Schwere Unwetter haben am Mittwoch, 16. September 2026, weite Teile Bayerns und den Süden Deutschlands getroffen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor heftigem Starkregen mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter, Sturmböen um 70 Kilometern pro Stunde, Hagel und möglichen Superzellen.
Der Wetterumschwung erfasste den Freistaat nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Laufe des Mittwochs, nachdem die Gewitterfront bereits am Vormittag aus dem Westen aufgezogen war. Meteorologen registrierten in mehreren Regionen Bayerns amtliche Warnungen. Betroffen waren zunächst der Norden und Westen des Landes, ehe sich die Gewitter weiter nach Osten und Süden verlagerten. Den Bayern steht ein unruhiger Mittwoch bevor, und Wetterexperten warnten vor starken Gewittern im Freistaat, bei denen sogar Superzellen entstehen könnten.
Amtliche Unwetterwarnungen für den Freistaat
Bereits am Morgen gaben die Meteorologen offizielle Warnungen für Landkreise wie Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Main-Spessart, Schweinfurt und Haßberge heraus. Demnach kamen Gewitter aus Westen, und es gab Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h. Die Warnungen des DWD galten nun auch für weitere Regionen wie den Landkreis und Stadt Coburg, den Bezirk Lichtenfels sowie den Landkreis Kronach. Im weiteren Verlauf des Mittwochs weiteten sich die amtlichen Warnungen der Stufen eins und zwei auf zahlreiche weitere Regionen aus. Bis in die Nachmittagsstunden galten Warnungen unter anderem für den Landkreis Unterallgäu, den Landkreis Ebersberg, Landkreis und Stadt Landshut, Landkreis Erding, Mühldorf a. Bezirksgasthof, sowie den Landkreis Landsberg am Lech. Auch die Landeshauptstadt München geriet in das Warngebiet. In München hat es geregnet, und im Süden grüßte bereits heftiger Regen, auch Donner war zu hören.
Ganzer Stadtteil in BaWü gesperrt
Der Deutsche Wetterdienst wies auf akute Gefahren durch Blitzeinschläge, die Lebensgefahr bedeuten, sowie einzelne herabfallende Äste, herumfliegende Gegenstände, vereinzelte schnelle Überschwemmungen von Straßen und Unterführungen, Aquaplaning und Hagelstürme hin. In München registrierten Beobachter Regenfälle und Donnergrollen, während im Umland kräftige Sturmböen und Starkregen einsetzten.

Regionale Niederschlagsmengen und Superzellen-Gefahr
Die meteorologische Entwicklung im Süden Bayerns gestaltete sich besonders dynamisch. Meteorologen rechneten im Südwesten mit Niederschlagsmengen zwischen 20 l/m² und 35 l/m² in 6 Stunden zwischen 14 und 23 Uhr. In Lagersituationen werden Mengen von bis zu 45 l/m² erreicht, ergänzt der DWD. Im Südosten des Freistaates gelten die Warnungen von 17 Uhr bis Donnerstagmorgen um 2 Uhr, wobei in stehenden Gebieten sogar Niederschlagsmengen von rund 50 l/m² erreicht werden können.
Experten schlossen die Bildung von Superzellen nicht aus. Konkret betroffen war die Region bis 14:30 Uhr unter anderem mit Warnungen vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten um die 70 km/h sowie Starkregen mit Niederschlagsmengen um die 20 l/m² pro Stunde und kleinkörnigem Hagel.
Schwere Vorwochenschäden in Baden-Württemberg
Heftige Gewitter treffen heute auf Bayern
Die aktuellen Unwetter knüpfen an eine extreme Wetterphase aus der Vorwoche an. Bereits am Freitag, 29. August, hatte eine heftige Gewitterfront Baden-Württemberg und den Bodenseeraum getroffen. In Schaffhausen wurden Sturmböen von bis zu 143 Kilometern pro Stunde gemessen – das entspricht Orkanstärke 12. In Steckborn in der Schweiz waren es gegen 10:20 Uhr rund 130 km/h, in Friedrichshafen 114 und in Weilheim im Südschwarzwald 112 km/h. Weiter östlich verlor die Front an Kraft, wobei in Lindau noch etwa 105 km/h registriert wurden.
In Singen am Bodensee richteten die Unwetter massive Schäden an. Ein Stadtteil in Singen im Kreis Konstanz musste sogar abgesperrt werden. Die Dächer von etwa 100 Häusern wurden dort abgedeckt, wie Feuerwehr-Einsatzleiter Mario Dutzi mitteilte. „Der Stadtteil ist von einer sehr starken Unwetterzelle getroffen worden, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Mario Dutzi. Zudem wurden zahlreiche Bäume entwurzelt.
Einsatzkräfte und Bahnverkehr im Ausnahmezustand
Zahlreiche Landkreise in Baden-Württemberg, darunter der Landkreis Reutlingen und Oppenweiler nördlich von Stuttgart, verzeichneten nach dem Durchzug der Unwetter umgestürzte Bäume, überflutete Straßen und Keller sowie beschädigte Dächer. Hagel, Starkregen und Sturmböen sorgten dort für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Auch der Bahnverkehr war örtlich beeinträchtigt.
Der Deutsche Wetterdienst warnte bundesweit vor teils kräftigen Gewittern, wobei im Südosten Bayerns schwere Gewitter mit heftigem Starkregen von mehr als 30 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, größerem Hagel sowie schweren Sturm- bis Orkanböen zwischen 100 und mehr als 120 Kilometern pro Stunde drohten.
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