Der frühere NHL-Verteidiger Lyle Odelein, der 1993 mit den Montreal Canadiens den Stanley Cup gewann und als erster Kapitän der Columbus Blue Jackets Eishockeygeschichte schrieb, ist am Freitag im Alter von 58 Jahren verstorben.
Lyle Odelein, eine prägende und kompromisslose Persönlichkeit auf dem Eishockey-Eis, erlag am Freitag im Alter von 58 Jahren in Pittsburgh einem Herzanfall, wie mehrere Medien unter Berufung auf Quellen berichteten. Der aus Quill Lake im kanadischen Saskatchewan stammende Verteidiger hinterlässt eine 16-jährige Karriere in der nordamerikanischen Profiliga, in der er für acht verschiedene Franchises auflief und sich mit seiner physischen Härte unvergesslich machte.
Vom Draft-Kürzel zum Stanley-Cup-Champion in Montreal
Die Montreal Canadiens wählten Odelein im Jahr 1986 erst in der siebten Runde an 141. Stelle des NHL Entry Drafts aus, nachdem er zuvor für die Moose Jaw Warriors in der Western Hockey League gespielt hatte. Vor seinem Sprung in die Organisation verbrachte er seine Ausbildung und Lehrjahre von 1988 bis 1990 bei den Sherbrooke Canadiens in der American Hockey League. In jenen Playoffs lief er in allen 20 Partien auf und steuerte sechs Scorerpunkte sowie eine Plus-9-Bilanz bei.
In seinen sechs Jahren bei den Canadiens brachte er es auf 1.357 Strafminuten und war in jeder dieser Spielzeiten teamintern der Spieler mit den meisten Strafminuten. Seine sportlich beste Saison absolvierte er 1993/94 mit elf Toren und 29 Vorlagen, was insgesamt 40 Scorerpunkte bedeutete. Im Februar 1994 ließ er beim Hartford Whalers fünf Assists in einer Partie folgen und stellte damit den Franchise-Rekord für die meisten Vorlagen eines Verteidigers ein, den zuvor Doug Harvey aufgestellt hatte. Einen Monat später gelang ihm ein Hattrick gegen die St. Louis Blues. Nach insgesamt sieben Jahren in Montreal gaben die Canadiens den Abwehrspieler im August 1996 im Austausch gegen Stéphane Richer an die New Jersey Devils ab, womit eine Wanderjahre-Phase durch mehrere NHL-Klubs begann.
Pionierarbeit und Führungsrolle bei den Columbus Blue Jackets
Nach Stationen bei den Phoenix Coyotes holten die Columbus Blue Jackets den Verteidiger im Sommer 2000 beim Expansion Draft in ihr neu gegründetes Franchise. Wenige Tage nach der Auswahl unterzeichnete Odelein einen Vertrag und wurde als erster Kapitän in der Geschichte des Vereins für dessen Debütsaison bestimmt. Trainer und Verantwortliche schätzten seine Führungsqualitäten in der Aufbauphase des jungen Teams. In der Spielzeit 2001/02 führte er die mannschaftliche Eiszeit mit durchschnittlich 22 Minuten und elf Sekunden pro Begegnung an.

Im Laufe seiner Karriere bestritt der Kanadier insgesamt 1.056 Hauptrundenspiele in der NHL, in denen er 50 Tore, 202 Vorlagen sowie 252 Scorerpunkte verbuchte. Neben Montreal, New Jersey, Phoenix, Columbus und Chicago lief er im Laufe seiner 16 Spielzeiten auch für die Dallas Stars, die Florida Panthers – bei denen er in der Saison 2003/04 alle 82 Hauptrundenpartien absolvierte – und zuletzt für die Pittsburgh Penguins auf. Hinzu kamen 86 Playoff-Partien mit 18 Scorerpunkten. Mit insgesamt 2.316 Strafminuten belegt er bis heute den 30. Rang in der ewigen Strafminuten-Bestenliste der Liga, ergänzt durch 184 angetragene Faustkämpfe.
Schwere gesundheitliche Krisen nach dem Karriereende
Nachdem er seine Profilaufbahn im Anschluss an die Saison 2005/06, in der er noch 27 Partien für die Pittsburgh Penguins bestritten hatte, beendet war, ließ sich Odelein mit seiner Frau Laurel im Raum Pittsburgh nieder. Das Paar besaß und betrieb zahlreiche Friseursalons der Kette Supercuts. Abseits des Eises musste der frühere Profi jedoch extreme gesundheitliche Schläge verkraften.
Im Jahr 2018 zog er sich bei einer Golfrunde in Arizona eine vermeintliche Kaktus-Dornenverletzung zu, aus der sich eine lebensgefährliche Blutinfektion entwickelte. Die Bakterien griffen sein Herz an und führten zum Versagen mehrerer Organe. In einer aufwendigen Operation im April 2018 im Allegheny General Hospital unterzog sich Odelein einer seltenen Dreifachtransplantation, bei der ihm eine neue Aortenklappe, eine Leber und neue Nieren eingesetzt wurden.
Die Columbus Blue Jackets erklärten: „Lyle ist ein bedeutender Teil unserer Geschichte; er war unser erster Kapitän und hat uns letzten März geholfen, unsere 25. Saison zu feiern. Er hat in unserer Organisation und unserer Gemeinschaft einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ehemalige Vereine und Weggefährten würdigten nach Bekanntwerden seines Todes das sportliche Erbe und die menschliche Wärme des Verstorbenen.
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