Die SEC hat LSU und Coach Lane Kiffin am Donnerstag in einem Bundesgericht in Alabama verklagt. Im Zentrum des Rechtsstreits steht der umstrittene Einsatz von Spielern, die zuvor im Kader von NFL-Teams standen. Die Universitätskonferenz will damit verhindern, dass Louisiana State University Profis für die Saison 2026/27 einsetzt.
Der Konflikt um Profi-Rückkehrer im College Football hat am Donnerstag eine neue Eskalationsstufe erreicht. Ziel der juristischen Schritte ist es, die Louisiana State University (LSU) und ihren Coach gerichtlich zu stoppen.
Vorwürfe der SEC gegen LSU und Lane Kiffin
Laut der Klageschrift, die von Front Office Sports näher beleuchtet wurde, wirft die SEC der Universität und ihrem Trainerstab eine gezielte Kampagne vor.
Die Southeastern Conference führte in ihrer Klageschrift im Bundesgericht für den nördlichen Bezirk von Alabama via NBC Sports aus, dass die Beklagten eine gezielte und koordinierte Kampagne geführt hätten, um Profisportler für die Saison 2026/27 als Footballspieler für LSU zu rekrutieren, einschließlich Spielern, die NFL-Verträge mit den Cleveland Browns, den New Orleans Saints und den Tampa Bay Buccaneers unterschrieben hatten.
Das Vorgehen der SEC erinnert an Taktiken anderer großen Konferenzen. So hat die Big 12 im Zuge einer eigenen bundesrechtlichen Klage bereits bewirkt, dass Texas Tech einen Plan aufgab, den Quarterback Brendan Sorsby einzusetzen, nachdem dieser eine einstweilige Verfügung gegen eine von der NCAA verhängte Wettsperre erwirkt hatte.
Hintergrund um Dae’Quan Wright und LSU-Coach Lane Kiffin
Auslöser der aktuellen Diskussionen ist vor allem die Personalie Dae’Quan Wright. Der Tight End und ehemalige Spieler von Ole Miss schloss sich nach monatelangem Aufenthalt bei den Cleveland Browns dem Team aus Baton Rouge an.
Konferenzverantwortliche reagierten scharf auf derartige Personalwechsel. Am Dienstag kündigte die Big Ten an, den Einsatz von aus der NFL zurückkehrenden Akteuren zu verbieten. Nur wenige Stunden später zog die SEC mit einer Erklärung nach, wonach Spieler von NFL, NBA oder WNBA und weiteren Profiligen in ihrer Liga keine Startberechtigung erhalten sollen.
Coach Lane Kiffin äußerte sich während eines Auftritts in der Sendung The Pat McAfee Show am Dienstag kritisch zu den Beschlüssen der großen Sportverbände und verwies auf bestehende Gerichtsbeschlüsse.
Lane Kiffin, Trainer von LSU, erklärte via Yahoo Sports, dass über 100 Athleten in verschiedenen Sportarten spielberechtigt erklärt worden seien und man habe spielen dürfen, was auf einer gerichtlichen Anordnung beruhe. Wenn man an all die verschiedenen gerichtlichen Anordnungen für großartige Spieler zurückdenke, die erlassen worden seien – egal ob das Diego Pavia oder nun Trinidad (Chambliss) sei, denen ein sechstes Jahr gewährt worden sei –, habe man alle gerichtlichen Anordnungen befolgt, und er glaube, dass man als Konferenz in eine sehr interessante Situation gerate, wenn man nun sage, dass man diese gerichtliche Anordnung nicht befolgen werde, während man diesen Kindern, von denen ein Gericht sage, sie könnten überallhin gehen, sage, dass sie das nicht dürften.
Juristische Hürden und die Reaktion der Universitätsleitung
Die Klage der SEC fiel zeitlich mit einem am Donnerstag in das staatliche Gericht zurückgekehrten Verfahren zusammen, bei dem auf der Tagesordnung stand, ob eine einstweilige Verfügung – welche LSU die Hinzufügung der ehemaligen NFL-Spieler erlaubt hatte – weiter fortgeführt wird.
Kiffin selbst betonte, dass er keineswegs grundsätzlich ein Befürworter von aus NFL-Kadern zurückkehrenden Spielern ist, in diesem konkreten Fall jedoch eine Ausnahme vorliege. Er erklärte zudem, er habe gewusst, dass LSU und sein Name wegen des Wechsels in den Schlagzeilen stehen würden:

Lane Kiffin, Trainer von LSU, erklärte via Yahoo Sports, wer auch immer der erste Spieler gewesen sei, bei dem eine Zusage erfolgt sei, derjenige wäre das Aushängeschild geworden, was er auch seinem Team gesagt habe. Es habe allerhand Schulen gegeben, die ihn rekrutiert hätten, man solle seinen Agenten Drew Rosenhaus fragen, und es habe Schulen gegeben, die ihm viel geboten hätten, um dorthin zu kommen, einschließlich in dieser Konferenz und einschließlich seiner vorherigen Schule, aber er habe sich für LSU entschieden, woraufhin er zu seinen Jungs gesagt habe, sie sollten sich bereit machen, da Lane Kiffin und LSU hier etwas täten, was sonst niemand tue.
Die jüngste Entwicklung vertieft die organisatorischen Spannungen im modernen College Football zusätzlich. Beobachter rechnen damit, dass der anhaltende Streit zwischen Verbandsstrukturen und gerichtlichen Spielerfreigaben von den Entscheidungsträgern sicherlich genutzt wird, um neue Bemühungen zur Verabschiedung des Protect College Sports Act voranzutreiben.
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