Südafrika hat die vierte Test-Partie in Baltimore mit 43:28 gegen Neuseeland gewonnen und die Serie mit 3:1 für sich entschieden. Vor der Rekordkulisse im M&T Bank Stadium setzte sich der Rugby-Weltmeister durch, nachdem zuvor im dritten Test in Johannesburg ein knapper 29:24-Erfolg gelungen war.
Das Finale im M&T Bank Stadium in Baltimore
Südafrika hat die hart umkämpfte Testspielserie gegen Neuseeland mit einem 43:28-Erfolg im vierten Duell besiegelt. Die Partie fand vor einer ausverkauften Kulisse von 68.173 Zuschauern im M&T Bank Stadium in Baltimore statt, was die größte Zuschauerzahl für ein Rugbyspiel in den USA darstellt. Die Springboks bauten damit ihren Vorsprung in der Gesamtabrechnung auf ein 3:1 aus.
Neuseeland erwischte in Maryland den besseren Start. Bereits in der achten Minute nutzte die All-Blacks-Hintermannschaft Lücken in der südafrikanischen Abwehr für ein schnelles Zusammenspiel, das Hakler Codie Taylor zum ersten Versuch des Abends vollendete. Südafrika konterte jedoch mit der gewohnten Wucht des Sturms. Damian de Allende und Gedrängehalb Morne van den Berg brachten den amtierenden Weltmeister mit zwei kurzen Versuchen und einer 17:7-Führung in Front.
Taktische Wende und die entscheidenden Versuche
Trotz der frühen neuseeländischen Offensivaktionen behielten die Springboks durch ihre physische Überpräsenz in den Standardsituationen die Kontrolle. Kurz vor der Halbzeitpause verkürzte Will Jordan für die Gäste nach einer 32-Phasen-Angriffsserie auf 17:14. Nach dem Seitenwechsel sorgten Malcolm Marx mit einem Gedrängeversuch und Pieter-Steph du Toit für weitere Punkte, während Ethan Blackadder für Neuseeland im letzten Viertel noch einmal auf acht Zähler herankam.
Südafrika antwortete entschlossen. Ein offener Raum nach einem Gegenangriff von Damian McKenzie ermöglichte es Kurt-Lee Arendse, das Spielgeschehen zu dominieren, ehe Cameron Hanekom einen unkontrollierten Ball zum endgültigen Sieg aufnahm. Der späte Versuch von Ersatzmann Beauden Barrett blieb für die All Blacks nur noch Ergebniskorrektur.
Der Weg zum Titel im dritten Test in Johannesburg
Der Grundstein für den Gesamtsieg war eine Woche zuvor beim pulsierenden 29:24-Erfolg im FNB Stadium in Johannesburg gelegt worden. Vor 85,976 Zuschauern drehten die Gastgeber dort einen 12:12-Halbzeitstand. Nach zwei frühen Versuchen des neuseeländischen Kapitäns Ardie Savea kämpfte sich Südafrika durch einen per Gedränge erzwungenen Strafversuch zurück.

Im zweiten Durchgang brachte Jesse Kriel die Springboks nach einem Zuspiel von Leroy Carter erstmals in Führung, ehe ein weiterer Gedrängeversuch und ein Straftritt von Sacha Feinberg-Mngomezulu den Vorsprung ausbauten. Neuseeland verlor in Johannesburg Kapitän Ardie Savea durch eine vermutliche Schulterluxation, weshalb der erfahrene Spieler für das Finale in Baltimore nicht zur Verfügung stand.
Südafrikas Trainer Rassie Erasmus gab sich nach dem Spiel zurückhaltend und erklärte, er sei sich nicht sicher, wie hoch seine Herzfrequenz gewesen sei, da sowohl sein Team als auch die Gegner nervös gewesen seien. Angesichts der Tatsache, dass sie gegen die Nummer eins und zwei der Welt spielten, betonte er, dass man sich nicht für überlegen hielte, sondern dass viel Glück auf ihrer Seite gestanden habe.
Personelle Umstellungen vor der Abreise nach Nordamerika
Südafrikas Nationaltrainer Rassie Erasmus nahm vor dem letzten Vergleich zwei Änderungen in der Hintermannschaft vor. Damian Willemse rückte für den am Kiefer verletzten Cheslin Kolbe auf die Position des Verteidigers, während Morne van den Berg als Gedrängehalb den Vorzug vor Cobus Reinach erhielt. Der Sturm blieb gegenüber der Vorwoche unverändert.

Die Gäste aus Neuseeland mussten unterdessen auf mehrere verletzte Leistungsträger reagieren.