Der Schauspieler Michael Mendl ist bereits am 31. Juli gestorben, deutlich früher als bisher öffentlich bekannt. Der Charakterdarsteller, der 82 Jahre alt wurde, lebte in seinen letzten Wochen in Berlin zurückgezogen. Sein langjähriger Freund Rüdiger Joswig enthüllte nun Details über die einsamen letzten Monate des Künstlers.
Ein früherer Todestag und die letzten Wochen in Berlin
Die Nachricht über das Ableben von Michael Mendl hatte Anfang September Fans und Filmkollegen erschüttert. Zunächst war in der Öffentlichkeit davon ausgegangen worden, dass der bekannte Darsteller erst Anfang September gestorben war. Doch der befreundete Schauspieler Rüdiger Joswigkorrigierte diesen Zeitrahmen und berichtete, dass Mendl bereits am 31. Juli im Alter von 82 Jahren verstorben ist.
Die Agentin des Schauspielers hatte am Samstag, dem 5. September, den Tod des Charakterdarstellers offiziell bestätigt, während zu diesem Zeitpunkt die Beisetzung bereits stattgefunden hatte. Mendl wurde eingeäschert und fand seine letzte Ruhestätte in einem Friedwald bei Berlin, ganz nach seinen eigenen Wünschen.
Langjährige Freundschaft und gemeinsame Partien am Billardtisch
Die Verbindung zwischen den beiden Männergrundierte auf einer fast 16-jährigen Freundschaft. Kennengelernt hatten sich Mendl und Joswig beim Deutschen Filmpreis, wo sie feststellten, dass sie in Berlin fast Nachbarn waren. Joswigs Wohnung lag nur wenige Ecken von Mendls Zuhause entfernt, was regelmäßige Treffen begünstigte.
Michael hatte in seiner Wohnung einen Billardtisch! Wir spielten viel. Meistens gewann er
, erinnerte sich Rüdiger Joswig im Gespräch mit der Presse an die gemeinsamen Stunden. Neben den privaten Begegnungen blickte Joswig auch bewundernd auf das künstlerische Schaffen seines Weggefährten, den er als einen großartigen, völlig uneitlen Menschen beschrieb.
Schwere Krankheiten und die Einsamkeit am Lebensende
Hinter Michael Mendl lag ein jahrelanger Kampf gegen schwere Krebserkrankungen. Nach erfolgreichen Therapien gegen Speiseröhrenkrebs im Jahr 2007, Darmkrebs im Jahr 2012 und Hautkrebs im Jahr 2024 kehrte die Krankheit schließlich zurück. Zuletzt litt der Schauspieler an Knochenkrebs.
Er war sehr einsam. Das hat er mir immer wieder gesagt.
Zudem habe Mendl das Gefühl gehabt, von der Filmbranche vergessen worden zu sein. Zwar ging er gerne auf Premieren und Preisverleihungen, doch er äußerte gegenüber seinem Vertrauten, dass es für ihn keine Rollen mehr gebe.
Das letzte Treffen und tiefe persönliche Trauer
Neun Tage vor Mendls Tod, am 22. Juli, trafen sich die beiden Freunde zum letzten Mal. Der Zustand des schwerkranken Schauspielers war zu diesem Zeitpunkt bereits kritisch.

Ich vermisse ihn. Und einige Dinge im Zusammenhang mit seinem Tod schmerzen mich. Da kommen mir immer wieder die Tränen.
Besonders eine verpasste Geste während dieses finalen Treffens beschäftigt den 77-jährigen Kollegen bis heute, da er das Gefühl nicht loswird, in jenem Moment nicht voll und ganz für seinen Freund dagewesen zu sein.
Ein reiches filmisches Erbe
Im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere wirkte Michael Mendl in mehr als 180 bis über 200 Film- und Fernsehproduktionen mit. Er übernahm häufig markante Rollen als einflussreiche Persönlichkeiten, Kriminelle oder Psychopathen. Zu seinen bekanntesten Auftritten zählten die Darstellung des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt im Fernsehfilm Im Schatten der Macht
aus dem Jahr 2003 sowie seine Mitwirkung im Historienfilm Der Untergang
als General Helmuth Weidling.
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