Taifun „Saudel“ hat Anfang September 2026 schwere Unwetter, Erdrutsche und Überschwemmungen in China ausgelöst. Nach Behördenangaben kamen im Süden und Osten des Landes mehrere Menschen ums Leben, darunter ein Priester in der Provinz Fujian. Elf Personen werden nach einem Erdrutsch in der Provinz Jiangxi vermisst, während rund 850.000 Menschen evakuiert wurden.”
Der tropische Sturm traf in den ersten Septembertagen des Jahres 2026 auf die chinesische Küste und sorgte in mehreren Provinzen für verheerende Regenfälle. Betroffen sind vor allem die Küstenregionen und das angrenzende Landesinnere, wo vollgelaufene Straßen, übergetretene Flüsse und eingestürzte Häuser massive Rettungseinsätze auslösten. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders CCTV reagierten die Behörden mit weitreichenden Absperrungen, der Einstellung von Fährverbindungen und der Evakuierung Hunderttausender Anwohner aus Gefahrenzonen.
Zuvor war Taifun Saudel am 28. August in der Provinz Zhejiang auf Land getroffen, bevor er am Donnerstag als tropischer Sturm eine dritte Landung in der Provinz Fujian vollzog. Beide Provinzen sind direkte Nachbarn der Binnenprovinz Jiangxi. In den vergangenen Wochen war China bereits von einer Serie schwerer Naturkatastrophen getroffen worden, die zu zahlreichen Todesopfern und erheblichen Schäden führten. Für die Volksrepublik ist „Saudellaut Behördenangaben bereits der siebente Taifun, der das Land im Jahr 2026 heimsucht.
Erdrutsch und Vermisste in der Provinz Jiangxi
In der ostchinesischen Provinz Jiangxi forderten die heftigen Regenfälle ein erstes Todesopfer durch einen Bergrutsch. Wie die örtlichen Behörden und Berichte von Xinhua und der Agenturen APA und AFP mitteilten, ereignete sich der Erdrutsch am frühen Samstagmorgen gegen 4.00 Uhr Ortszeit in Gaoping Town im Bezirk Suichuan. Dabei wurden zwölf Häuser beschädigt und nach Angaben der Regionalverwaltung elf Personen als vermisst gemeldet.

Zusätzlich berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV, dass mehr als zehn Menschen nach dem Erdrutsch in derselben Ortschaft eingeschlossen waren. Rettungskräfte eilten in das betroffene Gebiet in Jiangxi, um die verbliebenen Bewohner in Sicherheit zu bringen und Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten. Aus den Berichten der Behörden wurde bestätigt, dass eine aus den Trümmern geborgene Person tot aufgefunden wurde, während zwei weitere Personen lebend und in gutem Zustand gerettet werden konnten.
Evakuierungen und Seelsorge-Drama in der Provinz Fujian
Die Auswirkungen des Sturms trafen auch die südostchinesische Provinz Fujian schwer, wo nach tagelangem Starkregen mehrere Anwohner zunächst als vermisst galten. Im Kreis Minhou im Südosten des Landes führten Rettungskräfte umfangreiche Maßnahmen zur Hochwasserbekämpfung, Entwässerung und Evakuierung durch – darunter im Dorf Nanqian, wo Bewohner in Sicherheit gebracht wurden. In der Gemeinde Shangjie durchquerten Einsatzfahrzeuge überflutete Straßen, während Rettungskräfte Anwohnern unter anderem beim Transport von Hausrat wie einer Waschmaschine halfen. Auch Drohnenaufnahmen dokumentierten die massiven Überschwemmungen in Shangjie.

In Fujian ereignete sich zudem ein tragischer Todesfall im Zusammenhang mit Geistlichen. Der 55-jährige Priester Wang Gengxian wurde am Donnerstag auf dem Weg zu einem seelsorglichen Einsatz an einer Kirche von den Wassermassen mitgerissen. Sein Leichnam wurde nach Angaben der Diözese Fuzhou laut dem Portal Asianews am Freitagnachmittag Ortszeit geborgen. Die Diözese rief daraufhin öffentlich zu Gebeten für den Verstorbenen auf.
Die Dimension der Evakuierungen verdeutlicht die extreme Wucht des Unwetters. Bis Freitagabend wurden nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua rund 600.000 Menschen aus gefährdeten offshore- und onshore-Gebieten in Fujian evakuiert. Hinzu kamen weitere 250.000 Menschen aus besonders gefährdeten Gebieten, die nach allgemeinen Behördenangaben in Sicherheit gebracht wurden, womit sich die Gesamtzahl der evakuierten Personen auf rund 850.000 beläuft.
Eingestellte Fährverbindungen und regionale Schäden
Die Unwetter legten weite Teile der Infrastruktur in den betroffenen Küstenregionen lahm. Nach Angaben von CCTV wurden insgesamt 24 Fährverbindungen entlang der Küste vollständig eingestellt. In mehreren Städten wurde zudem der Präsenzunterricht an Schulen ausgesetzt, und touristische Einrichtungen wurden vorübergehend geschlossen.
Besonders schwere Zerstörungen verzeichnete die Stadt Putian. In Huating Town stürzten infolge der Wassermassen mehr als 100 Häuser ein. Zudem kam es am Donnerstagnachmittag zu einem Deichbruch, nachdem das Wasser zuvor über die Deichkrone getreten war. Dies führte zu flächendeckenden Überschwemmungen in den umliegenden Dörfern, die zahlreiche Bewohner einschlossen. Aufnahmen des staatlichen Fernsehsenders CCTV zeigten Straßenzüge, die sich in reißende Flüsse verwandelt hatten, während Rettungskräfte mit Schlauchbooten im Einsatz waren, um Menschen aus den betroffenen Zonen zu retten.
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