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Österreich bricht mit 30°C-Hitze in allen Bundesländern Mai-Rekorde

Am Pfingstmontag, den 25. Mai 2026, verzeichnete jedes österreichische Bundesland Temperaturen über 30 Grad Celsius. Zusammen mit den ersten Tropennächten des Jahres in Wien und Niederösterreich markiert dieses Ereignis einen ungewöhnlich frühen Einbruch hochsommerlicher Hitze, die laut Klimadaten deutlich über den historischen Durchschnittswerten der letzten Jahrzehnte liegt.

Außergewöhnliche Wetterlage und statistische Ausreißer

Außergewöhnliche Wetterlage und statistische Ausreißer
cluster (priority): Dolomitenstadt

Die aktuelle Wetterlage ist mehr als nur eine kurze Hitzeperiode; sie ist ein statistischer Ausreißer. Während das Pfingstwochenende in vielen Teilen des Landes sommerlich begann, eskalierten die Werte am Montag in einen flächendeckenden Hitzetag. Besonders in Tirol und Kärnten erreichten die Thermometer Werte, die normalerweise erst im Hochsommer zu erwarten wären.

Rekordhitze in Lienz und die erste Mai-Hitzewelle

In der Sonnenstadt Lienz wurde am 25. Mai ein neuer Allzeit-Rekord für den Monat Mai aufgestellt. Laut Dolomitenstadt maß die Wetterstation Tauernwetter einen Spitzenwert von 32,7 Grad. Damit wurde der bisherige Mai-Rekord vom 25. Mai 2009, der bei 32,2 Grad lag, um genau 0,5 Grad übertroffen. Beachtenswert ist die Tiefe der Datenbasis: Die Messreihe in Lienz reicht fast lückenlos bis ins Jahr 1934 zurück.

Während Lienz Geschichte schrieb, bildete sich in anderen Regionen eine meteorologische Hitzewelle heraus. In der Meteorologie spricht man von einer Hitzewelle, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 30 Grad gemessen werden. Diese Bedingung wurde in Innsbruck und Haiming bereits erfüllt, womit dort die erste Hitzewelle des Jahres 2026 registriert wurde.

  • Hermagor: 33 Grad
  • Lienz: 32,7 Grad (Rekordwert)
  • Dellach: 32,2 Grad
  • Innsbruck: 32,1 Grad
  • Haiming: 31,9 Grad

Anhaltende Tropennächte und klimatische Verschiebungen

Anhaltende Tropennächte und klimatische Verschiebungen
cluster (priority): Kleine Zeitung

Die Hitze beschränkt sich nicht nur auf die Tagesstunden. In der Nacht auf Pfingstmontag kam es zu den ersten Tropennächten des Jahres, bei denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Laut Kurier wurde dieses Phänomen an zwei Messstellen registriert: in der Wiener Innenstadt sowie in Brunn am Gebirge in Niederösterreich.

„so früh im Jahr nur ganz selten“
Manuel Oberhuber, ORF-Meteorologe

Die Analyse der Geosphere Austria verdeutlicht, wie stark sich das Temperaturprofil verschoben hat. Die ersten Hitzetage treten heute fast einen Monat früher auf als noch in der Klimaperiode von 1961 bis 1990. Für den aktuellen Tag lag die Temperatur im österreichischen Mittel um 5,7 Grad höher als in diesem Referenzzeitraum. Noch extremer war die Abweichung am Pfingstsonntag, dem 24. Mai, als die Temperaturen 7,3 Grad über dem Klimamittel von 1990 bis 1991 lagen. An 145 Messstellen wurden an diesem Tag Rekorde für den 24. Mai aufgestellt.

Historische Einordnung der Mai-Hitzewellen

Mit lustigen Eselsbrücken durch Österreichs Bundesländer

Um die Schwere dieses Ereignisses einzuordnen, hilft ein Blick in die Langzeitstatistiken der Unwetterwarnzentrale UWZ. Eine Serie von drei aufeinanderfolgenden Hitzetagen im Mai ist für fast alle Landeshauptstädte rekordverdächtig.

In Wien-Döbling gab es seit 1872 lediglich zweimal drei Hitzetage im Mai. Nur ein einziges Mal – im Jahr 2005 – traten diese drei Tage direkt hintereinander auf. Für die Station Wien-Hohe Warte stellt die aktuelle Situation erst die zweite Mai-Hitzewelle in der gesamten Messgeschichte dar. Diese Daten unterstreichen, dass die aktuelle Wetterlage kein gewöhnliches Frühjahrsphänomen ist, sondern eine massive Verschiebung der thermischen Normen darstellt.

Prognostizierte Wetterentwicklung und langfristige Auswirkungen

Prognostizierte Wetterentwicklung und langfristige Auswirkungen
cluster (priority): news.google.com

Die Erleichterung für die Bevölkerung lässt auf sich warten. Laut Der Standard prognostiziert Geosphere Austria, dass die hochsommerlichen Bedingungen in weiten Teilen des Landes anhalten. Bis Mittwoch werden erneut Temperaturen von bis zu 32 Grad erwartet.

Für den weiteren Verlauf der Woche zeichnet sich folgendes Bild ab:

  • Dienstag, 26. Mai: Intensive Sonneneinstrahlung, kaum Wolken. In den höher gelegenen Tälern Osttirols und Oberkärntens werden etwa 25 Grad erwartet, während es im Lavanttal, im Raum Villach und im Rosental bis zu 34 Grad erreichen kann.
  • Mittwoch, 27. Mai: Weiterhin über 30 Grad, allerdings könnten erste Schauer entstehen.
  • Donnerstag, 28. Mai: Eine kurze Abkühlung ist prognostiziert; die 30-Grad-Marke wird voraussichtlich nicht mehr erreicht.
  • Freitag, 29. Mai: Die Temperaturen steigen erneut und könnten in Teilen Österreichs wieder die 30-Grad-Grenze knacken.

Diese Volatilität – ein kurzer Temperatursturz gefolgt von einem erneuten Anstieg – ist typisch für instabile Hochdrucklagen, stellt jedoch eine besondere Belastung für die Infrastruktur und die Gesundheit dar, da der Körper kaum Zeit zur Regeneration zwischen den Hitzespitzen hat. Die Tatsache, dass bereits Ende Mai Rekorde aus dem Jahr 2009 gebrochen werden und die Temperaturen massiv über den Werten der 1960er-Jahre liegen, macht deutlich, dass der „frühe Sommer“ zur neuen Normalität wird.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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