Nach monatelanger juristischer Blockade hat ein US-Bundesgericht grünes Licht für die 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance gegeben. Gleichzeitig ernannte David Ellison den scheidenden Mattel-Chef Ynon Kreiz zum Co-CEO des neuen Medienriesen, der künftig unter dem Namen Skydance firmieren soll.
Gerichtsurteil beendet Blockade des 110-Milliarden-Dollar-Deals
Der lang erwartete Zusammenschluss der beiden Traditionsstudios steht vor dem Abschluss. Eine von US-Bezirksrichterin Araceli Martínez-Olguín geleitete Instanz erließ am Mittwoch eine entsprechende Verfügung, nachdem im September eine Einigung mit einer von Kalifornien angeführten Gruppe aus zwölf Bundesstaaten erzielt worden war. Die Kläger hatten ursprünglich argumentiert, die Fusion würde einen übermächtigen Medienkonkurrenten schaffen und Film- sowie TV-Preise in die Höhe treiben. Ein Sprecher des kalifornischen Justizministeriums erklärte laut Reuters, der Vergleich schütze den Wettbewerb und die Verbraucherauswahl sowie die Interessen der kalifornischen Arbeitnehmer. Demgegenüber übten Fusionsgegner laut dem Nachrichtenportal schwere Kritik an dem Kompromiss und drängten das Gericht vergeblich zur Ablehnung, was die Richterin jedoch als rechtlich unzureichend zurückwies.
Um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken auszuräumen, enthält der Vergleich strenge Auflagen. Das kombinierte Unternehmen verpflichtet sich, in den kommenden fünf Jahren mindestens 30 Filme jährlich in US-Kinos zu veröffentlichen – wobei Reuters von 30 Filmen spricht, während CNBC unter Berufung auf Rentrak-Daten anführt, dass die beiden Studios im kommenden Jahr gemeinsam 35 Filme herausbringen wollen – und zusätzlich 300 Millionen Dollar pro Jahr in die US-Produktion zu stecken. Zudem müssen Kabelverträge für die Kanäle beider Häuser getrennt verhandelt werden, während ein spezieller Journalistenausschuss die redaktionelle Unabhängigkeit von CBS News und CNN überwachen soll.

Auch an anderer Front gab es eine juristische Einigung. Die Unternehmen legten eine Kartellklage der Gewerkschaft Writers Guild of America bei, indem sie 17,5 Millionen Dollar an den Gesundheitsfonds der Autoren zahlten und zusicherten, die Personalstärken der WGA bei CBS News für fünf Jahre beizubehalten.
Ynon Kreiz wird Co-CEO neben David Ellison
An der Spitze des neuen Giganten kommt es zu einer markanten Aufgabenteilung. David Ellison holt den bisherigen Chef des Spielwarenriesen Mattel, Ynon Kreiz, an Bord. Kreiz wird zum 5. Oktober bei Paramount einsteigen und beim Vollzug der Transaktion den Posten des Co-CEOs übernehmen.
Während Ellison sich laut einer Mitteilung auf die langfristige Strategie, die kreative Ausrichtung, Technologie und Beziehungen zu Talenten konzentrieren wird, übernimmt Kreiz das operative Tagesgeschäft und die Integration der Konzerne. Kreiz hatte Mattel seit 2018 geleitet und den Spielzeughersteller erfolgreich in Richtung Film, Fernsehen und Spiele gelenkt, wozu auch der globale Kinoerfolg von Barbie
gehörte. Die Vereinbarung mit Warner Bros. Discovery und Skydance soll nach Angaben der Beteiligten voraussichtlich am kommenden Dienstag vollzogen werden.
Der neue Konzernname Skydance und der Umbau der Führungsebene
Mit dem Vollzug der Fusion ändert sich auch der Unternehmensauftritt. Wie David Ellison bekannt gab, wird der Gesamtkonzern den Namen Skydance tragen. Die etablierten Marken wie Paramount und Warner Bros. sollen dabei als eigenständige Sub-Marken im Rampenlicht bleiben.
Wir wollten niemals, dass eine neue Unternehmensidentität eine der beiden Marken schmälert, verändert oder in den Schatten stellt. Stattdessen wollten wir einen Namen, der dem kombinierten Unternehmen eine eigene Identität verleiht und es Paramount und Warner Bros. – sowie all unseren außergewöhnlichen Marken – gleichzeitig ermöglicht, im Rampenlicht zu bleiben.
David Ellison, CEO von Skydance
Im Zuge der Neustrukturierung kommt es zu personellen Veränderungen in den Führungsetagen. Die bisherigen Leiter der Warner Bros. Motion Picture Group, Pamela Abdy und Michael De Luca, müssen das Unternehmen verlassen. Zudem treibt das Management bereits die Planungen für eine Fortsetzung von Greta Gerwigs Barbie
voran.
Zu den weiteren von Ellison und seinem Vater Larry Ellison, dem Milliardär von Oracle, verantworteten beziehungsweise unterstützten Vermögenswerten des neuen Medienimperiums gehören neben den beiden Filmstudios auch HBO, Paramount+ sowie zahlreiche Fernsehsender wie CBS und CNN. David Ellison gründete das ursprüngliche Unternehmen Skydance vor 20 Jahren, nutzte es im vergangenen Jahr zur Übernahme von Paramount und trieb daraufhin den Zusammenschluss mit Warner Bros. Discovery voran.
