Saudi-Arabien hat das King Khalid International Airport in Riad am Sonntag, den 25. Oktober 2026, an zwei Terminals teilweise wiedereröffnet. Dies geschieht inmitten anhaltender Angriffe durch die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus Jemen, die das Drehkreuz trotz des Neustarts weiterhin als „militärisches Ziel“ bezeichnen.”
Teilweise Wiedereröffnung nach wochenlanger Schließung
Nach einer zweiwöchigen Zwangspause nahm der internationale Hauptflughafen der saudi-arabischen Hauptstadt am Sonntag den Betrieb wieder auf. Wie The Jerusalem Post berichtet, ist Terminal 1 ab sofort für Inlandsflüge vorgesehen, während Terminal 2 internationale Verbindungen abwickelt, die von nationalen Fluggesellschaften durchgeführt werden. Die Schließung war Anfang Oktober nach einer Serie tödlicher Angriffe erfolgt.
Trotz der offiziellen Wiedereröffnung zeigt sich am Himmel über Riad ein anderes Bild. Flight-Tracking-Daten von Flightradar24 belegen laut Reuters, dass das Verkehrsaufkommen am Flughafen am Sonntag äußerst gering blieb. Während saudi-arabische Fluggesellschaften wie Saudia, flynas, flyadeal und Riyadh Air einen eingeschränkten Betrieb aufrechterhalten, meiden zahlreiche ausländische Airlines das Drehkreuz vorerst weiterhin.
Huthi-Drohungen und anhaltende Luftangriffe
Die Wiedereröffnung fällt in eine Phase eskalierender Kampfhandlungen. Am Sonntag fing die saudi-geführte Koalition nach Angaben von The Jerusalem Post eine neue Welle von Drohnen und Raketen ab, darunter zwei Drohnen und eine ballistische Rakete, die auf Riad gerichtet waren. Auch Städte wie Abha, Khamis Mushait, Jazan und Najran gerieten ins Visier.

Ungeachtet der gegnerischen Luftabwehr bekräftigte der militärische Sprecher der Huthi, Yahya Saree, die Angriffsabsichten der Miliz. Er warnte Fluggesellschaften, Flughafenpersonal und Reisende davor, die Anlage zu nutzen. Laut der offiziellen Verlautbarung der Rebellen werde der Flughafen King Khalid „niemals sichersein. Der Sprecher Saree erklärte ferner, das Ziel diene den Streitkräften der Gruppierung als militärisches Ziel, und das saudi-arabische Regime trage die Konsequenzen für sämtliche Operationen an dem Standort.
Bereits zwischen dem 1. und 11. Oktober hatte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition nach eigenen Angaben rund 20 Angriffe auf den Flughafen von Riad gezählt. Neben den Vorfällen in der Hauptstadt meldeten saudi-arabische Zivilschutzbehörden am Sonntag Einsätze und Gefahrenalarme für Abha, Khamis Mushait, Jazan und Najran. Durch herabregnendes Schrapnell nach der Abfangung zweier ballistischer Raketen über Khamis Mushait und Ahad Rafidah wurden zwei Personen verletzt – ein saudi-arabischer Staatsbürger sowie ein Anwohner aus einem nicht näher genannten asiatischen Staat. Die Detonationen und Trümmerteile beschädigten zudem mehrere Gebäude und Fahrzeuge in der Region, während die Huthi-Rebellen verlauten ließen, sie hätten auch den Luftwaffenstützpunkt King Khalid in Khamis Mushait attackiert.
Die Angriffe reihen sich in einen breiter angelegten Konflikt ein, der die US-israelische Offensive gegen den Iran begleitet und Saudi-Arabien als zentralen Druckpunkt in diesem Krieg positioniert. Die erneuten Feindseligkeiten im Jemen haben einen im Jahr 2022 weitgehend vereinbarten UN-Waffenstillstand zerrissen. Das Königreich war 2015 an der Spitze einer Allianz in den jemenitischen Bürgerkrieg eingetreten, nachdem die Huthi-Bewegung im Jahr zuvor die Hauptstadt Sanaa eingenommen hatte. Zuletzt intensivierte Riad seine eigenen Luftschläge gegen die Bewegung, nachdem diese strategisches Gebiet an der Rotmeerküste nahe der globalen Seeschifffahrtsstraße Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht hatte.
