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Technik und Wissenschaft

Start-up Dimensional suchte Personal für Spaziergänge mit Robotern

Ein Start-up in San Francisco suchte kürzlich per Facebook-Gruppe nach Personal für ungewöhnliche Spaziergänge. Vier bis sechs Stunden täglich sollten Roboterhunde Gassi geführt werden, um Daten für Künstliche Intelligenz zu sammeln. Der Stundenlohn lag bei 20 US-Dollar.

Gesucht wurden keine traditionellen Hundefühler für Tiere aus Fleisch und Blut, sondern Menschen, die mechanische vierbeinige Maschinen an der Leine beziehungsweise per Steuerung durch die Nachbarschaft begleiteten. Die dazugehörige Annonce fand über die Facebook-Gruppe „Bay Area Jobs den Weg an die Öffentlichkeit und bot einen Stundenlohn von 20 US-Dollar an.

Der Roboter-Spaziergang im Viertel Dogpatch

Hinter dem Experiment stand das Start-up Dimensional, das im San Franciscaner Viertel Dogpatch ansässig ist. Das Unternehmen hatte über hundert Roboterhunde sowie fünfzig humanoide Maschinen von Herstellern aus den Vereinigten Staaten, China und Deutschland erworben. Zum Einsatz kamen dabei 33 Pfund schwere Modelle des chinesischen Herstellers Unitree, die regulär über eine Handfernbedienung oder eine mobile App gesteuert werden können.

Die Vierbeiner mussten laut der inzwischen gelöschten Stellenanzeige vier bis sechs Stunden lang durch die Stadt geführt werden. Der Grund dafür war profaner Natur: Die Maschinen benötigten ausreichend Zeit im urbanen Raum, um ihre Sensoren zu kalibrieren und sogenannte Ground Truth zu erzeugen. Währenddessen zeichneten die integrierten Kameras und Sensoren der Roboter jeden Schritt auf. Den menschlichen Begleitern blieben zwar die unangenehmen Pflichten herkömmlicher Gassirunden erspart, dafür kämpften sie mit technischen Hürden. Überhitzte die Elektronik der Maschinen mitten auf der Straße, mussten die Arbeiter die rund 33 Pfund schweren Geräte huckepack nehmen und zurück zum Büro der Firma tragen.

Künstliche Intelligenz und die Grenzen der Autonomie

Der erst 26-jährige Gründer von Dimensional, Stash Pomichter, verfolgt mit diesen Praxistests ein weitreichendes Ziel. Er möchte ein offenes Betriebssystem entwickeln, das es Agenten der Künstlichen Intelligenz erlaubt, autonome Aufgaben in der physischen Welt zu übernehmen. In einer Zukunftsvision des Unternehmens sollen Roboter schwere Kisten heben oder körperliche Routinearbeiten erledigen, die der Gründer als barbarisch für Menschen bezeichnete.

Stash Pomichter erklärte: „Was wir durch unser Gassigehen-Experiment festgestellt haben, ist, dass Agenten nach wie vor sehr schlecht darin sind, Hardware zu steuern.

Die Feldversuche zeigten jedoch schnell, dass vollautomatische KI-Steuerungen der Komplexität des Straßenlebens noch nicht gewachsen waren. Die Ergebnisse des Experiments offenbarten, dass die Software menschliche Kontrolleure auf absehbare Zeit nicht ersetzen kann. Neben dem Einsatz auf der Straße erprobte das Start-up den Roboterhund auch als Nachtwache im eigenen Bürokomplex. Nach einer entsprechenden Programmierung durch Pomichter reagierte der Vierbeiner auf jede Person, die nach Mitternacht das Gebäude betrat, und alarmierte den Firmenchef via Textnachricht.

Misstrauen gegen die Technologie im Stadtbild

Nicht alle Anwohner reagierten amüsiert auf die roboterisierten Spaziergänge in Dogpatch. Angesichts der parallelen Debatten über fortgeschrittene und potenziell gefährliche KI-Systeme fühlten sich manche Beobachter an dystopische Science-Fiction-Szenarien erinnert. Die sogenannten Terminator-Vibrationen riefen sogar einen Mann auf den Plan, der das Firmenbüro aufsuchte und bedrohliche Nachrichten an einen Mitarbeiter sandte.

Ein anonymer Kritiker schrieb laut Berichten über Textnachrichten an einen Dimensional-Mitarbeiter: „Viel Spaß beim Helfen, zufällige Menschen abzuschlachten, ihr Abschaum.

Das Unternehmen meldete den Vorfall umgehend der Polizei. Angesichts solcher Reaktionen blickt die Unternehmensführung auf eine anspruchsvolle Akzeptanzphase, wie Firmenchef Pomichter mit Blick auf künftige Sicherheitsstreifen feststellte.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.