Paris Brunner hat die AS Monaco am Samstag im Ligue-1-Spiel gegen Racing Straßburg mit einem sehenswerten Ausgleichstreffer zum 1:1-Unentschieden geführt, sorgte im Anschluss jedoch mit einer fragwürdigen Jubelgeste für heftige Empörung und riskiert nun eine nachträgliche Sperre durch den französischen Verband.
Traumtor im Stade de la Meinau und folgenschwerer Jubel
Im Auswärtsspiel der AS Monaco bei Racing Straßburg im Stade de la Meinau stand am Samstag der 20-jährige Angreifer im Mittelpunkt des Geschehens. Tabellenführer AS Monaco kam im Stade de la Meinau nicht über ein 1:1 gegen Straßburg hinaus, nachdem eine torlose erste Halbzeit vorausgegangen war. Nachdem die Gastgeber durch ein Eigentor von Sadibou Sané in Führung gegangen waren, schlug der deutsche Stürmer in der 71. Minute zu. Nach einem präzisen Anspiel von Lamine Camara, der als Vorbereiter glänzte, zog der ehemalige Dortmunder aus der Distanz ab und hämmerte den Ball spektakulär in den Winkel. Lamine Camara kam in der Partie auf eine Passquote von 92 Prozent (55 von 60) und gewann acht seiner zwölf Zweikämpfe. Camara zeigte einmal mehr, warum der FC Chelsea ihn im vergangenen Transfersommer unbedingt verpflichten wollte, da die Parteien sich grundsätzlich über einen Transfer einig waren, bevor die Monegassen einen Rückzieher machten und Camara im Fürstentum bleiben musste.

Doch der sportliche Glanzmoment trat sofort in den Hintergrund. Anstatt sich von seinen Mannschaftskameraden feiern zu lassen, lief Brunner direkt auf die Heimfans zu. Zunächst hielt er sich demonstrativ die Hände an die Ohren, offenbar um zu signalisieren, dass er die Fans nicht hören könne. Seine Mitspieler stürmten zu ihm und wollten ihn wohl von weiteren Provokationen abhalten, doch Brunner riss sich los. Danach führte er eine Geste aus, bei der er mit der Hand unterhalb des Halses entlang fuhr, was auf den Fernsehbildern als simulierter Kehlschnitt wahrgenommen wurde. Die Zuschauer in Straßburg reagierten darauf mit einem gellenden Pfeifkonzert. Schiedsrichter Éric Wattellier ahndete die Aktion auf dem Platz zwar nicht direkt mit einer Karte, doch das Verhalten zog unmittelbar eine Welle der Kritik nach sich.
Erklärung in der Mixed Zone und angebliche Missverständnisse
Nach dem Schlusspfiff äußerte sich der frühere U17-Welt- und Europameister in der Mixed Zone zu den Hintergründen seines Jubels und begründete diesen mit vorausgegangenen Anfeindungen und Beleidigungen von den Rängen. Gegenüber der französischen Sportzeitung L’Équipe erklärte der Angreifer, dass Zuschauer während der Partie seine Eltern verbal attackiert hätten.

Sie haben über meine Familie gesprochen, über meine Mutter, über meinen Vater. Ich konnte diejenigen sehen, die mich beschimpft haben. Nach dem Tor waren viele Emotionen im Spiel, vor allem nach so einem wichtigen Treffer. Ich wollte nicht respektlos sein.
Paris Brunner, Stürmer der AS Monaco
Gleichzeitig betonte der Spieler, dass seine Aktion falsch interpretiert worden sei. Er wolle den Vorfall zwar nicht gänzlich zurücknehmen, aber die Geste habe eine andere Botschaft transportieren sollen. Seine eigentliche Intention sei lediglich gewesen, auszudrücken, wie herausragend der Treffer war und dass die Partie damit entschieden sei. Brunner sagte dazu: „Was ich sagen wollte, war: ‚Was für ein Tor, es ist vorbei.‘
Mögliche nachträgliche Sperre durch den französischen Verband
Ob der Vorfall für den deutschen U-Nationalspieler sportliche Konsequenzen nach sich zieht, hängt maßgeblich von den offiziellen Berichten ab. Dem Angreifer droht eine offizielle Sperre, falls Schiedsrichter Eric Wattellier die Szene im offiziellen Spielbericht festgehalten hat. Luís und Dier adelten Brunner zuvor bereits für sein „enormes Potenzial“.”
Wechsel von Borussia Dortmund in das Fürstentum
Für den Stürmer persönlich lief es sportlich zuletzt deutlich aufwärts. Nach seinem Wechsel im Jahr 2024 von Borussia Dortmund in das Fürstentum und einer zwischenzeitlichen Ausleihe an den belgischen Erstligisten Cercle Brügge hat er sich unter dem neuen Trainer Felipe Luis im Sturmzentrum des Tabellenführers der französischen Ligue 1 etabliert. Der Ausgleich in Straßburg war bereits sein fünftes Pflichtspieltor der laufenden Saison beziehungsweise sein dritter Ligue-1-Treffer im vierten Saisonspiel, womit der 20-Jährige wettbewerbsübergreifend bei fünf Toren in sechs Einsätzen und 481 Minuten steht, nachdem er in der gesamten Vorsaison in sieben Partien für Monaco kein einziges Mal getroffen hatte.
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