Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai geriet auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv in eine dramatische Krise, nachdem im Cockpit eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen den Piloten ausbrach. Der indische Kapitän Smit Machchhar erlitt schwere Stichverletzungen, während Passagiere und die saudi-arabische Flugsicherung den Notfall am Mittwoch, den 30. September 2026, bewältigten.
Messerangriff im Cockpit und steiler Sturzflug auf dem Weg nach Tel Aviv
Der Linienflug FZ1073 der emiratischen Fluggesellschaft befand sich auf dem Weg nach Tel Aviv, als es in der Luft zu dem folgenschweren Zwischenfall kam. Nach Angaben von Regierungsvertretern und Flugdaten geriet die Maschine in eine extreme Notlage. Laut Flightradar24 verlor das Flugzeug in rund einer Minute etwa 4.900 Meter an Flughöhe. Reuters berichtete ergänzend, dass der Jet durch die tumultartigen Szenen im Cockpit fast 14.000 Fuß (4.267 Meter) in weniger als 30 Sekunden in die Tiefe stürzte.
Passagiere an Bord erlebten Momente äußerster Panik. In den Kabinen spielten sich dramatische Szenen ab, während die Maschine steil nach unten sackte. Eine betroffene Passagierin berichtete dem israelischen Sender N12 von „Schreie und Panik in den Reihen der Reisenden, während Lautsprecherdurchsagen versuchten, die Menschen zum Sitzen zu zwingen. Videos auf sozialen Medien zeigten teils blutverschmierte Beteiligte und das Ausmaß der an Bord ausgebrochenen Angst.

Rettung durch Passagiere und Notlandung in Tabuk
Im Zentrum des dramatischen Handgemenges stand der indische Flugkapitän Smit Machchhar, der laut der Zeitung Hindustan Times aus Mumbai stammt und laut seinem LinkedIn-Profil über elf Jahre lang für die Fluggesellschaft SpiceJet gearbeitet hatte, bevor er zu Flydubai wechselte. Er wurde von seinem Co-Piloten mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Trotz dieser lebensgefährlichen Umstände gelang es dem Kapitän, Widerstand zu leisten und die Cockpittür zu öffnen. Laut Agenturberichten war Machchhar schwer gezeichnet und lag blutüberströmt am Boden, als er den Entriegelungsmechanismus betätigte.
Dieser entscheidende Handgriff ermöglichte es Passagieren und anwesenden Sicherheitskräften, in das Cockpit vorzudringen. Unter den eingreifenden Reisenden befanden sich nach Angaben aus Ermittlerkreisen israelische Sicherheitskräfte und Luftsicherheitsbegleiter. Einer der Passagiere, Yaniv Hayun, den Israels Premierminister Benjamin Netanjahu an einem Flughafen traf, schilderte gegenüber dem US-Sender CNN in blutverschmierter Kleidung, wie er und andere den Angreifer stoppten. Hayun schilderte laut ZEIT und weiteren Berichten, wie er den Angreifer in den Würgegriff nahm und aus dem Cockpit zerrte, während der Mann an den Bordinstrumenten hantierte. Auf die Frage, woher er wusst habe, was zu tun ist, verwies Hayun laut Welt auf eine TV-Dokuserie über Flugunfälle. Ein weiterer Passagier, Zvika Meness, erzählte dem israelischen Sender Kan News laut The Nightly, dass Passagiere den Angreifer mit seinen eigenen Kabelbindern und mit Multimedia-Kopfhörern fesselten.
„Trotz schwerer Stichverletzungen habe der indische Flugkapitän Widerstand geleistet, die Cockpittür geöffnet und es Passagieren ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen. Damit habe er eine Katastrophe verhindert.“

Nachdem der mutmaßliche Täter fixiert war, übernahm eine zweite Besatzung, die sich als Passagiere in der Kabine befand, die Steuerung des Flugzeugs. Die Maschine wurde unter der Begleitung israelischer Kampfflugzeuge zum Flughafen Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens umgeleitet, wo die Landung mit allen Menschen an Bord sicher gelang. Passagiere wurden am Abend mit einem Ersatzflug nach Tel Aviv gebracht und dort begrüßt.
Politische Reaktionen und Ermittlungen in Saudi-Arabien und Israel
Die internationalen Reaktionen auf den vereitelten Anschlag folgten umgehend. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte den indischen Piloten öffentlich auf der Plattform X als „wahren Helden und betonte, dass der Kapitän das Leben von 174 Menschen gerettet habe. Im Gespräch mit dem Sender Fox News sprach Netanjahu laut ZEIT von einem «ungeheuren Mut, der einen weiteren Anschlag wie am 11. September verhinderte». Auch der indische Premierminister Narendra Modi würdigte Kapitän Machchhar auf X für seinen unerschütterlichen Mut und nannte ihn einen Helden, dessen Entherzen hunderte Leben rettete.
Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, dass der Vorfall als „Versuch eines dschihadistischen Anschlags gewertet wird, wobei erste Erkenntnisse auf einen Einzeltäter hindeuten. Der verletzte Kapitän befindet sich in medizinischer Behandlung in Tabuk; die indische Botschaft in Saudi-Arabien teilte mit, dass sich Machchhar in einem stabilen Zustand befindet.
Die Fluggesellschaft Flydubai reagierte auf die Geschehnisse mit der Aussetzung aller Flüge von und nach Israel bis auf Weiteres und rief dazu auf, voreilige Spekulationen über die genauen Motive zu unterlassen, während die saudi-arabischen Behörden die Ermittlungen fortführen.
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