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Technik und Wissenschaft

TikTok zahlt 400 Millionen US-Dollar für Verstöße gegen Jugendschutz

TikTok und ByteDance zahlen 400 Millionen US-Dollar an das US-Justizministerium, um eine Klage wegen Verstößen gegen den Jugendschutz im Internet beizulegen. Es handelt sich um eine der bisher größten Geldstrafen im Rahmen des US-Datenschutzgesetzes COPPA.

TikTok und sein chinesischer Mutterkonzern haben sich bereit erklärt, 400 Millionen US-Dollar zu zahlen, um die Vorwürfe des illegalen Sammelns von Kinderdaten beizulegen. Die Behörden warfen dem Unternehmen vor, Bestimmungen des im Jahr 2000 erlassenen Gesetzes zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet (COPPA) verletzt zu haben.

Das Zustandekommen der Einigung und die Zahlungsmodalitäten

Die rechtlichen Schritte gehen auf eine Klage zurück, die unter der Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden eingereicht wurde. Im Zentrum der Vorwürfe stand die Behauptung, dass TikTok und ByteDance vast amounts of data von Millionen unter 13-jährigen Nutzern erfasst hatten, ohne die erforderliche elterliche Zustimmung einzuholen.

Der finanzielle Vergleich teilt sich in zwei Phasen auf. Wie das Justizministerium bekannt gab, wird ein Betrag von 300 Millionen US-Dollar sofort fällig. Weitere 100 Millionen US-Dollar werden fällig, sobald ein Gericht eine ältere Einverständniserklärung aus dem Jahr 2019 aufhebt, die damals mit der Federal Trade Commission (FTC) im Zusammenhang mit der TikTok-Vorgängerplattform Musical.ly geschlossen worden war.

Stanley E. Woodward Jr., stellvertretender Bundesstaatsanwalt, erklärte, die Priorität des Ministeriums bestehe darin, sicherzustellen, dass Kinder online geschützt seien und Unternehmen, denen ihre persönlichen Daten anvertraut würden, ihre rechtlichen Verpflichtungen erfüllten, und fügte hinzu, diese Einigung sichere eine erhebliche Wiedergutmachung und stärke gleichzeitig die Schutzmaßnahmen, die Familien erwarteten und verdienten.

Interne Reformen und die neue US-Struktur von TikTok

Die Vereinbarung würdigt auch die strukturellen Veränderungen, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten vollzogen hat. Behördenvertreter betonten, dass die Plattform, seitdem die ursprüngliche Klage im Jahr 2024 eingereicht wurde, erhebliche Änderungen hinsichtlich ihrer Eigentümerstruktur, ihres Managements, ihrer Compliance-Funktionen und ihrer Datenschutzpraktiken durchlaufen habe.

Vector art of the TikTok logo
Photo: theverge.com

Im Rahmen einer Neuordnung des US-Geschäfts entstand ein eigenständiges Gemeinschaftsunternehmen, an dem neben ByteDance auch andere Investoren beteiligt sind. Bekannt als TikTok USDS Joint Venture, wird die neue Gesellschaft von einer Investorengruppe kontrolliert, zu der unter anderem Oracle, Silver Lake und MGX gehören. ByteDance behält dabei einen Minderheitsanteil von 19,9 Prozent an der US-Einheit.

Verschärfte Alterskontrollen und Vergleiche im Branchenvergleich

Gerichtsdokumenten zufolge wurden weitreichende technische Maßnahmen eingeführt, um den Jugendschutz zu verbessern. Die Plattform verlangt von allen Anwendern die Eingabe ihres Geburtsdatums. Zudem wurden spezielle Altersmoderationssysteme entwickelt, die Minderjährige unter 13 Jahren identifizieren sollen, welche versuchen, ihr Alter falsch anzugeben. Hunderte geschulte Mitarbeiter prüfen entsprechende Konten und löschen fortlaufend Tausende unzulässige Profile.

A young woman holding her iPhone while showing the TikTok app
Photo: bbc.co.uk

Im Vergleich zu früheren Verfahren anderer Tech-Giganten stellt die Summe von 400 Millionen US-Dollar einen der bislang größten Vergleiche in der Geschichte des COPPA-Gesetzes dar. Zum Vergleich: Google zahlte im Jahr 2019 im Zusammenhang mit YouTube eine Strafe von 170 Millionen US-Dollar, während Epic Games im Jahr 2022 mit 275 Millionen US-Dollar belangt wurde.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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