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Kantonspolizei Aargau ermittelt nach Fund zerstückelter Leiche in Stein AG

Am Sonntagmorgen entdeckten Passanten am Rheinufer in Stein AG mehrere Säcke mit den Teilen einer zerstückelten männlichen Leiche im Wasser. Die Kantonspolizei Aargau hat zusammen mit der Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung eingeleitet und geht von einem Tötungsdelikt aus, während die Identität des Opfers und der genaue Tatort noch völlig unklar sind.

Drei Männer waren am frühen Sonntagmorgen am Ufer des Rheins unterwegs, als ihnen ein auffälliger Sack im Wasser ins Auge fiel. Sie zogen ihn an Land und machten einen schrecklichen Fund: Darin befand sich ein menschliches Bein. Die alarmierten Einsatzkräfte der Kantonspolizei Aargau rückten kurz nach 7.30 Uhr mit Booten und Polizeitauchern an und sicherten im weiteren Verlauf des Tages noch mehrere andere Säcke mit Körperteilen aus dem Fluss.

Intensive Spurensuche und grenzübergreifende Zusammenarbeit am Rhein

Der Fundort Stein liegt direkt an der Grenze zu Deutschland, gegenüber der Stadt Bad Säckingen. Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, bestätigte, dass die Schweizer Behörden wegen der grenznahen Lage eng mit den deutschen Stellen zusammenarbeiten. Das Institut für Rechtsmedizin Aargau hat die sterblichen Überreste übernommen, um die genaue Todesursache und die Identität des Mannes zu rekonstruieren.

Kantonspolizei Aargau ermittelt nach Fund zerstückelter Leiche in Stein AG
Foto: 20 Minuten

Die Polizei sucht derweil händeringend nach Augenzeugen. Die Kriminalpolizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen am Rheinufer oder an anderen Orten. Ob die Säcke direkt in Stein ins Wasser gelangten oder stromaufwärts im Fluss trieben, gehört zu den vielen Fragen, die die Ermittler noch klären müssen.

Spuren führen in die Nachbarschaft eines Asylheims

Ein zentraler Aspekt der laufenden Untersuchungen betrifft ein nahegelegenes Asylheim. Die Behörden bestätigten einen sachdienlichen Bezug zu dieser Unterkunft am Fundort, wollten sich jedoch zu konkreten Gerüchten bisher nicht abschliessend äussern. Aus der Nachbarschaft und dem Umfeld des Heims ist zu hören, dass ein junger Mann aus Burundi vermisst wird, wobei noch unklar ist, ob es sich dabei um das Opfer handelt. Ob dieser Vermisstenfall mit dem Toten identisch ist, liess die Kantonspolizei vorerst offen und verwies auf die noch ausstehenden rechtsmedizinischen Analysen.

Kantonspolizei Aargau ermittelt nach Fund zerstückelter Leiche in Stein AG
Foto: SRF

Jugendliche und Anwohner berichteten Reportern von einem schockierenden Fund und einer Dimension des Verbrechens, die man so nicht kennt. Lukas Amstad (19) aus Stein berichtete, dass er am Sonntag fünf oder sechs Polizeiautos bei der Strasse in der Nähe des Fundorts gesehen habe und erst am Montagmorgen über einen Gruppenchat von dem schrecklichen Fund erfuhr. Eine am Ufer angetroffene Passantin, die anonym bleiben möchte, erklärte zudem, sie habe schon seit Jahren ein mulmiges Gefühl, wenn sie frühmorgens mit ihrem Hund am Rhein entlang spaziere, da der Fundort nahe an der Grenze und eher abgelegen sei.

Offene Fragen und nächste Schritte bei den Ermittlungen

Bislang gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über den exakten Tatort, den Zeitpunkt des Verbrechens oder eine mögliche Täterschaft. Polizeisprecher Graser erklärte, dass die Ermittler vor einer enormen Herausforderung stehen, weil der Flussfundort keineswegs automatisch dem Tatort entspricht. Klar ist nach Angaben der Behörden nur, dass ein Gewaltverbrechen vorliegt.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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