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Welt

Nepal-China-Grenzregion: Mindestens 734 Tote nach Gletscherabbruch und Flut

Tausende Menschen werden weiterhin vermisst, während Rettungskräfte unter schwierigen Bedingungen nach Überlebenden suchen und vor drohenden Überschwemmungen durch einen neuen Rückstausee warnen.

Katastrophale Bilanz und vermisste Arbeitskräfte an Wasserkraftprojekten

Die verheerenden Überschwemmungen und Schlammlawinen, die am Morgen des 26. August 2026 durch ein eisiges Naturereignis ausgelöst wurden, haben verheerende Spuren hinterlassen. Die Todesopfer durch die verheerenden Überschwemmungen und Schlammlawinen nahe der Grenze zwischen Nepal und China sind auf mindestens 734 gestiegen, wobei nach dem Katastrophentag Tausende vermisst werden. Rettungsbemühungen sind im Gange, um mehr als 900 vermisste Arbeiter an Wasserkraftprojekten im zentralen Nepal zu lokalisieren. Behörden aus Nepal und der Region Tibet in China haben die Gesamtzahl der Vermissten auf knapp über 3.000 beziffert, wobei einige Leichen im benachbarten Indien angespült wurden.

Ein Gletscherabbruch hoch in der Himalaya-Bergkette in Nepal nahe der Grenze zu Tibet löste die katastrophalen Überschwemmungen und Erdrutsche vom Mittwoch aus, die Dörfer und Städte entlang der Flussysteme Trishuli und Bhotekoshi begruben. Am Freitag führte ein steigender Wasserstand in einem neuen See, der sich durch die Ansammlung von Trümmern gebildet hatte, zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Suchanstrengungen aus Furcht vor einer zweiten Flut. Die Rettungsoperationen wurden wieder aufgenommen, nachdem die Bedrohung durch den See als handhabbar eingeschätzt wurde.

Al Jaseeras Korrespondentin Katrina Yu berichtete aus Peking, dass chinesische Behörden erklärten, das Risiko scheine verringert worden zu sein, sei aber noch nicht verschwunden. „Sie überwachen den Barriere-See, der sich einen Kilometer stromaufwärts am Hafen von Gyirong und im Grenzgebiet befindet, genau“, sagte sie und fügte hinzu, dass „die Behörden zuversichtlich sind, dass die Situationunter Kontrolle ist.

Nepal-China-Grenzregion: Mindestens 734 Tote nach Gletscherabbruch und Flut
Photo: usatoday.com

Rettungsteams arbeiteten am Freitag weiter durch Schlamm und Trümmer in Gebieten, die von einer Sturzflut an der Himalaya-Grenze zwischen Nepal und China verwüstet wurden. Hunderte von Menschen werden weiterhin vermisst, während die Zahl der Todesopfer auf über 570 anstieg und nepalesische sowie chinesische Behörden vor weiteren Überschwemmungsgefahren durch einen neuen See warnten, der sich nach der Katastrophe vom Mittwoch flussaufwärts gebildet hatte. Diejenigen, die sich noch in den potenziell betroffenen Gefahrengebieten befanden, wurden gewarnt, sich in sicherere höher gelegene Regionen zu begeben.

Bislang wurden in Nepal mehr als 3.700 Menschen gerettet, doch 1.924 Personen werden in dem Land weiterhin vermisst. Chinas Staatsmedien hatten zuvor erklärt, dass auf chinesischer Seite 558 Menschen vermisst würden. Die nepalesische Behörde für Katastrophenvorsorge und -management (National Disaster Risk Reduction and Management Authority) teilte mit, dass die jüngste Zahl der Todesopfer auf 579 gestiegen sei. Der chinesische Staatssender CCTV gab an, dass fünf Menschen bei Überschwemmungen entlang der tibetischen Grenze zu Nepal ums Leben gekommen seien und 558 vermisst würden. Tibet ist eine Region in China.

China hat zwei Rettungsteams mit 21 Personen und einem Suchhund in das Katastrophengebiet entsandt.

