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Unterhaltung

Shirin David kritisiert ihre Netflix-Dokumentation als konstruiert

Rapperin Shirin David rechnet fünf Monate nach der Veröffentlichung mit ihrer Netflix-Dokumentation Barbara – Becoming Shirin David ab. In einer Instagram-Fragerunde kritisierte die 31-Jährige den Film scharf als an den Haaren herbeigezogen und warf dem Streamingdienst vor, sie als völlig überforderte Frau dargestellt zu haben.

Fünf Monate nach dem Release von „Barbara – Becoming Shirin David geht die Rapperin hart mit ihrer eigenen Produktion ins Gericht. Was als ehrlicher Einblick in das Leben und den Erfolg der Künstlerin geplant war, entpuppte sich für die 31-Jährige im Rückblick als Fehltritt. Über ihre Instagram-Story machte sie ihrem Ärger Luft und betonte, dass sie das Projekt am liebsten vollständig zurückgekauft und jeden Cent zurückgezahlt hätte.

Kritik an der Darstellung als überforderte Frau

Besonders die inhaltliche Ausrichtung der Dokumentation stößt der Musikerin sauer auf. Statt ihren Ehrgeiz, ihre harte Arbeit und ihren Weg an die Spitze der Charts zu würdigen, habe sich die Produktion stark auf Probleme, Druck und persönliche Belastungen konzentriert. Die Geschichte sei regelrecht konstruiert worden, um eine Leidensgeschichte zu inszenieren. In der Doku zeigt sich die Sängerin als sensible Person, die mit den Schattenseiten ihres Perfektionismus ringt. Aus Sicht der Rapperin entspricht dieses Bild jedoch nicht der Realität.

„Ich habe einfach mehr Tiefe, mehr Herkunft und weniger Geheule erwartet.“

Die Kritik der Künstlerin reicht dabei über den Einzelfall hinaus. Sie bemängelt ein generelles Muster in den Medien: Während Männer für die Hälfte ihrer Leistung gefeiert würden, werde bei erfolgreichen Frauen fast zwanghaft nach Krisen, Schwächen und Momenten der Überforderung gesucht. Auch inhaltlich vermisste ihr Umfeld wesentliche Meilensteine, darunter Backstage-Aufnahmen ihres Auftritts bei „Wetten, dass..? sowie Bilder von ihrem ersten großen Tour-Konzert in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart.

Bereute Schnittrechte und die Rolle des Streamingdienstes

Dass die Dokumentation diesen Verlauf nahm, führt die Künstlerin auf die vertraglichen Bedingungen zurück. Für das Projekt hatte sie ihre Schnittrechte abgegeben, da die Produktion als unabhängige journalistische Arbeit konzipiert werden sollte. Heute bereut sie diese Entscheidung zutiefst. Sie trennt dabei allerdings zwischen dem filmischen Team und den Verantwortlichen in der Chefetage: Während sie das Produktionsteam vor Ort sehr geschätzt und geliebt habe, sieht sie die Verantwortung für den finalen Schnitt beim Regisseur und beim Netflix-Marketing.

Shirin David kritisiert ihre Netflix-Dokumentation als konstruiert
Photo: bigFM

Zudem äußerte sich die Rapperin zu den Verhandlungen über einen Rückkauf des Films. Eine von ihr initiierte Übernahme scheiterte nach ihren Angaben an rechtlichen Bedenken der Streaming-Marketingabteilung, wonach eine solche Maßnahme dem Image des Unternehmens schaden würde. In diesem Zusammenhang verwies sie auch auf ihre Branchenkollegin Helene Fischer, die eine geplante Dokumentation bei Netflix ebenfalls abgesagt hatte.

Netflix weist die Vorwürfe zurück

Der Streaminganbieter ließ die Anschuldigungen nicht unkommentiert. Eine Sprecherin des Unternehmens betonte gegenüber der Presse, dass solche Talent-Dokumentationen genau jene Geschichten erzählen würden, die durch den Einblick und den Zugang entstehen, den Künstlerinnen und Künstler während einer solchen Produktion selbst gewähren. Eine inhaltliche Korrektur oder ein Entgegenkommen in puncto Kontrolle ist vonseiten der Plattform demnach nicht vorgesehen.

Shirin David kritisiert ihre Netflix-Dokumentation als konstruiert
Photo: 20min
Shirin David rechnet mit ihrer eigenen Netflix-Doku ab
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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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