Saudi-Behörden haben am 17. Oktober 2026 den 29-jährigen Hassan Zaki al-Faraj hingerichtet, der als Minderjähriger wegen der Teilnahme an Protesten verurteilt worden war. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Tat scharf und warnen vor der akuten Hinrichtungsgefahr für einen weiteren Gefangenen.
Hinrichtung von Hassan Zaki al-Faraj am 17. Oktober 2026
Saudi-Arabien hat am 17. Oktober 2026 Hassan Zaki al-Faraj hingerichtet. Verurteilt wurde er für Taten, die er im Alter von 14 Jahren begangen haben soll. Der 29-Jährige starb nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ohne vorherige Benachrichtigung.
Die Vorwürfe stützten sich auf seine Teilnahme an Protesten gegen die Behandlung der schiitischen Minderheit in der Ostprovinz.
Laut Angaben der MENA Rights Group war al-Faraj während seiner Haft schwerer Folter ausgesetzt und über längere Zeit in Einzelhaft gehalten worden. Die Vollstreckung der Todesstrafe erfolgte gemeinsam mit vier weiteren Männern aus derselben Region, die im selben Verfahren verurteilt worden waren. Seine Familie erfuhr erst im Nachhinein von der Hinrichtung, und die Behörden behielten seine sterblichen Überreste zurück.

Drohendes Todesurteil für Yousef al-Manasif
Der heute 30-Jährige schwebt in akuter Lebensgefahr, nachdem der saudi-arabische Oberste Gerichtshof sein Todesurteil Berichten zufolge bestätigt hat.
Nach der Hinrichtung von al-Faraj richtet sich der Fokus internationaler Organisationen auf Yousef al-Manasif. Al-Manasif war im April 2017 festgenommen worden. Die Anklage warf ihm vor, in den Jahren 2011 und 2012 im Alter von 15 und 16 Jahren an Protesten für die Rechte der Schiiten sowie an Beerdigungen teilgenommen zu haben. Im November 2022 verurteilte ihn das Sonderstrafgericht zum Tod. Laut Reprieve wurde er gefoltert, um ein falsches Geständnis zu unterschreiben, und traf erst 2022 auf seinen staatlich zugewiesenen Pflichtverteidiger.
تنفيذ حُكم القتل تعزيرًا في (5) مواطنين لارتكابهم جرائم إرهابية تمثلت في الانضمام إلى تنظيم إرهابي خارجي، وإطلاق النار على رجال الأمن والمقار الأمنية والمركبات الأمنية باستخدام الأسلحة والقنابل، وحيازة الأسلحة والذخيرة الحية، وتوفير الدعم لتمويل وتنفيذ عمليات إرهابية داخل المملكة pic.twitter.com/yW26oCoYNS
Mit der jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ist auch Yousef al-Manasif von einer ernsthaften Hinrichtung bedroht.
Widerspruch zwischen Dekreten und Hinrichtungen
Im Jahr 2020 hatte Saudi-Arabien ein Dekret erlassen, das die Todesstrafe für Straftaten Minderjähriger formell beendete und in Nicht-Terrorismusfällen durch eine Haftstrafe von höchstens zehn Jahren ersetzte.
Die neuen Vollstreckungen stehen im direkten Widerspruch zu diesen offiziellen Schritten der Regierung in Riad. Menschenrechtsgruppen betonen jedoch, dass die Praxis der Hinrichtung von Jugendstraftätern durch die Anwendung Antiterrorgesetzen fortbesteht.

Saudi-Arabiens Behauptung, die Todesstrafe für Kindheitsverbrechen abgeschafft zu haben, war schon immer eine Lüge, aber inzwischen hat man jeden Schein aufgegeben.
Jeed Basyouni, Leiterin der Abteilung für Todesstrafenprojekte im Nahen Osten bei Reprieve
Im Jahr 2024 verzeichnete das Land 345 Hinrichtungen, gefolgt von einem neuen Höchststand mit 347 Hinrichtungen im Jahr 2025. Zahlen der Europäischen Saudi-Arabischen Organisation für Menschenrechte (ESOHR) verdeutlichen die Dimension der Todesstrafen im Königreich. Auch für das Jahr 2026 halten die internationalen Beobachter den Druck auf die Regierung aufrecht, die Praxis sofort zu beenden.