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Philipp Kaider gewinnt RAAM zum zweiten Mal in Folge

Der 40-jährige Österreicher Philipp Kaider hat das Race Across America (RAAM) zum zweiten Mal in Folge gewonnen. Er erreichte am Donnerstag nach 8 Tagen, 18 Stunden und 58 Minuten das Ziel in Atlantic City. Die 4.938 Kilometer von Kalifornien an die Ostküste der USA bewältigte er dabei 3,5 Stunden schneller als im Vorjahr.

Kaider dominierte das Rennen von Beginn an und hielt die Führung über die gesamte Distanz. Die Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz war am Ende massiv: Als der Niederösterreicher die Ziellinie überquerte, lag der Zweitplatzierte laut einem Bericht von Der Standard noch mehr als 550 Kilometer hinter ihm.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,5 km/h – inklusive aller Pausen – steigerte Kaider sein Tempo im Vergleich zum Vorjahr um einen Kilometer pro Stunde. Die Strecke forderte dem Intensivkrankenpfleger alles ab: Er kämpfte mit Temperaturen von über 43 Grad in der Wüste, dünner Luft in 3.300 Metern Höhe in den Rocky Mountains sowie massiven Schlaglöchern und Gegenwind.

Medizinische Grenzwerte und die Strategie der flüssigen Ernährung

Die körperliche Belastung bei über 50.000 Höhenmetern führte in der Schlussphase zu erheblichen Beschwerden. Kaider litt unter Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich sowie Problemen in der Sitzregion. Um eine Infektion in kleinen Hautrissen zu verhindern, wurde die betroffene Stelle täglich kontrolliert und mit Cremes behandelt. Eine dickere Sattelauflage sollte die Reibung lindern.

Medizinische Grenzwerte und die Strategie der flüssigen Ernährung
Photo: Der Standard

„So weit ist alles stabil. Es gibt natürlich jetzt nach 140 Stunden im Rennen kleine Probleme. Vor allem, was die Sitzregion betrifft. Wir kontrollieren das aber täglich, tragen Cremes auf, sodass sich keine Infektion in den kleinen Hautrissen bildet. Er kommt mit den Beschwerden ganz gut zurecht.

Dr. Karl Spandl, Teamarzt, via TOUR

Ein wesentlicher Teil der Leistungsfähigkeit lag in der strikten Ernährung. Während die Betreuermannschaft in Indiana mit Wiener Schnitzel und Linzertorte versorgt wurde, ernährte sich Kaider während des gesamten Rennens ausschließlich flüssig.

Die Logistik des Elfköpfigen Betreuerteams

Ultracycling ist in der Praxis ein Mannschaftssport. Kaider wurde von einem elfköpfigen Team begleitet, das die gesamte Organisation übernahm, damit er sich ausschließlich auf das Radfahren konzentrieren konnte. Die Crew war laut ORF der entscheidende Erfolgsfaktor, insbesondere bei der mentalen Unterstützung während extremer Schlafentzug-Phasen.

Cooler Moment – Philipp Kaider gewinnt RAAM_2025

Die psychische Belastung war hoch; Kaider beschrieb, dass er und sein Team emotional sehr nah beieinanderstanden und im Verlauf des Rennens auch Tränen flossen. Trotz der Erschöpfung blieb Raum für Humor. In einer Episode täuschte Kaider eine völlige körperliche Erschöpfung vor, um die Reaktionsfähigkeit seiner Crew B zu testen, bevor er die Täuschung auflöste.

Österreichs Vormachtstellung beim RAAM

Seit der Premiere des Rennens im Jahr 1982 haben Österreicher das Event dreizehnmal gewonnen. Kaider reiht sich damit in eine Liste prominenter Mehrfachsieger ein.

Österreichs Vormachtstellung beim RAAM
Fahrer Siege Besonderheit
Christoph Strasser 6 Streckenrekordhalter (2014: 7 Tage, 15 Stunden, 56 Minuten)
Wolfgang Fasching 3 Mehrfachsieger
Philipp Kaider 2 Zweifacher Sieger in Folge
Severin Zotter 1 Einzelsieg
Franz Spilauer 1 Einzelsieg

Wie OÖNachrichten berichtet, ist das Rennen damit eine österreichische Domäne geworden, wobei Strasser mit seinem 2014er Lauf weiterhin den absoluten Zeitrekord hält.

Analyse der Konkurrenz und Podiumsplätze

Während Kaider das Feld frühzeitig neutralisierte, war der Kampf um die weiteren Plätze intensiver. Den zweiten Gesamtrang belegte der Schweizer Debütant Michel Bucheli. Bucheli, der erst 2023 mit dem Ultracycling begann, vollzog eine radikale Lebensumstellung von einem ungesunden Lebensstil hin zu einer disziplinierten Triathlon-Routine.

Dicht auf Bucheli folgte der Österreicher Tom Mauerhofer, der das Rennen nutzte, um ein persönliches Trauma – einen Genickbruch bei einem früheren RAAM – zu überwinden. Im Mittelfeld hielt sich zudem der Priester Pawel Nowak, dessen Ziel nicht der Sieg, sondern die erfolgreiche Teilnahme war.

Die physische und psychische Erschöpfung nach der Zielankunft war deutlich.

„Das ist schon sehr schräg. Das ist unglaublich verrückt, dass einem das zweimal passieren kann, dass man das zweimal gewinnen kann.

Philipp Kaider, Sieger RAAM

Trotz der körperlichen Probleme und der mentalen Strapazen war die erste Reaktion nach dem Rennen schlichte Erleichterung. In einem kurzen Statement gegenüber der Presse fasste er den Zustand zusammen: Fühle mich gut, weil es erledigt ist.

Die 4.938 Kilometer langen Herausforderungen, dokumentiert durch NÖN.at, unterstreichen, dass Kaider nicht nur durch physische Kraft, sondern vor allem durch eine präzise medizinische und logistische Strategie seinen zweiten Titel sicherte.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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