Paramount und Warner Bros. Discovery haben am 6. Oktober 2026 eine rund 110 Milliarden Dollar schwere Fusion zum neuen Medienkonzern Skydance Corp. abgeschlossen. Angeführt von CEO David Ellison vereint der Zusammenschluss traditionsreiche Filmstudios, Streaming-Plattformen und TV-Sender wie CNN unter einer massiven Schuldenlast.
Milliardenfusion schafft neuen Hollywood-Riesen unter dem Namen Skydance
Hollywood steht nach einem monatelangen, von einem Bieterkrieg begleiteten Ringen vor einer historischen Zäsur. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf den Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts geeinigt, doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab. Der von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison kontrollierte Medienkonzern Paramount hat die Übernahme nun vollzogen und das Unternehmen in Skydance Corp. umbenannt. Die Dimensionen des Deals wecken Erinnerungen an die Übernahme von 20th Century Fox durch Disney im Jahr 2019, belasten das neue Unternehmen jedoch mit einer Nettoschuldenlast von rund 80 Milliarden Dollar, während der Jahresumsatz bei fast 70 Milliarden Dollar liegt, wie das Branchenmagazin Variety berichtet.
Am ersten Handelstag an der New York Stock Exchange gaben die Skydance Class B-Aktien unter dem neuen Ticker-Symbol SKYD im jüngeren Handel um 4,5 Prozent nach. Die WBD-Aktien beendeten am selben Tag ihren Handel an der Nasdaq. Die Eigentümerstruktur ist klar geregelt: Die Ellison-Familie und RedBird Capital Partners sind die alleinigen Inhaber der Paramount Class A-Aktien und halten damit 100 Prozent der Stimmrechte.
Heute ist ein historischer Tag, nicht nur für Skydance, sondern für unsere gesamte Branche. Von Anfang an war unser Ziel, diese beiden renommierten Studios zusammenzuführen und einen stärkeren Wettbewerber zu schaffen, der über das Talent, die Ressourcen und die Reichweite verfügt, um großartige Geschichten in jedem Genre auf jeder Plattform für Zuschauer überall zu erzählen.
David Ellison, CEO von Skydance
Streaming-Zukunft und geplante Verschmelzung von HBO Max und Paramount+
Im Zentrum der strategischen Neuausrichtung steht das Streaming-Geschäft. Wie Skydance-Chef David Ellison auf einer Pressekonferenz bekannt gab, sollen die beiden bisher getrennten Dienste HBO Max und Paramount+ zu einem einzigen Dienst zusammenwachsen. Gemeinsam kommen die Plattformen auf mehr als 200 Millionen Abonnenten, womit sie dem Branchenprimus Netflix spürbare Konkurrenz machen wollen.
Langfristig soll nach Angaben der Konzernführung aus beiden Angeboten eine einheitliche Plattform entstehen. Kurzfristig planen die Verantwortlichen jedoch gemeinsame Kombi-Tarife als Übergangslösung. Dagegen wird der bisherige Chef des Warner-Streamingdienstes HBO Max, Casey Bloys, den neuen gemeinsamen Geschäftsbereich mit Paramount+ führen. Für deutsche Nutzer bedeutet dies voraussichtlich, dass künftig Inhalte wie die HBO-Serienerfolge House of the Dragon und The Last of Us sowie Paramount-Marken wie Star Trek und Yellowstone unter einem gemeinsamen Dach verfügbar sein werden. Konkrete Preise oder Zeitpläne für den deutschen Markt nannte das Unternehmen zunächst nicht.
Hollywood-Sorgen um Stellenabbau und redaktionelle Unabhängigkeit bei CNN
In der US-Medienbranche wachsen die Befürchtungen vor einer massiven Welle von Entlassungen, zumal das Management Anlegern Einsparungen in Höhe von sechs Milliarden Dollar im Laufe der kommenden drei Jahre in Aussicht gestellt hat. Bereits im April 2026 sprachen sich viele Menschen aus der Filmbranche wie J.J. Abrams, Mark Ruffalo oder Glenn Close in einem offenen Brief gegen die Fusion aus.
Besondere Aufmerksamkeit erregt das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, der Teil des Warner-Portfolios ist. Kritiker und liberale Kreise in den USA sorgen sich um die redaktionelle Unabhängigkeit des oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtenden Senders. Da die Familie Ellison als fest im Trump-Lager etabliert gilt und der ebenfalls zum Konzern gehörende Sender CBS nach der früheren Übernahme einen deutlich freundlicheren Kurs gegenüber der Regierung einschlug, standen die Befürchtungen einer politischen Einflussnahme im Raum. US-Präsident Donald Trump selbst zeigte sich erfreut und sagte vor Reportern, dies werde ein großartiges Unternehmen.

Um diese Bedenken zu zerstreuen, sagte Paramount während der Verhandlungen die Einrichtung eines unabhängigen redaktionellen Aufsichtsgremiums für CNN zu und bestätigte den bisherigen Chefredakteur Mark Thompson im Amt. Das gemeinsame Filmgeschäft übernehmen derweil die bisherigen Paramount-Studiochefs Dana Goldberg und Josh Greenstein, während ihre Warner-Pendants gehen.
Auflagen für die Kinoproduktion und neue Strukturen in der Gaming-Sparte
Um regulatorische Hürden zu umschiffen und eine erzwungene Zerschlagung wichtiger Bereiche abzuwenden, ging Skydance rechtliche Verpflichtungen ein. Die Fusion konnte vollzogen werden, nachdem sich Paramount Skydance mit einer Klage geeinigt hatte, die von einer Gruppe von zwölf Bundesstaaten unter Führung von Kalifornien eingereicht worden war. Im Rahmen dieser Vereinbarung verpflichtete sich der Konzern, über fünf hinweg Jahre jährlich mindestens 300 Millionen Dollar (insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar) in die US-Film- und Fernsehproduktion zu investieren.
In den drei darauffolgenden Jahren soll die Marke auf 32 Filme steigen. Für jeden Film, den die Studios unterhalb dieser Vorgabe liegen, soll eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden.
Auch in der Videospielsparte greift eine umfassende Konsolidierung. Tony Driscoll wird neuer President of Games and Experiences von Skydance, während Josh Silverman President of Global Products and Publishing bleibt.
