 18,75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Heimatmarkt im Minus und die Dynamik im Ausland
Die Auslandsexpansion ist für den Autobauer notwendig geworden, da der Druck auf dem Heimatmarkt anhält. Das florierende Auslandsgeschäft fing diese Schwäche im September auf. Im Ausland wurden im September 180.700 beziehungsweise nach Reuters-Angaben 189.466 elektrifizierte Fahrzeuge verschifft — mehr als doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. Die Chinesen müssten jetzt die Exporte noch schneller antreiben.

Trotz des starken dritten Quartals liegt der Konzern im bisherigen Jahresverlauf insgesamt leicht unter dem Vorjahresniveau. Von Januar bis September 2026 verkaufte BYD insgesamt 3.131.576 Fahrzeuge, ein Rückgang von 3,94 Prozent. Betrachtet man die Antriebsarten im selben Zeitraum von neun Monaten, so wuchsen die Verkäufe rein batteriebetriebener Pkw um 1,5 Prozent auf 1.629.957 Einheiten, wohingegen Plug-in-Hybride einen Rückgang von 10,19 Prozent auf 1.448.587 abgesetzte Fahrzeuge verzeichneten.
Marktentwicklung in Europa und Großbritannien
Europa rückt für die Expansionsstrategie immer stärker in den Mittelpunkt. Auf ausländischen Märkten lassen sich höhere Preise erzielen, weshalb das Unternehmen dort eine höherpreisige Strategie verfolgt. Auf dem britischen Markt erzielte BYD im September nach vorläufigen Zahlen des Branchenverbands SMMT 20.129 Neuzulassungen, was einem Zuwachs von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht und den Konzern dort zum zweitstärksten Hersteller bei den Verkaufszahlen machte. In Deutschland wurden im selben Monat 6040 Pkw der Marke neu zugelassen, verglichen mit 5256 im August. Im September beliefen sich die Neuzulassungen von Elektro-Pkw auf dem gesamten deutschen Markt auf 88.599 Exemplare, was einem Marktanteil von 34,5 Prozent an allen Pkw-Neuzulassungen in diesem Monat entspricht.
Geopolitischer Gegenwind und Börsenentwicklung
Die internationalen Ambitionen treffen auf politischen Gegenwind. Die internationalen Zuwächse gewinnen vor dem Hintergrund der allgemeinen Absatzentwicklung an Bedeutung. Executive Vice President Stella Li bezeichnete geopolitische Spannungen als die größte Herausforderung für das weitere Wachstum, weshalb BYD wegen mangelnder Klarheit und Stabilität vorerst keine Personenkraftwagen in den Vereinigten Staaten verkaufen wird. In den USA äußerte Verkehrsminister Sean Duffy zudem tiefe Besorgnis über Geschäftsbeziehungen zwischen US-Konzernen und chinesischen Anbietern. Auch die EU versucht, den Einfluss chinesischer Hersteller zu regulieren; Medienberichten zufolge haben die EU und China ein Modell vereinbart, um die Ausfuhr chinesischer Hybridautos nach Europa einzuschränken, was den Lieferumfang stark reduzieren könnte.

An der Börse zeigt sich die Aktie von diesen widersprüchlichen Einflüssen gezeichnet. Nach dem Handelsschluss am Mittwoch bei 8,77 Euro notierte das Wertpapier etwa 30 Prozent unter dem Anfang Oktober erreichten 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro. Nach Kursgewinnen zum Wochenausklang notierte das Papier am Freitag bei Werten um 8,65 bis 8,67 Euro. Damit bleibt der übergeordnete Abwärtstrend bestehen, wobei Analysten und Charttechniker unterschiedliche Kursziele anvisieren, während das starke internationale Geschäft als zentraler Hebel für eine Trendwende gilt.
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Für 2026 nennt das Unternehmen ein Zwischenziel von 1,9 bis 2,0 Millionen Fahrzeugen.
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