Gefahr durch instabile Barriere-Seen und internationale Hilfe

Als die Rettungsmaßnahmen in Gemeinden, die durch katastrophale Sturzfluten entlang der nepalesisch-chinesischen Grenze begraben wurden, am Samstag in ihren vierten Tag gingen, fanden die Behörden noch immer Überlebende und brachten sie in Sicherheit. In den Hilfszentren warteten Familien vermisster Menschen ängstlich auf Nachrichten über ihre Angehörigen, während die Zahl der Todesopfer und der Vermissten weiter anstieg. Die kombinierte Opferzahl in Nepal und Tibet stieg nach dem neuesten Bericht Chinas am Sonntag auf 691 Tote und über 3.000 vermisste Personen. Chinesische Behörden meldeten 16 Tote und 546 Vermisste, während Nepals Katastrophenschutzbehörde am späten Samstag mitteilte, dass die Zahl der Todesopfer auf 675 gestiegen sei und 2.498 Menschen vermisst würden. In Nepal sind bisher mehr als 3.700 Menschen gerettet worden.

Nepal-China-Grenzregion: Mindestens 734 Tote nach Gletscherabbruch und Flut
Photo: sfgate.com

In Nuwakot, einem der von den Überschwemmungen verwüsteten nepalesischen Distrikte, trafen Hubschrauber beladen mit Kisten und Säcken voller Hilfsgüter ein, darunter Kleidung, Instant-Nudeln, Cracker und Reis. Andere kehrten aus den flutgeschädigten Gebieten zurück und brachten Überlebende mit. Ein älterer Mann wurde vorsichtig aus einem Hubschrauber geholfen, während ein Soldat eine ältere Frau auf dem Rücken zu einem medizinischen Zelt trug. Die meisten kamen mit nichts an als der Kleidung, die sie trugen. Etwa ein Dutzend Menschen stieg aus einem anderen Hubschrauber aus. Soldaten trugen mehrere evakuierte Babys.

The Nepal-Tibet Disaster: Missing Warning, Rising Death Toll and China’s Censorship

Die Such- und Rettungsmaßnahmen wurden am 29. August fortgesetzt, nachdem eine katastrophale Sturzflut in Nepal geteilt hatte, die mehr als 600 Menschen das Leben kostete und Tausende vermisst zurückließ. Die Katastrophe nahm am 26. August gegen 8:30 Uhr Ortszeit ihren Lauf, als ein gewaltiger Erdrutsch durch ein Gebiet nahe der Grenze zu Tibet raste und Felsen, Schlamm und Trümmer in Flussufergemeinden schleuderte. Gebäude und Infrastruktur wurden zerstört und weggeschwemmt.

Hunderte ausländische Staatsangehörige aus drei Dutzend Ländern befinden sich unter den fast 3.000 Vermissten, wie das nepalesische Tourismusbüro (Nepal Tourism Board) mitteilte. Unter den Vermissten sind Dutzende US-Bürger, während die Behörden angeben, dass drei gerettet worden seien. Die 43-jährige Saraswati Ghale erzählte gegenüber Reuters, dass ihr Haus bei der Flut zerstört wurde. Ihr gelang die Flucht, indem sie den Hang hinaufkletterte, während das Wasser brauste. Sie erklärte, dass ihr nichts geblieben sei, sie gerettet wurde, aber man abwarten müsse, wie sich die Dinge entwickeln werden.

Die Zahl der Todesopfer lag am 29. August in Nepal bei 669 und in Chinas Tibet bei sieben. Die Zahl der Vermissten betrug fast 3.000, darunter etwa 2.426 in Nepal.

Verzweifelte Suche in Kathmandu und Identifizierungsprobleme

In der Hauptstadt Kathmandu spielen sich derweil dramatische Szenen ab. Angehörige drängen sich vor Krankenhäusern und Notiztafeln, um Listen von Vermissten und Verletzten zu sichten. Viele Familien suchen seit Tagen vergeblich nach ihren Verwandten, die als Fahrer oder Ingenieure in den zerstörten Regionen arbeiteten.

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Photo: newsday.com
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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