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Technik und Wissenschaft

Pasterze droht Verlust des Status als Österreichs größter Gletscher

Österreichs größter Gletscher, die Pasterze, steht im Spätsommer 2026 vor dem endgültigen Abriss des letzten verbliebenen Eisfalls. Laut wissenschaftlichen Messungen und Beobachtungen droht der jahrzehntelange Rückgang am Großglockner den Status des Gletschers zu beenden, während Forscher mit Drohnen und Sonden den rasanten Schwund und die Entstehung neuer Seen dokumentieren.

Inmitten eines von extremer Hitze geprägten Sommers in Europa kämpft die Pasterze in den Ostalpen um ihr Überleben. Der letzte verbliebene Eiskanal, der die oberen und unteren Abschnitte des Gletschers noch verbindet, droht zu brechen.

Der Hufeisenbruch als letzter Eispfad

Vergleiche von Satellitenaufnahmen zwischen August 1985 und August 2026 zeichnen ein dramatisches Bild des Niedergangs. Während vor vier Jahrzehnten noch mehrere Eisfälle den oberen Nährgebietsteil mit dem Tal verbanden, existiert heute im Wesentlichen nur noch der sogenannte Hufeisenbruch als dünne Verbindungslinie.

Wissenschaftler der Universität Graz, von GeoSphere Austria und des Österreichischen Alpenvereins begleiten den kontinuierlichen Massenverlust, der sich seit 1980 markant beschleunigt hat. Zwischen 1998 und 2025 schrumpfte die Breite des verbleibenden Eisfalls von ehemals fast 900 Metern (3,000 Fuß) auf gerade einmal 120 Meter (390 Fuß). Forscher führen diese Entwicklung auf stark gesunkene Eiszufuhr von oben sowie auf die zunehmende Wärmestrahlung der freiliegenden Felswände zurück.

Stabilität bis voraussichtlich 2027

Fotos aus dem August 2026 bestätigten, dass der Eisfall noch intakt war, so Andreas Kellerer-Pirklbauer, Wissenschaftler in der Geographie-Abteilung der Universität Graz und Co-Leiter des Gletschermessdienstes des Österreichischen Alpenvereins. Observer erwarten basierend auf dem aktuellen Zustand und unter Annahme relativ normaler Temperaturen im kommenden Herbst und Winter, dass die Verbindung mindestens bis 2027 hält.

Hightech-Vermessung am Großglockner

Vor Ort am Fuße des Großglockners hat sich die Arbeit der Gletschervermesser drastisch verändert. Wo früher Touristen per Gletscherbahn direkt auf das ewige Eis befördert wurden, erstreckt sich heute eine schottrige, von Bächen durchzogene Ebene. Um dorthin zu gelangen, müssen Forscher mittlerweile rund 300 Meter in die Tiefe und drei Kilometer weit bis zur aktuellen Gletscherzunge wandern. Auch die Gefahr durch Gletscherspalten habe enorm zugenommen.

Dramatische Spuren der Ausaperung

Früher konnte man den Gletscher-Rand mit einem präzisen GPS-Gerät ablaufen, doch heute kommt wegen des zerklüfteten Terrains moderne Technik zum Einsatz. Drohnen dokumentieren den Schwund aus der Luft, während Bohrer und Sonden bei der Knochenarbeit am Eis helfen, die von Studierenden unterstützt wird. Michael Avian von der GeoSphere Austria berichtet über den Einsatz von Sonden, die am Schluss anzeigen, wie weit sie herausgekommen sind. Die Vermessung der Altschneedecke sei derweil mit der Zeit leichter geworden, allerdings aus traurigem Grund: Statt metertiefer Schächte reichen mittlerweile einen halben Meter tiefe Schächte, da die Altschneesituation dramatisch und die Ausaperung so stark wie noch nie ist.

Gletscher zwischen steilen, felsigen Bergen mit Schmelzwassersee im Vordergrund
Photo: kurier.at

Wandel an der Spitze der Alpengletscher

Wenn Pasterzes Hufeisenbruch dem Schmelzen oder Kollabieren erliegt, wird der Gletscher seinen Status als Österreichs größter an den Gepatschferner in den Ötztaler Alpen in Tirol abtreten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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