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Welt

USA ziehen Botschaftspersonal aus Saudi-Arabien ab

Angesichts anhaltender Raketen- und Drohnenangriffe der jemenitischen Huthi-Miliz hat das US-Außenministerium die Ausreise von nicht in Notfällen tätigen Regierungsangestellten und deren Familien aus Saudi-Arabien angeordnet. Der Schritt am 22. Oktober 2026 folgt auf Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien, bei denen auch Flughäfen im Königreich getroffen und Menschen getötet wurden.

Die Sicherheitslage auf der Arabischen Halbinsel hat sich spürbar zugeschnitten. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen und offiziellen Mitteilungen der US-Regierung betrifft die angeordnete Ausreise (ordered departure) Mitarbeiter ohne dringende Notfallaufgaben sowie deren Angehörige in Saudi-Arabien. Wie unter anderem WELT berichtete, wurden parallel dazu auch Familienangehörige von Botschaftspersonal in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Bahrain zur Ausreise aufgefordert.

Tödliche Drohnen- und Raketenangriffe auf saudi-arabische Ziele

Auslöser für den diplomatischen Teilrückzug sind die fast täglichen Attacken der pro-iranischen Miliz. Saudi-Arabien steht seit Beginn des Monats im Fokus von ballistischen Raketen und unbemannten Flugkörpern. Das Ausmaß der Angriffe zeigte sich besonders drastisch bei einem Treffer des internationalen Flughafens von Riad, bei dem 13 Menschen starben und mehr als 300 weitere Verletzungen erlitten, wie ntv dokumentierte.

USA ziehen Botschaftspersonal aus Saudi-Arabien ab
Foto: n-tv.de

Die Eskalation setzte sich in den darauffolgenden Wochen fort. Kurz nachdem die US-Botschaft in Riad eine erneute Sicherheitswarnung herausgegeben hatte, traf ein Angriff am Abend den King Fahd International Airport in Dammam im Osten des Landes. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben, acht weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Zudem fingen saudi-arabische Streitkräfte eine ballistische Rakete ab, die auf die Hauptstadt gerichtet war, während herabfallende Trümmerteile eines Drohnenangriffs auf das Ölfeld Schajbah nahe der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zwei Menschen töteten.

Einordnung durch das US-Außenministerium und regionale Schutzmaßnahmen

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, bestätigte die Maßnahme über den Kurznachrichtendienst X. Er betonte, dass der Schutz und die Sicherheit der Ministeriumsmitarbeiter sowie ihrer Familien oberste Priorität genießen. Die Anordnung geht über eine freiwillige Ausreise hinaus und verpflichtet die betroffenen Personen zum Verlassen des Landes.

Erst Ende August hatte Washington damit begonnen, diplomatisches Personal an die Vertretungen im Nahen Osten zurückzuschicken. Ein Großteil der Mitarbeiter war im März nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran abgezogen worden, nachdem iranische Vergeltungsschläge auch US-Einrichtungen ins Visier genommen hatten. Nun erzwingt die erneute Frontöffnung der Huthis im Jemen den erneuten Teilabzug.

Militärische Grenzen der Luftabwehr und Reaktionen der Partner

Hintergrund der anhaltenden Bedrohung ist der festgefahrene Konflikt im Jemen, in dem Saudi-Arabien seit über einem Jahrzehnt eine Militärkoalition zur Unterstützung der international anerkannten Regierung anführt. Nach Einschätzung des saudischen Analysten Ali Shihabi läßt sich die Gefahr nur schwer vollständig abwehren. Wie der regierungsnahe saudische Analyst Ali Shihabi gegenüber Medien erklärte, verfügt das Land über kein ausreichendes Kontingent an Flugabwehrsystemen und Abfangraketen, um sämtliche Flughäfen, Pipelines und Ölanlagen gleichzeitig zu schützen.

Unterdessen ringen die Verbündeten um die genaue Ausrichtung ihrer Unterstützung. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi erklärte, dass jegliche Militärhilfe streng auf die Verteidigung des saudi-arabischen Territoriums beschränkt bleiben und Offensivangriffe auf den Jemen ausschließen wird.

USA ziehen Botschaftspersonal aus Saudi-Arabien ab
Foto: Berliner Zeitung

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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