Ein Passagierflug von Dubai nach Tel Aviv ist nach einer gewaltsamen Attacke eines Co-Piloten im Cockpit am Mittwoch auf dem saudi-arabischen Flughafen Tabuk notgelandet. Der indische Flugkapitän Smit Machchhar und Passagiere überwältigten den Angreifer nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, die den Vorfall inzwischen als versuchten Terroranschlag einstufte.
Die Boeing 737 der Fluggesellschaft Flydubai befand sich am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als sich der Vorfall kurz vor dem angepeilten Anflug auf Israel ereignete. Einer der Piloten stach im Cockpit mit einer Axt auf seinen Kollegen ein, um die Maschine offenbar zum Absturz zu bringen. Durch die Attacke geriet das Flugzeug in einen dramatischen Sturzflug und verlor rund 5000 Meter an Höhe. An Bord befanden sich 174 beziehungsweise nach anderen Angaben rund 180 Passagiere. Mittlerweile sind alle Passagiere sicher in Israel gelandet. Wegen des Angriffs im Cockpit hat Flydubai vorerst sämtliche Verbindungen nach und von Israel gestrichen, weshalb gegenwärtig mehr als 10’000 israelische Staatsbürger in Dubai und an anderen Orten feststecken.
Der Kampf im Cockpit und die Rettung durch Passagiere und Ersatzpiloten
Der schwer am Boden liegende Flugkapitän Smit Machchhar schaffte es unter Einsatz seines Lebens, die Cockpittür zu entriegeln. Die innere Stärke für sein beherztes Handeln bezog der gläubige Hindu Machchhar nach eigenen Angaben aus Stoßgebeten an die affenförmige Schutzgottheit Hanuman, den Sohn des Windgottes Pavan. Umgehend eilten daraufhin Reisende – unter ihnen Daniel Schlichter sowie Bankmanager Tzvika Manes – in den vorderen Bereich der Kabine und setzten den Angreifer mithilfe von Kopfhörerkabeln und Kabelbindern fest. «Ich kämpfte in dem Moment um mein eigenes Leben, aber mir war auch klar, dass ich nicht so viele andere Menschen sterben lassen konnte», sagte Machchhar in einem von dem indischen Premierminister Narendra Modi geteilten Videotelefonat. Der indische Kapitän sei ein «Held», schrieb Modi auf der Plattform X, und Indien sei stolz auf ihn. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien gab am Abend bekannt, dass der Zustand des Piloten stabil sei. Zwei privat mitreisende Piloten, die eigentlich den Rückflug von Tel Aviv nach Dubai hätten übernehmen sollen, übernahmen schließlich die Steuerung und brachten die Maschine sicher im saudi-arabischen Tabuk zu Boden.
Die Vorgeschichte des Verdächtigen Hamam al-Hammami und offene Sicherheitsfragen
Bei dem festgenommenen Co-Piloten handelt es sich Medienberichten zufolge um den 29-jährigen omanischen Staatsbürger Hamam al-Hammami, dessen Mutter Syrerin ist und der die omanische Staatsbürgerschaft über seinen Vater erhalten hat. US-Geheimdienste und Sender wie ABC News und CNN machten öffentlich, dass der Mann bereits 2024 bei Oman Air wegen extremistischer Ansichten und Sicherheitsbedenken vom Flugdienst suspendiert worden war. Zwar durfte er dort in einer Verwaltungsfunktion weiterarbeiten, doch wirft der Fall nun drängende Fragen auf: Ermittler aus vier Ländern untersuchen derzeit, weshalb er trotz des früheren Flugverbots von Flydubai als Co-Pilot eingestellt wurde und auf einem Flug nach Israel zum Einsatz kommen konnte. Zudem wird geprüft, ob er allein handelte oder Verbindungen zu Terrorgruppen hatte.

Reaktionen aus Washington, Jerusalem und von Al-Kaida
Der mutmassliche Anschlag rief umgehend internationale Reaktionen hervor. Die Terrororganisation Al-Kaida feierte den versuchten Anschlag indessen öffentlich und rief zu weiteren Attacken auf Passagierflugzeuge, insbesondere mit Fokus auf US-amerikanische und israelische Staatsangehörige, auf. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, der verdächtige Copilot habe eine radikale islamistische Indoktrination durchlaufen.
„Ihr seid nicht Gott, ihr werdet ihn nicht töten!“
Mitreisende Crewmitglieder laut Aussagen von Passagieren gegenüber der Washington Post, zitiert via BILD
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