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Technik und Wissenschaft

OpenAI und Sam Altman werden wegen Amoklaufs in Tumbler Ridge verklagt

OpenAI und Firmenchef Sam Altman sehen sich mit 30 neuen Klagen von Überlebenden und Zeugen des Amoklaufs im kanadischen Tumbler Ridge im Februar 2026 konfrontiert. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, interne Warnsignale des Täters ignoriert und die Behörden nicht rechtzeitig gewarnt zu haben.

Die juristischen Auseinandersetzungen um die Rolle von Künstlicher Intelligenz bei Gewalttaten verschärfen sich massiv. Vor einem US-Bundesgericht in Kalifornien sind am Mittwoch 30 neue Zivilklagen eingereicht worden, wie unter anderem aus Berichten über die neuen Klageverfahren hervorgeht. Zu den Klägern gehören Lehrer, Schüler und eine Schulleitung, die das Massaker an der Tumbler Ridge Secondary School in der kanadischen Provinz British Columbia im Februar 2026 hautnah miterlebt haben.

Vorwürfe gegen OpenAI und die Rolle interner Chat-Analysen

Im Zentrum der Klagen steht der Vorwurf der Vernachlässigung sowie der Beihilfe. Laut den von Lehrern und Schülern eingereichten Dokumenten soll OpenAI bereits Monate vor der Bluttat gewusst haben, dass der Hauptverdächtige, die 18-jährige Jesse Van Rootselaar, Anschlagspläne über ChatGPT besprach. Ein internes Sicherheitssystem des Unternehmens hatte das betreffende Nutzerkonto rund acht Monate vor der Tat wegen gun violence activity and attack planning markiert, wie die von der Nachrichtenagentur Bloomberg verbreiteten Details darlegen.

Ein internes Team bei OpenAI empfahl demnach, die Chat-Protokolle an Strafverfolgungsbehörden zu übergeben. Im Juni 2025 entschieden Führungskräfte des Unternehmens jedoch, diese Empfehlung nicht umzusetzen und stattdessen lediglich das Konto zu deaktivieren. Dennoch konnte die Verdächtige später ein neues Konto registrieren.

Am Tag des Amoklaufs erschoss Van Rootselaar zunächst ihre Mutter und ihren Halbbruder zu Hause, bevor sie zur Schule ging und dort fünf Kinder und eine Schulassistentin tötete. Mehr als 25 weitere Personen wurden verletzt, ehe die Täterin Suizid beging.

Die Aussagen von Überlebenden vor Gericht

Die neuen Klagen, die von der Vancouverer Kanzlei Rice Parson Leoni and Elliott betreut werden, bringen das Ausmaß des Schreckens durch direkte Schilderungen der Betroffenen zum Ausdruck.

OpenAI und Sam Altman werden wegen Amoklaufs in Tumbler Ridge verklagt
Photo: ca.news.yahoo.com

„My colleagues and I are haunted by the memory of shielding children with our own bodies as our ears rang from the sound of continual gunshots and high-pitched screams.“

Rushlow stellte in ihrer Erklärung zudem die Frage, ob das Leben ihrer Schüler lediglich als wirtschaftlicher Faktor gedient habe, um OpenAI an die Börse zu führen. Die Kanzlei führt an, dass neben Schadenersatz auch die Herausgabe des Chatverlaufs sowie interner Dokumente gefordert wird, um künftige Tragödien durch strengere Meldepflichten von Online-Plattformen zu verhindern.

Reaktionen des Managements und anhaltender Druck

Das Unternehmen weist die Anschuldigungen zurück, während die Führungsebene öffentlich reagierte. OpenAI-Chef Sam Altman, der selbst als Beklagter in den Verfahren geführt wird, hatte bereits im April einen Entschuldigungsbrief an die Gemeinde gerichtet, weil das Unternehmen die Warnungen nicht an die Polizei weitergeleitet hatte.

OpenAI und Sam Altman werden wegen Amoklaufs in Tumbler Ridge verklagt
Photo: straitstimes.com

Jason Kwon, Chief Strategy Officer bei OpenAI, äußerte sich in einem Beitrag auf X zu den aktuellen Verfahren. Er erklärte, dass man den Opfern und dem juristischen Prozess mit Respekt begegne und in gutem Glauben kooperiere.

„There isn’t a day that goes by that I don’t think about what happened at Tumbler Ridge, or the victims of this devastating tragedy and their families.“

Kwon wies zudem Vorwürfe zurück, wonach Führungskräfte wie der Chief Global Affairs Officer Chris Lehane direkten Einfluss auf die ursprüngliche Entscheidung zur Nichtmeldung genommen hätten. Neben den Zivilklagen in den Vereinigten Staaten, die nun insgesamt 37 Fälle umfassen, kündigte auch die Regierung von British Columbia an, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, um OpenAI und dessen Entscheidungsträger zur Verantwortung zu ziehen.

Familien der Opfer von Tumbler Ridge verklagen OpenAI
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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