Ausweichmanöver der Fluggesellschaften und internationale Zurückhaltung
Mindestens 19 internationale Fluggesellschaften haben ihre Flugaussetzungen nach Riad über den Termin der Wiedereröffnung hinaus verlängert. Nach Angaben von Houseofsaud reagieren the Carrier damit direkt auf die anhaltende Sicherheitslage. Weitere große internationale Fluggesellschaften hielten ebenfalls an ihren Suspendierungen fest. Für viele europäische und internationale Carrier gelten zudem regulatorische Vorgaben, darunter EASA-Konflitzonenenbulletins und FAA-NOTAMs, die bis in den Dezember hinein reichen.

Auch die neue saudi-arabische Fluggesellschaft Riyadh Air musste auf die Krise reagieren. Da der Heimatflughafen stark beeinträchtigt ist, verlegte das Unternehmen einen Teil seiner Boeing 787-9 Dreamliner rund 400 Kilometer nordwestlich nach Al Qassim. Von dort aus startete die Airline unter anderem begrenzte Verbindungen, um Passagieren Ausweichmöglichkeiten zu bieten. Tony Douglas hatte die Belegschaft zuvor in einer internen Mitteilung zu beruhigen versucht und erklärt, man würde niemals Flüge durchführen oder Mitarbeiter in Gebäuden arbeiten lassen, deren Sicherheit nicht gewährleistet sei, weshalb die Hauptbüros trotz eines Angriffes unweit des Standorts zunächst geöffnet blieben. Reisende und Geschäftsleute nutzen unterdessen alternative Routen, darunter Fahrten mit Bussen durch die Wüste zur Nutzung von Flughäfen in Nachbarländern wie Bahrain oder Katar, um das Königreich zu verlassen oder zu betreten.
Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben in Riad
Die anhaltenden Angriffe treffen das Königreich schwer in seinen wirtschaftlichen Transformationsplänen. Regierungsinstitutionen in Riad forderten Angestellte auf, wachsam zu bleiben, während Minister wie Ahmad bin Sulaiman Al Rajhi während einer Konferenz betonen mussten, dass man unter dem Schutz Gottes sicher sei. Neben dem Passagierverkehr gerieten auch andere kritische Infrastrukturen des Landes ins Visier der Rebellen. Die Huthi-Bewegung beanspruchte für sich, im Zuge ihrer Operationen auch Ölanlagen sowie das King Fahd International Airport in Dammam attackiert zu haben.
Obwohl das saudi-arabische Transportministerium betonte, dass the Flugbetrieb am Flughafen King Fahd in Dammam nach einem früheren Angriff wieder normal verlaufe, beeinträchtigen die permanenten Droh- und Raketenangriffe das Investitionsklima nachhaltig.
Reisewarnungen und offene Fragen
Die internationalen Regierungen reagieren mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen auf die Lage. Das US-Außenministerium ordnete am 23. Oktober die Ausreise von nicht-notwendigen Regierungsangestellten und deren Familienmitgliedern an, wie aus den Hinweisen der Usembassy hervorgeht. Die offizielle US-Reisewarnung wurde aktualisiert, um der gestiegenen Bedrohung durch iranisch unterstützte Huthi-Aggressionen Rechnung zu tragen; US-Mitarbeiter unter Chief-of-Mission-Verantwortung unterliegen seither strengen Sondergenehmigungen für die Nutzung saudi-arabischer Flugplätze. Die britische Regierung (FCDO) rät unterdessen per aktualisierter Reisewarnung von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen für fast das gesamte Gebiet des Königreichs ab und warnt vor akuten Gefahren für Flughäfen, Militärbasen, Häfen und Energieinfrastrukturen in Städten wie Riad, Jeddah, Dammam, Yanbu, Jazan und Abha.
Parallel zu den Entwicklungen in der Golfregion gibt es diplomatische und humanitäre Bewegungen in anderen Teilen des Nahen Ostens. Im Westjordanland und in Gaza nahm das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) derweil nach einer Anordnung des israelischen Obersten Gerichtshofs den Empfang von Haftlisten für palästinensische Gefangene wieder auf, nachdem diese Praxis infolge der Ereignisse vom 7. Oktober 2023 ausgesetzt worden war.
Unbeantwortet bleibt bislang die Frage, wann und ob die verbleibenden Terminals des Flughafens in Riad ihren regulären Vollbetrieb wieder aufnehmen können. Weder offizielle Stellen in Riad noch Sprecher der internationalen Airlines haben einen verbindlichen Zeitplan für eine vollständige Normalisierung des zivilen Luftverkehrs in der saudi-arabischen Hauptstadt vorgelegt.
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