Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 14. Oktober 2026 erklärt, er fühle sich von US-Präsident Donald Trump nach Einschränkungen des Starlink-Dienstes und einem Diesel-Handelsabkommen mit Russland persönlich verraten. Während Moskau das Abkommen als Modell für wirtschaftliche Zusammenarbeit feiert, warnt Kiew vor einem Fehler.
Wolodymyr Selenskyj und die Enttäuschung über Donald Trump
Die Beziehungen zwischen Washington und Kiew haben nach mehr als vier Jahren Krieg einen neuen Tiefpunkt erreicht. Während eines Besuchs in London äußerte sich der ukrainische Präsident tief enttäuscht über die jüngsten Schritte des US-Präsidenten Volodymyr Zelenskyy hat gesagt, er fühle sich von Donald Trump persönlich verraten. Neben dem umstrittenen Diesel-Handel zwischen den USA und Russland belasten vor allem plötzliche technische Einschränkungen des Satellitenkommunikationssystems Starlink das Verhältnis.
In einem Fernsehinterview sprach Selenskyj offen über seine Gefühle und das Verhalten des US-Partners. Das Vertrauen in Washington stehe auf dem Spiel, während im eigenen Land die kritische Infrastruktur weiter unter Beschuss leide. Der ukrainische Präsident erklärte, das offizielle Eintreten auf die Seite Moskaus wäre ein Fehler, betonte jedoch gleichzeitig, dass er Trump trotz allem als Verbündeten betrachte und ihm vertrauen wolle. US-Außenminister Marco Rubio, der auch als nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten fungiert, erklärte hingegen, das Weiße Haus stehe nicht hinter der Reduzierung des Starlink-Dienstes und niemand habe die Drosselung angeordnet. Elon Musk teilte ebenfalls mit, dass eine solche Entscheidung nicht von ihm getroffen worden sei.

Das umstrittene Diesel-Abkommen und die Reaktionen aus Moskau und Washington
Auslöser der aktuellen Krise ist eine Vereinbarung, die Donald Trump nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt gab. Das Arrangement sieht vor, dass Russland kurzfristig mehr als 300.000 Metriktonnen Diesel an die USA und globale Märkte liefert, um die heimischen Energiepreise vor den anstehenden Zwischenwahlen zu senken. In einem Interview mit „Piers Morgan Uncensoredwarnte Selenskyj den US-Präsidenten, er habe durch den Import von Dieselkraftstoff aus Russland die falsche Seite gewählt, was Putin einen leichten Sieg beschere.
US-James Lankford verteidigte das Vorgehen unter Hinweis auf die Notwendigkeit, einen Ausgleich zwischen dem Druck auf Russland und der Entlastung der amerikanischen Bevölkerung bei hohen Benzinpreisen zu finden.
The American negotiating track will continue. We’re counting on them to put more pressure on Putin, not on us. Otherwise, it’s simply unfair. As for our meetings with the American side – we expect to meet and are ready to meet in Ukraine or in Europe. If they want to meet in…
Technische Hürden für das ukrainische Militär bei Starlink
Zusätzlich zum diplomatischen Zerwürfnis steht das ukrainische Militär vor akuten operativen Problemen. Die anhaltende Geschwindigkeitsbegrenzung schränkt den reibungslosen Ablauf ein.
Präsident Selenskyj betonte, dass er nicht wisse, ob Trump oder Elon Musk persönlich die Anordnung zur Limitierung getroffen hätten, vermutete jedoch, dass beide Parteien beteiligt waren. Er fügte hinzu, dass die Einschränkung sofort aufgehoben wäre und wieder wie gewohnt funktionieren würde, wenn Trump dies anordnen würde. Überdies verwies der ukrainische Präsident darauf, dass solche Maßnahmen zu unnötigen menschlichen Verlusten im laufenden Konflikt führen.

Haltung europäischer Partner und offene Fragen für den Winter
Während der Konflikt mit den USA eskaliert, suchen ukrainische Regierungsvertreter den Rückhalt in Europa. Bei einem Treffen in London suchte der ukrainische Staatschef den Schulterschluss mit dem britischen Premierminister Andy Burnham, der im Vorfeld versicherte, dass die Ukraine bei ihren diplomatischen Bemühungen in Downing Street nicht mit leeren Händen dastehe und Optionen für beschleunigte Militärhilfen ausgearbeitet würden.
Ungeachtet der diplomatischen Anstrengungen bleibt die Lage vor Ort angespannt. Russland führt weiterhin massive Angriffe auf das ukrainische Energiesystem durch, wobei Berichten zufolge bei jüngsten nächtlichen Attacken Dutzende Drohnen und ballistische Raketen abgefeuert wurden. Europäische Spitzenpolitiker wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa betonten während eines Gipfeltreffens in Brüssel, dass Europa seinen Druck auf Moskau aufrechterhalten und bestehende Sanktionen nicht vor einem Ende des Krieges aufheben werde.

Hinter den Kulissen führte unter anderem der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow Gespräche mit US-Gesandten wie Jared Kushner in Florida, während Kiew weiterhin auf die Unterstützung westlicher Partner angewiesen ist, um den Krieg auf dem Verhandlungsweg zu beenden.
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