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Offenbach, Frankfurt und Eschborn: Top-Kommune im „Gemeindecheck Daseinsvorsorge“ 2026

Am Montag, 25. Mai 2026, veröffentlichte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) den bundesweiten „Gemeindecheck Daseinsvorsorge“ und enthüllte: Offenbach, Frankfurt und Eschborn gehören zu den am besten versorgten Kommunen Deutschlands – während ländliche Regionen wie die Südwestpfalz oder Teile Hessens am Ende des Rankings landen. Die Studie bewertet erstmals alle 10.817 deutschen Gemeinden nach Kriterien wie Ärzteversorgung, Schulen, digitaler Infrastruktur und Mobilität.

Offenbach, Frankfurt und Eschborn: Die heimlichen Spitzenreiter

Die Ergebnisse der IW-Studie, die im Auftrag von Philip Morris erstellt wurde, zeigen ein überraschend differenziertes Bild: Während die bayerische Gemeinde Haar bei München bundesweit die beste Versorgung aufweist, folgen auf den Plätzen zwei bis vier drei hessische Städte – Offenbach, Frankfurt und Eschborn. Besonders stark schneiden diese Kommunen bei der Mobilität und der Gesundheitsversorgung ab. Die Studie des IW bestätigt, dass das Rhein-Main-Gebiet insgesamt überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat: Von den zehn bestplatzierten hessischen Kommunen werden alle als „sehr gut“ eingestuft.

Offenbach, Frankfurt und Eschborn: Die heimlichen Spitzenreiter
cluster (priority): WELT
Offenbach, Frankfurt und Eschborn: Die heimlichen Spitzenreiter
cluster (priority): Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Interessanterweise schneiden nicht nur Großstädte gut ab: Klein- und Mittelstädte wie Memmingen im Allgäu (Platz fünf) oder Friedrichroda im Thüringer Wald (Platz zehn) überzeugen ebenfalls. Umgekehrt enttäuschen einige Großstädte wie Würzburg (Rang 1.705) oder Oldenburg (Rang 1.462) – während das Schlusslicht Hirschthal in der Südwestpfalz bleibt. Die WELT hebt hervor, dass vor allem ostdeutsche Städte im Vergleich zu westdeutschen besser abschneiden: 30 Prozent von ihnen gelten als „sehr gut“ versorgt, während es bei westdeutschen Städten nur knapp 20 Prozent sind.

Die Studie zeigt auch, dass die Zufriedenheit der Bürger mit der lokalen Infrastruktur stark von der politischen Einstellung abhängt: Während Anhänger von SPD, Union und Grünen die Versorgung zuverlässig bewerten, überwiegt bei AfD-Anhängern die Unzufriedenheit. Laut IW-Studienautor Matthias Diermeier nehmen AfD-Anhänger die Versorgung in ihrer Gemeinde durch einen „Pessimismusfilter“ wahr – ein Phänomen, das die politische Polarisierung in Deutschland verschärft.

Nordrhein-Westfalen als „Versorgungsmeister“

Nordrhein-Westfalen führt das Ranking der Flächenländer an: Mehr als jede zweite NRW-Gemeinde wird als „sehr gut“ versorgt eingestuft, insgesamt 86 Prozent in die beiden Top-Kategorien („sehr gut“ und „gut“). Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern, wo mehr als jede zweite Gemeinde als „sehr schlecht“ eingestuft wird. Der WDR berichtet, dass die Studie der Politik konkrete Daten für künftige Entscheidungen liefert – etwa bei der Gesundheitsversorgung oder der Zusammenlegung von Kliniken.

Besonders bemerkenswert ist der Ost-West-Vergleich: Ostdeutsche Städte schneiden besser ab als westdeutsche, obwohl sie oft mit strukturellen Nachteilen kämpfen. Matthias Diermeier erklärt: „Die Zufriedenheit der Menschen ergebe sich nicht nur aus guter Erreichbarkeit, sondern auch durch die Qualität der Angebote.“ Die Studie unterstreicht, dass die Wahrnehmung der Infrastruktur entscheidend für die Zufriedenheit mit der Demokratie ist – und dass politische Entfremdung nicht allein durch finanzielle Mittel, sondern auch durch die Art der Versorgung beeinflusst wird.

Ländliche Regionen: Wo die Infrastruktur hinkt

Während Städte wie Offenbach oder Frankfurt bundesweit vorne liegen, kämpfen viele ländliche Gemeinden mit massiven Versorgungslücken. Besonders betroffen sind Kommunen in Nord- und Mittelhessen: Heidenrod, Waldkappel, Oberzent und Flörsbachtal landen auf den hinteren Rängen. Die hessenschau zeigt, dass diese Orte vor allem bei digitaler Infrastruktur und Verkehrsanbindung schwächeln. Flörsbachtal und Mossautal gehören sogar zu den Schlusslichtern beim schnellen Internet.

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Die Studie macht deutlich: Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Während Großstädte oft über eine dichte Infrastruktur verfügen, fehlen ländlichen Regionen nicht nur Ärzte und Schulen, sondern auch schnelles Internet und gute Verkehrsanbindungen. Die Folgen sind spürbar – etwa bei der Attraktivität der Wohnorte oder der Lebensqualität der Bewohner.

Was die Studie für die Politik bedeutet

Die Ergebnisse des „Gemeindechecks“ sind kein akademisches Kuriosum, sondern liefern der Politik konkrete Handlungsempfehlungen. Matthias Diermeier betont, dass die Studie helfen kann, gezielt in die Infrastruktur zu investieren – etwa durch die Zusammenlegung von Kliniken oder den Ausbau der digitalen Infrastruktur in ländlichen Regionen. Besonders wichtig ist dabei die Wahrnehmung der Bürger: „Will man der politischen Entfremdung entgegenwirken, reicht Geld allein nicht. Entscheidend ist, wie die Angebote wahrgenommen werden“, sagt Diermeier.

Was die Studie für die Politik bedeutet
cluster (priority): hessenschau.de

Die Studie zeigt auch, dass die Zufriedenheit mit der lokalen Infrastruktur stark von der politischen Einstellung abhängt. Während Anhänger von SPD, Union und Grünen die Versorgung zuverlässig bewerten, überwiegt bei AfD-Anhängern die Unzufriedenheit. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, nicht nur die Infrastruktur zu verbessern, sondern auch die Kommunikation und Transparenz gegenüber den Bürgern zu stärken.

Was kommt als Nächstes?

Die Studie des IW wird sicherlich Diskussionen über die Zukunft der Infrastruktur in Deutschland auslösen. Besonders spannend ist die Frage, wie die Politik auf die Ergebnisse reagiert – etwa durch gezielte Förderprogramme für ländliche Regionen oder durch Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur. Auch die politische Dimension bleibt relevant: Wie kann die Zufriedenheit der Bürger mit der lokalen Versorgung gesteigert werden, um der politischen Polarisierung entgegenzuwirken?

Eines ist klar: Die Ergebnisse des „Gemeindechecks“ sind ein Weckruf für die Politik, aber auch für die Bürger selbst. Denn am Ende entscheidet nicht nur die Infrastruktur über die Lebensqualität, sondern auch die Wahrnehmung und die Zufriedenheit mit dem, was vor Ort angeboten wird.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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