Zum Inhalt springen
Unternehmen

Robert Gibbins verlässt die Schweiz nach Einbruch in seine Villa

Nach einem spektakulären Einbruch in seine Villa im Waadtländer Founex kehrt der britische Millionär Robert Gibbins der Schweiz nach 15 Jahren den Rücken. Der Gründer des Investmentfonds Autonomy Capital kündigte seinen Wegzug nach London an und kritisierte dabei scharf die Sicherheitslage sowie die Normalisierung von Einbrüchen in der Region.

Millionär Robert Gibbins verlässt Founex nach Villa-Einbruch

Robert Gibbins, Gründer des Investmentfonds Autonomy Capital, hat nach 15 Jahren am Genfersee seinen Wohnsitz in Founex im Kanton Waadt aufgegeben. Sein Vermögen wird auf 65 bis 70 Millionen Franken geschätzt. Der Entschluss folgt auf einen massiven Einbruch in seine Villa, der sich am 1. Januar 2026 ereignete.

Unbekannte Täter waren in Abwesenheit der Familie in das Anwesen eingedrungen, hatten Innenwände eingerissen und einen mehr als 200 Kilogramm schweren Tresor entwendet. Anschließend durchbrachen die Einbrecher das Tor, um mit ihrer Beute zu entkommen. Gibbins zog daraufhin die Reissleine, verkaufte seine Immobilie, nahm seine Kinder von der Schule und verlegte seine geschäftlichen Aktivitäten zurück nach London.

Robert Gibbins
Foto: Blick

Kritik am Sicherheitsgefühl in der Region am Genfersee

Im Gespräch mit der Zeitung Le Temps äußerte sich der britische Finanzier bestürzt über das Ausmaß der Kriminalität in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Er habe erst im Nachhinein festgestellt, dass in den vergangenen Jahren fast jedes Haus in seiner Umgebung von Einbrüchen heimgesucht worden sei, wie Newsminimalist berichtet. Der Brite betonte, dass seine Familie und sein Vermögen in dieser Umgebung keinen Schutz mehr fanden. Die Entwicklungen haben ihn tief getroffen, und er bedauert den Verlust des früheren Sicherheitsstandards.

Wenn ich meinen Freunden in Hongkong oder New York erzähle, was uns passiert ist, versichern sie mir, dass sie noch nie von so etwas gehört haben.

Robert Gibbins, Gründer von Autonomy Capital, via Blick

Gibbins monierte, dass solche Taten in der Schweiz zu stark banalisiert würden. Seine Erfahrungen machten deutlich, wie sehr das Vertrauen in die persönliche Sicherheit schwinden könne.

Offizielle Statistik zu Einbrüchen und Home-Jackings im Kanton Waadt

Während betroffene Vermögende den Verlust des Sicherheitsgefühls beklagen, zeichnen die offiziellen kantonalen Statistiken ein differenziertes Bild. Im Kanton Waadt gingen die Wohnungseinbrüche im Jahr 2025 um 8,4% zurück. Allerdings stieg gleichzeitig die Zahl der sogenannten Home-Jackings an. Die Behörden registrierten elf derartige Fälle, während es in den Vorjahren lediglich ein bis fünf Vorfälle jährlich gegeben hatte. Diese Zunahme verdeutlicht die neue Qualität der Einbruchskriminalität, die auch durch Berichte im «Financial Times» über gewaltsame Übergriffe auf wohlhabende Anwohner in der Region beleuchtet wurde.

Schweizer Anziehungskraft für internationale Spitzenvermögen

Der Weggang von Robert Gibbins erfolgt zu einer Zeit, in der die Schweiz trotz solcher Zwischenfälle weiterhin vermögende Personen aus dem Ausland anzieht.

  • Christian Angermayer: Der deutsche Investor und Unternehmer (48) verlegte sein Vermögen von rund 1,25 Milliarden Franken im Jahr 2024 an den Luganersee.
  • Bent Christian und Arne Alexander Wilhelmsen: Die beiden norwegischen Reedereibesitzer (65 und 59 Jahre alt) verließen Norwegen nach einer Steuergesetzänderung und ließen sich mit Vermögen von je rund 1,3 Milliarden Franken in der Schweiz nieder.
  • Kjell Inge Røkke: Der norwegische Unternehmer, dessen Vermögen auf etwa 9,2 Milliarden Franken beziffert wird, zog bereits 2022 in die Südschweiz nach Lugano, um seine Heimat hinter sich zu lassen.
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.