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Unternehmen

Siemens Energy treibt Sparten-Verselbstständigung voran

Siemens Energy treibt die rechtliche und operative Verselbstständigung der Sparte Transformation of Industry voran. Während der Aktienkurs angesichts strategischer Umbaupläne und möglicher neuer Konkurrenz unter Druck gerät, halten Analysten an ihren Kaufempfehlungen und hohen Kurszielen fest.

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy AG steuert durch eine Phase spürbarer Marktschwankungen, während gleichzeitig tiefgreifende strukturelle Weichenstellungen vollzogen werden. An den Börsen sorgt die Gemengelage aus strategischer Neuordnung, technischen Abwärtstrends und spekulativer Konkurrenz im Gasturbinengeschäft für erheblichen Gesprächsbedarf unter Anlegern und Beobachtern.

Verselbstständigung der Sparte Transformation of Industry

Mit Wirkung zum 25. August treibt der Konzern den Umbau seiner Geschäftsbereiche voran. August wird die Sparte Transformation of Industry rechtlich und operativ verselbstständigt, wie das Unternehmen bekannt gab. Ziel dieses Schrittes ist es, die Konzentration auf die Kernbereiche der Stromerzeugung und Stromübertragung zu schärfen. Laut Reuters plant Siemens Energy zudem, den Großteil der Industriekunden-Sparte zu verkaufen, um das Wachstumsgeschäft mit Versorgern zu schärfen.

Dieser strategische Umbau fällt in eine Phase, in der das breite Industrieportfolio auf Skepsis im Markt trifft. Investoren müssen bewerten, welche Geschäfte anschließend bei Siemens Energy verbleiben und welchen wirtschaftlichen Nutzen die neue Struktur bringt.

Börsenkurs unter Druck und technische Indikatoren

Die an den Märkten vollzogenen strategischen Ankündigungen wurden von den Anlegern zuletzt nicht mit nennenswerter Kursfantasie belohnt. Die Papiere des Energietechnikkonzerns rutschten im Xetra-Handel zeitweise deutlich ab. Von 156,76 Euro noch im Laufe des Donnerstags vergangener Woche waren die Papiere des Energietechnik-Konzerns am Mittwoch bis auf 139,16 Euro zurückgefallen. Doch dann kam es zur Trendumkehr: Den Tag beendete die Siemens-Energy-Aktie im Xetra-Handel bereits wieder bei 142,24 Euro, am Donnerstag geht es bis zum Mittag weiter leicht aufwärts, während die Aktie von Siemens Energy seit gestern nach einem Tagesplus von 0,27 % 142,70 Euro kostet. Die Titel schlossen an einem Donnerstag bei 145,86 Euro, nachdem sie zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte August gefallen waren. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen der Aktie mittlerweile 25 Prozent.

Besonders die gleitenden Durchschnitte spiegelten das angeschlagene technische Bild wider. Zum GD200 fehlen ungefähr 5,1 %, zur 100-Tage-Linie rund 11 %. Damit bleibt das technische Bild trotz des kleinen Tagesgewinns schwach.

Analysten halten an hohen Kurszielen fest

Die Einschätzungen der Analystenhäuser stehen in starkem Kontrast zur verhaltenen Kursentwicklung an der Börse. Jüngste Berichte zeigen, dass große Finanzinstitute ihre optimistischen Einschätzungen trotz des Gegenwinds bestätigen.

JPMorgan liegt mit 245 Euro noch deutlich darüber und hat die Einstufung für Siemens Energy auf „Overweight“ belassen. Gespräche mit SpaceX und dem führenden Turbinenblatthersteller Howmet hätten ihn in seiner ersten Einschätzung bekräftigt, dass SpaceX solche Komponenten nur für die Stromversorgung der eigenen KI-Rechenzentren herstellen wolle, schrieb Phil Buller. Jefferies hält indes als Kursziel aktuell 210 Euro für angemessen. Am 2. September senkte Jefferies das Kursziel zwar von 215 auf 210 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung „Buy“. September, bekräftigten sowohl die Deutsche Bank das Kursziel von 210 Euro – mit der Feststellung, die Pläne seien „weitaus weniger bedrohlich für die Gasturbinen-Anbieter als es zunächst erscheinen möge– als auch Jefferies, während die US-Bank JPMorgan das Kursziel von 245 Euro für Siemens Energy bestätigte.””

Hintergrund des Rücksetzers waren Sorgen darüber, SpaceX könnte zum Konkurrenten für Siemens Energy werden, nachdem Elon Musk am Wochenende den Bau eigener Gasturbinen-Komponenten angedeutet hatte. Elon Musk schlägt Energiealarm und warnt vor einer regelrechten Energiekrise beim Ausbau von Rechenzentren, wobei schon im nächsten Jahr die Leistung fehlen könnte, mit der man die Niederlande versorgen könnte.

Ausrichtung auf das Versorgergeschäft und Energiewende

Die strukturelle Neuausrichtung zielt darauf ab, den Konzern als verlässlichen Partner für den weltweiten Ausbau von Stromnetzen und die Energiewende zu positionieren. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch betonte, dass die Energie-Infrastruktur in Deutschland stärker angegriffen wird als in anderen europäischen Ländern, indem er äußerte: „Wir müssen anerkennen…

Ob der Kapitalmarkt dem eingeschlagenen Kurs der Portfoliostraffung und der Eigenständigkeit der Industriesparte in den kommenden Wochen wieder mehr Vertrauen entgegenbringt, hängt vor allem davon ab, wie zügig die operativen Verselbstständigungsschritte umgesetzt werden und ob die hohen Erwartungen an die Ergebnisentwicklung erfüllt werden können.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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