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Akutspital Menziken schließt: 150 Arbeitsplätze betroffen

Die Asana-Gruppe schließt das Akutspital Menziken im Kanton Aargau und stellt den stationären Betrieb sowie Operationen zum 1. November ein. Von den etwa 300 Angestellten sind rund 150 von Kündigungen betroffen. Grund für die Entscheidung ist die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage des seit 1902 bestehenden Spitals.

Finanzielle Schieflage und sinkende Fallzahlen

Die wirtschaftliche Instabilität des Spitals Menziken hat zu einer drastischen Entscheidung geführt. Wie Medinside berichtete, verzeichnete das Spital im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von rund 6 Millionen Franken. Dieser Trend der Defizite ist bereits länger sichtbar: Im Jahr 2024 betrug der Jahresverlust noch 3,7 Millionen Franken, während das Minus im Jahr 2023 bei 2,5 Millionen Franken lag. Zusätzlich zu den Verlusten muss die Asana-Gruppe Sonderabschreibungen auf das Anlagevermögen vornehmen. Die Ursachen für die finanzielle Schieflage sind vielfältig. Neben der Inflation und den Kosten für die Digitalisierung werden der Fachkräftemangel sowie steigende regulatorische Auflagen als Belastungsfaktoren genannt. Das Hauptproblem liegt in der Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben, da die hohen Vorhaltekosten für einen 24-Stunden-Betrieb nicht mehr gedeckt werden konnten. In der Schweizer Spitalökonomie stellen diese Vorhaltekosten eine strukturelle Herausforderung dar: Um die medizinische Sicherheit zu garantieren, müssen Notfallbereiche und Fachpersonal permanent bereitstehen, unabhängig von der tatsächlichen Patientenzahl. Ein wesentlicher Faktor für die Schließung ist der Rückgang der Patientenzahlen. In der Inneren Medizin sowie in der Chirurgie sind die stationären Fallzahlen in den letzten acht Jahren um 19 Prozent gesunken. Zuletzt wurden im Asana-Spital Menziken rund 2.900 stationäre Fälle behandelt, während die Zahl der ambulanten Konsultationen bei gut 17.000 lag. Diese Entwicklung spiegelt den schweizweiten Trend der „Ambulantisierung“ wider, bei dem medizinische Eingriffe zunehmend ohne stationären Aufenthalt durchgeführt werden, was die wirtschaftliche Basis für klassische Akutspitäler unter Druck setzt.

Kritik am privaten Modell und massive Entlassungen

Die Entscheidung löst heftige Reaktionen bei den Arbeitnehmervertretern aus. Laut einem Bericht von 20 Minuten sind von den rund 300 Angestellten etwa die Hälfte von Kündigungen betroffen. Der Arbeitnehmerverband Arbeit Aargau beziffert die Zahl der Entlassungen sogar auf 149 Stellen.

Das Gesundheitspersonal leistet wichtige Arbeit unter häufig prekären Bedingungen. Dass nun in Menziken auch noch eine Massenentlassung droht, ist konsternierend und zeigt eine klare Fehlentwicklung im Gesundheitswesen auf.

Max Hufschmidt, Co-Geschäftsführer von Arbeit Aargau
Der Verband kritisiert nicht nur das Schicksal der Beschäftigten, sondern warnt auch vor einer Gefährdung der Versorgungssicherheit. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter zeigt der Fall Menziken, dass die Gesundheitsversorgung als „service public“ in öffentlicher Hand verbleiben sollte, anstatt sie der Privatisierung zu überlassen. Diese Debatte über die Rolle privater Träger gegenüber staatlich geförderten Institutionen ist ein zentraler Bestandteil der schweizerischen Gesundheitspolitik. Die Asana-Gruppe betont hingegen, dass ein Sozialplan zur Abfederung der Auswirkungen ausgearbeitet wurde und Lernende sowie Studierende einen nahtlosen Übergang in ihrer Ausbildung erhalten sollen.

Die medizinische Versorgung in der Region Menziken

Trotz der Einstellung des Akutbetriebs wird die medizinische Infrastruktur vor Ort nicht vollständig aufgegeben. Die LUKS-Gruppe (Luzerner Kantonsspital) wird Teile des medizinischen Angebots übernehmen. Dazu gehören:
  • Der Rettungsdienst
  • Eine Notfallpraxis im Tagesbetrieb
Die Übernahme durch die LUKS-Gruppe erfolgt im Rahmen der regionalen Versorgungsplanung, um sicherzustellen, dass die medizinische Grundversorgung trotz des Wegfalls des Akutbetriebs stabil bleibt. Ein Teil der Belegschaft hat die Möglichkeit, zu diesen Partnern oder zum Pflegeheim Falkenstein der Asana-Gruppe zu wechseln. Die Schließung hat keine Auswirkungen auf das Spital Leuggern, das seit der Zusammenlegung im Jahr 2002 Teil der Asana-Gruppe ist.

Zukunft des Spitalgebäudes und langfristige Nutzung

Die Frage, was mit den frei werdenden Flächen des Spitalgebäudes geschieht, ist derzeit noch offen. Die Asana-Gruppe sucht nach Möglichkeiten für Drittinteressierte, um die Flächen sinnvoll zu nutzen. Ein Teil der medizinischen Infrastruktur wird jedoch bestehen bleiben.
  • Langzeitpflege
  • Physiotherapie
  • Cafeteria und Küche
Es besteht die Überlegung, die Flächen verstärkt für die Langzeitpflege umzunutzen. Dies wird als sinnvoll erachtet, um den Ausbau der Pflegekapazitäten im Bestand zu realisieren, anstatt neue Einrichtungen auf der grünen Wiese zu errichten.

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Die medizinische Versorgung in der Region Menziken
Photo: Medinside
Zukunft des Spitalgebäudes und langfristige Nutzung
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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